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Audi R8, Dunlop Sport Maxx Race, Ascari und ich

Disclaimer für die Transparenz: Dunlop hat mich zu dem Dunlop Sport Maxx RT / Race Workshop eingeladen. D.h. sämtliche Reise- und Hotelkosten wurden von Dunlop übernommen.
Zudem haben wir noch einen Kuli, eine Kladde und eine Jacke als Erinnerung bekommen. Wer meint, dass dies mein Urteil beeinflusst, sollte den nachstehenden Artikel erst gar nicht lesen.

Zweiten Tag des Dunlop Sport Maxx RT / Race Workshops: Nachdem ich schon mit dem Audi TTS über eine Teilstrecke des Acsari Kurses gefahren bin und einen BMW Z4 durch einen Slalom-Parcours schubsen durfte, chauffierte uns der Kleinbus zum nächsten Workshop. Obschon im Bus ganz hinten sitzend, sah ich sie sofort. Eine Reihe von Audi R8, die da auf uns warteten.

Mein Pulsschlag war schon beim Aussteigen aus dem Bus leicht erhöht und eilenden Schrittes bin ich den leichten Abhang hinaus zu dem kleinen Häuschen, wo wir unsere Sachen abstellen konnten. Dort folgte auch eine kurze Einweisung in den Workshop und ein kurzer Vortrag über die Vorzüge des Dunlop Sport Maxx Race, dem schnelleren Bruder des Dunlop Sport Maxx RT, der dafür ausgelegt ist, dass man seinen Sportwagen auch hin und wieder mal über eine Rennstrecke schickt.

Ich hatte arge Schwierigkeiten, den Ausführungen des Dunlop-Mitarbeiters zu folgen. Mein Blick ruhte auf den R8 und in einem Tagtraum klopfte mir der Instructor nach der zweiten Runde anerkennend auf die Schulter. Besser hätte ich es auch nicht machen können. So versonnen auf die Autos starrend, habe ich selbstredend verpasst als erster HIER! zu schreien und musste mich vorerst damit begnügen, die anderen bei Einsteigen, Losfahren und Fahren zu fotografieren.

Rooooooohhhmmmmmmm. 10 Zylinder. 5.2 Liter Hubraum. 525 PS. Ziehen an mir vorbei. 5 Fahrzeuge. 6 Runden. 30 Mal Rooooooohhhmmmmmmm. Jedes Mal macht mein Magen einen kleinen Hüpfer. Nach und nach kommen die R8 wieder in die Gasse. Wie der Blitz laufe ich zu unserem Häuschen und schnappe mir einen Helm. Jetzt kommt Jan. Yes. Der Instructor zeigt mir an, in den Audi zu steigen. Mit dem Helm auf dem Kopf ist das eine etwas engere Geschichte und gibt mir noch mehr Rennflair. Der Sitz ist passend auf mich eingestellt, meine leicht schweissfeuchten Hände umgreifen das abgeflachte Lederlenkrad des Boliden. Jetzt gehts los. Jetzt gehts los.

Der französische Instructor gibt mir auf Englisch noch eine kurze Anweisung. Hör auf zu quatschen! Ich will fahren! Den sportlichen Automatik-Schlaterhebel ziehe ich auf D. Drive. Mein Fuss wandert vom Brems- auf Gaspedal und schon bewegt sich der 1.7 Tonnnen schwere Bomber aus Ingolstadt auf den abgesteckten Ascari-Rundkurs. Der Audi R8 V10 kann in unter 4 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen. Die erste Runde, so habe ich mir vorgenommen, schaue ich mir aber erstmal in Ruhe die Strecke an. Nach einer ersten Rechtskurve folgt eine Links-Rechts-Schikane. Dort soll ich anbremsen, aber nach dem Links gleich wieder aufs Gas. Herein in eine langgezogene Linkkurve, die dann bergauf hinter der Kuppe auf eine Rechts-Links-Kombination zuführt. Hier wird mir in der dritten Runde der Audi einmal ansatzweise wegschmieren. Aus der Kombination folgt eine langgezogene Vollgas-Linkskurve. Danach geht es bergab und wir sollen vom Gas gehen. Cooling down zone. Und ab in die nächste Runde.

In der zweiten Runde gebe ich Gas. Finde ich. Der Mann neben mir wiederholt aber ständig das Wort „Accelerate!“ Ok, Du willst es nicht anders. Mein Fuss bleibt auf dem Gas. Aber verdammt, was war noch mal hinter der Kuppe? Nach der dritten Runde fühle ich mich sicherer, der Mann neben mir wird stiller. Do you want to change to manual now? Nein. Will ich nicht. Ich fange gerade an das alles wirklich zu geniessen. Ich will mir das Erfolgserlebnis nicht versauen. 316 km/h Spitzengeschwindigkeit kann der R8 erreichen. Ich bin mir nicht mal sicher, wie schnell ich war. Meinem GoPro-Video nach zu urteilen habe ich die 170 km/h kaum überschritten. Aber im Ernst. Das macht mir gar nichts. Und es ist auch schwer zu beschreiben, wie cool es wirklich ist, so einen Supersportwagen über eine Rennstrecke zu schicken.

Hinter mir blubbert dumpf der V10. Der Audi R8, die für ausreichende Bodenhaftung sorgende Dunlop Sport Maxx Race, die Rennstrecke von Ascari und ich. Wir sind eins! In Einheit verschmolzen zu Glückseeligkeit. Bis der Sadist neben mir This was the last lap. verkündet. Ich schere rechts aus und parke den R8 hinter meinem Vorfahrer. Die Sonne lacht. Der Himmel hat ein wunderschönes Frühlungsblau. Das Leben ist gut. Warum muss ich aussteigen?

Wie bei allen Workshops wird uns auch hier die Möglichkeit geboten, die Strecke auf dem Beifahrersitz, chauffiert von einem Werksfahrer zu erleben. Ich setze den Helm also erst gar nicht ab, sondern kralle mir einen der beiden Fahrer. Im gelben R8 (JAJAJA! Meiner!) geht es noch mal 3 Runden über die Piste. Jetzt sehe ich, wie wenig ich kann. Das Grinsen in meinem Gesicht will gar nicht mehr weichen. Aber selbst als der Profi fährt, liegt der R8 prima auf der Strasse. Diese Reifen müssen wirklich gut sein.

Was jetzt noch kommt, ist mir egal. 2008 habe ich beim Audi-Händler meinen A4 abgeholt. Da stand ein R8 in der Ausstellung. Damals dachte ich noch, dass ich so ein Geschoss nie fahren würde. Häkchen dran! Verdammt, was hatte ich für einen Spass!