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Probefahrt Mercedes Benz SLK 200 BlueEFFICIENCY (R172)

Mercedes-Benz hatte mich und 15 weitere Blogger zu dem Event Hunting the new A-Class eingeladen. Im Rahmen dieses Events haben wir eine kleine Schnitzeljagd von Zürich nach Genf gemacht, bei der wir uns zu zweit ein Mercedes-Benz C Coupé oder einen SLK geteilt haben. Mein Mitfahrer Chris von CHROMJUWELEN und ich hatten uns schon am Vorabend darauf festgelegt, dass wir einen der Mercedes-Benz SLK 200 BlueEFFICIENCY nehmen wollten, denn wenn schon ein Cabrio da ist, dann kann man das doch auch nehmen und offen fahren.

Als sind wir am Montag morgen bei doch eher ungemütlichen 4.5 Grad gestartet. Offen. Ist klar, oder? Ich bin ja neulich in Spanien auch zwei Stunden mit einem BMW Z4 sDrive28i gefahren und habe jetzt im Vergleich mal wieder bestätigt bekommen, dass ich ein Mercedes- und kein BMW-Typ bin. Einmal in den Fahrersitz gerutscht, hat mich beim Mercedes-Benz SLK sofort die vertraute Mercedes-Haptik begrüsst. Willkommen zu Hause.

Und so habe ich auch nach der ersten Orientierung recht schnell den Hebel zum Öffnen des Daches, der sich in der Mittelkonsole unter einer Abdeckung befindet, gefunden. Ein paar Sekunden später war das Dach im Kofferraum verschwunden und wir startbereit.

In der Schweiz darf man auf der Autobahn 120 km/h fahren, ausserorts 100 km/h und innerorts 60 km/h. Und mittlerweile weiss wohl auch jeder Führerscheininhaber, dass bei einem Tempoverstoss drakonische Strafen drohen. So kann ich festhalten, dass sich das Getriebe schön schalten lässt und die 120 km/h auch mit entsprechender Geschwindigkeit flugs erreicht sind. Eine VMAX-Prüfung mit offenen Dach musste aber leider ausbleiben – bei 237 km/h soll wohl Schluss sein. Der turbogeladene Vierzylinder-Motor, der aus 1.8 Liter Hubraum 184 PS holt, hatte eine sehr kultivierte Laufruhe, die das Cruisen zu einem puren Vergnügen machte.

Unsere Aufgabenteilung im Auto sah wie folgt aus: Links der Fahrer, rechts der Kameramann und DJ. Das Anbinden des iPhones an das Comand Online System war ein Klacks und innerhalb ein paar Sekunden erledigt. Auch das Umschalten von einem iPhone zum anderen als Bluetooth-Musik-Quelle ging völlig problemlos von Statten. Das im Mercedes-Benz SLK 200 verbaute Harman Kardon Logic 7-System mit seinen 11 Lautsprechern und 500 Watt Leistung hat gerockt! Und zwar richtig. Selbst bei 120 km/h auf der Autobahn kamen meine Testmusikstücke (RUN DMC: Walk this way, 5’nizza: Soldat, Motörhead: Orgasmatron) klar und knackig aus den Boxen und haben unserem kleinen Roadtrip wunderbar musikalisch untermalt.

Mit dem Comand Online System kann man übrigens auch das Smartphone als Modem nutzen und sich so (im Stand) bei Facebook einklinken, surfen und Googlen. Eine passende GSM- vorzugsweise 3G-Verbindung vorausgesetzt. Als Teil der Schnitzeljagd mussten wir beispielsweise zu dem Standpunkt eines Mercedes-Benz-Mitarbeiters navigieren, der bei Facebook in unseren Zielort eingecheckt hatte. Das 14,7 Zentimer grosse Farbdisplay kann man auch hervorragend – auch während der Fahrt zum Navigieren – ablesen und die Bedienung über dem Drehkopf ist nach einer kurzen Eingewöhnungsphase auch vollkommen intuitiv.

Überhaupt ist das Offenfahren mit dem SLK nichts, wofür man harte Nehmerqualitäten benötigt. Bei geschlossenen Seitenscheiben halten sich die Verwirbelungen wirklich in Grenzen und mit der Airscarf genannten Kopfraumheizung, die auf Nackenhöhe warme Luft gen Passagier bläst, muss man weder Erkältung noch Zug am Hals fürchten – auch nicht bei Aussentemperaturen von 4 Grad Celsius.

Wenn ich an dem Auto überhaupt etwas auszusetzen habe, dann vielleicht das geringe Platzangebot. Bei einer Körpergrösse von 180cm kann man sehr bequem sitzen und hat auch noch ein wenig Luft. Letztendlich kann man aber nur wählen zwischen grosser Beinfreiheit oder zurückgestellter Rückenlehne. Und die sportlichen Ledersitze geben einem zwar perfekten Halt, aber ein verrutschen des werten Hinterteils von einer Ecke zur anderen ist nicht wirklich vorgesehen. In den Kofferraum passen bei versenktem Dach gerade mal zwei Kabinen-Trolleys oder eben ein grosser Koffer. Um die Koffer heraus zu bekommen, muss man dann aber das Dach erst schliessen. Dies ist aber Maulen auf extrem hohem Niveau und sollte jedem Käufer eines sportlichen Roadsters klar sein.

Mein Fazit nach 8 Stunden im Auto: Der Mercedes Benz SLK 200 BlueEFFICIENCY wäre zwar nicht meine erste Wahl aus der Mercedes-Flotte, aber er ist ein tolles Cabrio, mit dem wir einen Heidenspass hatten. Als Zusatzausstattung empfehle ich dringend die Kopfraumheizung Airscarf, die einen das Cabrio wirklich auch bei niedrigen Temperaturen nutzen lässt. Das Command Online System iVm dem Surround-Soundsystem Harman Kardon Logic 7 komplettiert das Fahrzeug zu einem echten Spassauto. Sicherlich rockt die SLK 55 AMG Ausgabe mit seinen 422 PS noch mehr, aber mit dem SLK 200 BlueEFFICIENCY ist man sehr gut unterwegs und vermisst zu keiner Zeit Leistung. Wir hatten in dem Wagen einen Heidenspass!