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Der erste Öko-Panzer?

Während wir uns als Autoblogger noch über die Vor- und Nachteile von Opel Ampera, Nissan Leaf oder Smart Fortwo electric drive ereifern, sind die Ingenieure der britischen Rüstungskonzerns BAE Systems schon einen Schritt weiter.

Sie präsentieren den ersten Panzer mit Hybridantrieb. Panzer .. Hybridantrieb .. Man mag es kaum glauben, aber BAE meint es durchaus ernst. Die Kollegen von automotive.com haben errechnet, dass der hybride Prototyp mit 960 Litern Diesel ganze 300 Kilometer weit kommt, was einem Verbrauch von 320 Litern pro 100 Kilometern entspricht. Damit verbraucht der 70 Tonnen schwere Öko-Panzer jedoch 500 Liter weniger als der gemeine, handelsübliche Panzer (welcher der Rechnung nach dann 500 Liter auf 100 km schluckt), der heuer so durch die Wüste knallt.

Die Einsparungen, die sich dabei für den potentiellen Kriegsherren ergeben, sind gewaltig. Dazu mal eine Platte Rechnung. Wir schicken noch einmal 2.000 Panzer von Kuwait nach Bagdad – 650 Kilometer (sagen wir 600, das ist einfacher zu rechnen): 2.000 (Panzer) * 1.000 (Liter eingespartem Benzin) * 1 (Euro pro Liter Diesel) = 2.000.000 EUR. Natürlich spart man dann noch mehr, weil ja auch weniger Versorgungsfahrzeuge benötigt werden, usw, usf.

Der Öko-Panzer ist noch in der Planung, weiteres Zahlenmaterial gibt es nicht und wir werden vermutlich auch nie zu einer Probefahrt eingeladen werden. Aber wer noch daran gezweifelt, dass dem hybriden Antrieb ganz eindeutig die nahe und mittelfristige Zukunft gehört, der kann jetzt aufhören. Wenn die Rüstungsindustrie auf den Hybridantrieb setzt, gibt es kein Zurück mehr.

Bild-Quelle: BAE Systems

4 Kommentare

  1. Manni sagt

    Die Angaben variieren zwar, aber auch laut älteren, ausschließlich für den Druck gemachten Artikeln verbraucht ein Leopard 2 Panzer “nur” um die 250 Liter auf 100 Kilometern. Hybrid gut und schön, aber wenn der 320 Liter verbraucht und der ausschließliche Verbrenner 500 mehr – also 820! – ist das bei einer Neuentwicklung jenseits des vernünftig Vorstellbaren im Vergleich zum Alteisen Leo2. Aber die Berechnung oben im Artikel hat selbst Lücken (320+500=500?). <-;<

    • Jan sagt

      Manni, der Hybride braucht 960 Liter auf 300 km, der Konventionelle 500 Liter mehr also 1460 Liter auf 300 km, was dann in etwa 500 Liter pro 100 km entspricht. Laut Wikipedia, es sei aber dahin gestellt, in wieweit wir da wirklich alle Fakten über ein Kriegsgerät bekommen, braucht ein leopard etwa 250 l/100 km auf der Strasse und um die 500 Liter/100 km im Gelände. Zumindest habe ich das so verstanden.

  2. Andy sagt

    Mir würde mit so einem Ding im Gefecht Angst und Bange werden. Komplexe Technik neigt unter Extrembedingungen eher zum Ausfall, als einfache Systeme. Und ich finde den Gedanken an eine Panne mitten im Kampf eher unschön. Der ADAC würde da wohl nicht vorbeikommen 🙂

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