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NAIAS2012: Super Sportwagen Falcon F7

Nach Betreten der heiligen Hallen der North American International Auto Show fand sich gleich auf der rechten Seite der elegante und riesige Stand von Mercedes-Benz. Darauf folgte der deutlich kleinere, dafür aber poppige Stand von Smart. Auf dessen Rückseite stand dann ein Auto. Umzäunt von einem Minitur-Zaun. Das wars. Etwas abgesetzt neben dem Wagen eine schwarze Theke. Kein Logo. Kein aufwendiges Irgendwas. Eigentlich nur das Auto.

Eigentlich lag der Wagen auch mehr da. Flach auf dem Boden. Breit. Aggressiv. Eine harte Flunder. Ohne Zweifel ein Superportwagen. Böses Gesicht. Üppiges Heck. Ohne Dach. Das Ding sah einfach nur nach Kraft aus.

Am zweiten Tag auf der Messe habe ich den Wagen dann noch einmal fotografiert und mir eins der Kärtchen vom Tisch genommen.

Falcon Motorsports

Eine Kontaktadresse in Form einer Email und ein Link auf die Homepage. Ein “presskit” passend zum Stand. Unter FalconF7.com findet der geneigte Sportwagen-Liebhaber dann weitere Fakten zu dem Fahrzeug.

Und auch zu den beiden Lemke-Brüdern, die hinter dem Supersportwagen stecken und sich bislang als Hersteller von Dodge Viper Body Kits einen Namen gemacht haben.

Falcon F7

Ein paar Zahlen zum Falcon F7: 4,42 Meter lang, 1,98 cm breit und 1,12 cm hoch ist die Flunder aus Hope, Michigan. 620 PS leistet der 7 Liter-V8-Mittelmotor aus dem GM-Konzern, der sonst auch gerne mal in einer Corvette werkelt, und sorgt für ein maximales Drehmoment von 790 Nm. Bedient der Pilot, von Fahrer kann man wohl kaum sprechen, das manuelle Ricardo-Sechsganggetriebe richtig, kann er Kräfte von 1.3G auf sich wirken lassen. Mit nicht ganz 1.3 Tonnen Eigengewicht kommt man auf gerade mal 2 kg pro PS bzw 0.48PS/kg.

Damit Fahrer und Motor nicht einzeln auf der Strasse sitzen müssen, hält ein Aluminium-Chassis mit einem zentralen Rückgrat aus Kohlefaserlaminat alles zusammen. Schottwänden aus Kohlefaser und stählerne Überrollelemente sorgen für weitere Festigkeit. Die Konstruktion erlaut es sogar, den Falcon F7 als Targo zu fahren, das Dach ist herausnehmbar.

Wer will, kann das Gaspedal bis an den Anschlag drücken – dann beschleunigt der Falcon F7 von 0 auf 100 km/h in unter 4 Sekunden. Am Ende der Beschleunigungsorgie steht die Tachnadel dann bei 320 km/h.

Es ist ein amerikanischer Sportwagen. Selbstverständlich also auch mit einer Klimaanlage ausgestattet. Ein bisschen Audi, ein Navi und elektrische Fensterheber. Kaufen kann man den Falcon F7 auch. Der Kaufpreis wird eher lapidar mit ab 200.000 US$ angegeben. Wer ABS braucht, zahlt das beispielsweise extra. Ob der Falcon F7 auch in Europa zu kaufen sein wird, ist unklar. Meine Anfrage bei Falcon Motorsport bliebt unbeantwortet. Bei einer geplanten Stückzahl von 15 Einheiten im ersten Jahr wird die potentielle Käuferschar wohl eh handverlesen sein.