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Elektro-Autos – wo stehen wir?

Im Juli 2011 bin ich das erste und einzige Mal mit einem Elektro-Auto gefahren. Mercedes-Benz hatte damals einen Haufen Blogger eingeladen und am zweiten Tag durften wir ausgewählte Fahrzeuge aus dem Fuhrpark auf der Strasse und einem Flugplatzgelände fahren. Damals bin ich das erste Mal in einer Mercedes-Benz A-Klasse E-Cell gefahren. Ganz lustig eigentlich, weil das auf dem Flugfeld war, wo wir sechs verschiedene Mercedes-Benz nach einander über den gleichen Rundkurs gescheucht haben. Ich bin damals von einem Mercedes-Benz SLS AMG direkt auf die Mercedes-Benz A-Klasse E-Cell umgestiegen.

Nun mache ich keinen Hehl daraus, dass ich die alte Mercedes-Benz A-Klasse nicht mag. Aber das erste Mal in einem Elektroauto, das war schon was. Zum Teil auch sehr irritierend, Du startest den Motor und hörst .. nichts. Du latschst aufs Gas-Pedal und der Wagen setzt den Befehl auch umgehend um. Der Wagen schnell nach vorne und .. du hörst .. nichts. Sehr befremdlich, aber dann etwas weiter gedacht auch unheimlich komfortabel und angenehm.

Ok, ich bin also schon mal einen Stromer gefahren – wer sonst noch? Ich denke bei einer generischen Gruppe von 100 Personen werden da nicht allzu viele Hände in die Luft schnellen. Das Elektroauto. In aller Munde, doch selten sitzt wirklich einmal jemand drin. Und das obwohl die ersten Hersteller ja jetzt schon die ersten reinen Elektrofahrzeuge ausliefern.

Kollege Björn hat drüben im automobil-blog.de einen sehr lesenswerten Artikel über Elektroautos verfasst. Er bewertet darin unter anderem die Umweltfreundlichkeit, die Alltagstauglichkeit und die Kosten der Elektrofahrzeuge.

Bei der Umweltfreundlichkeit fehlen in seinen Ausführungen meines Erachtens noch ein paar Worte zur Ökobilanz bei der Herstellung der Fahrzeuge. Bei den Stromern insbesondere bei der Herstellung der Batterien. Achtung, es folgt ein Satz auf Stammtisch-Niveau, den ich auch nicht belegen kann! Ich meine mich zu erinnern, dass ich mal irgendwo gelesen habe, dass die Herstellung einer E-Auto-Batterie nicht nur wahnsinnig aufwendig sondern auch nicht besonders umweltverträglich ist. Ich meine mich zu erinnern, dass es in dem Artikel darum ging, dass die Gehäuse der Batterie von Japan nach Canada transportiert werden. In Canada wird umweltfeinlich ein Metall abgebaut und hergestellt, dass dann in der Batterie verwendet wird, um das Werkstück dann wieder zurück nach Japan zu schaffen.

Vielleicht ist diese Information aber auch längst veraltet, denn wie im Greenmotorsblog zu lesen ist, kann Toyota wohl aufzeigen, dass die Herstellung ihrer Hybrid/Elektroflotte heuer verdammt ökologisch von statten geht.

Bei der Alltagstauglichkeit von Elektrofahrzeuge würde ich nicht mal auf uns normale Menschen sehen. Ich denke da eher an Behörden, Institutionen und andere Firmen, die einen kleinen oder mittelgrossen Fuhrpark haben und viel auf Kurzstrecken unterwegs sind (Stadtwerke, Essen-auf-Rädern, mobile Gesundheistpflege). Hier rechnet sich ein Stromer wohl schon – auch mit den höheren Anschaffungskosten und in dem Fall ist auch die Reichweite nicht so entscheidend.

Für den durchschnittsdeutschen Hans ist wohl auch das Elektroauto nicht das Thema, sondern wenn, dann wohl eher ein Hybridfahrzeug. Per Strom fahren, wenn es geht, um die laufenden Kosten zu minimieren, aber jederzeit in der Lage sein, die Reichweite mittels Verbrennung von Fossilien zu erweitern. Nicht ODER sondern UND muss bei alternativen Antrieben der Weg sein.

Wenn ich mich selbst ansehe, so wäre ein Hybridfahrzeug für mich wie geschaffen. Die paar Kilometer, die ich täglich pendelnd zurücklege, könnte ich prima batteriebetrieben nehmen. Bei auswärtigen Terminen und Familienfahrten würde ich dann Sprit verbrennen. Was hier dann noch einmal interessant werden könnte, sind die Firmenwagen und die Abrechnung des elektrischen Betankens. Selbstredend könnte ich den Wagen abends bei mir ans Stromnetz hängen, bloss eigentlich zahlt ja die Firma meine Tankkosten.

Elekrofahrzeuge werden kommen. Das ist meines Erachtens so sicher wie das Amen in der Kirche. Anfang Januar sass ich mit dem Mercedes-Benz Chef-Ingenieur und dem Projektleiter des neuen Mercedes-Benz SL beim Abendessen. Als ich die beiden fragte, ob es den SL auch als Stromer geben könnte, haben mich die beiden angesehen, als hätte ich gefragt, ob sie einen Führerschein hätten. Selbstverständlich ist bei der heutigen Fahrzeug-Generation ein alternativer Antrieb zumindest so weit vorgesehen, dass er sich problemlos massentauglich realisieren lässt. In der neuen Mercedes-Benz B-Klasse ist es wohl sogar schon fest vorgesehen und ich denke in Genf wird man uns auch erzählen, dass die neue A-Klasse sich per Strom bewegen lassen wird.

Ich denke, dass wir Auto-Blogger und die Auto-Journalisten in Zukunft immer öfter Hybride testen werden. Ich möchte zeitnah wirklich gerne mal den Opel Ampera fahren. Bis sich dies dann wirklich im Markt vollkommen durchsetzt, wird aber bestimmt noch ein kleines Weilchen vergehen. Und das ist auch bestimmt nicht verkehrt, denn so kann die Industrie noch weiter entwickeln und optimieren, um das Ganze vielleicht auch noch etwas preiswerter anbieten zu können.