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Fußgänger mit Kopfhörern sind wie Autofahrer in der Oberklasse-Limousine

Verkehrsminister Ramsauer meint, sich nun der “schlafwandelnden” Verkehrsteilnehmer mit Kopfhörern auf den Ohren annehmen zu müssen.

Sicherlich hat er vordergründig Recht, dass die akustische Abschirmung von der Außenwelt eine verfügbare , sicherheitsrelevante Sinneswahrnehmung hemmt. Mit lauter Musik auf den Ohren ist es eindeutig schwieriger, ein herannahendes Auto oder eine Straßenbahn hören zu können. Aus reinem Selbstschutz ist Fußgängern, Radfahrern und so weiter zu raten, sich nicht gegenüber der Außenwelt abzuschotten. Sie ziehen schlicht den Kürzeren, wenn es zum Unfall kommt.

Neulich sah ich einen Radfahrer, der nicht mal Kopfhörer zum Musikhören auf den Ohren hatte, sondern schlicht sog. “Micky-Mäuse”, also einen Gehörschutz, wie man ihn auf Baustellen oder Industriehallen trägt. Ich dachte, wie dumm muss man sein? Im Prinzip ungefähr genauso dumm wie der Fahrer einer Oberklasse-Limousine. Denn die Geräuschdämmung seines Autos bewirkt etwa den gleichen Effekt, dass Geräusche nur noch stark gedämpft an sein Ohr dringen. Sollten die beiden zusammenstoßen, gleichgültig wer Schuld ist, wird der Radfahrer allerdings mit schlimmeren Folgen für die Gesundheit rechnen müssen.

Ein Verbot von Kopfhörern auf den Ohren ist daher einzig unter dem Aspekt des eigenen Schutzes als schwacher Verkehrsteilnehmer nachvollziehbar. Sollten Überlegungen in der Richtung forciert werden, muss man auch fordern, dass eine selektive Übertragung der relevanten Verkehrsgeräusche in stark geräuschgedämmte Fahrzeuge realisiert wird.