Probefahrten
Kommentare 28

Probefahrt: Chevrolet Camaro V8

Disclaimer für die Transparenz: Chevrolet Deutschland hat mir den Camaro als Presse-Testfahrzeug zur Verfügung gestellt. Wer meint, dass dies mein Urteil beeinflusst, sollte den nachstehenden Artikel erst gar nicht lesen.

„Es tut mir Leid doch ich muss leider gestehen es gibt Dinge auf der Welt, die sind – leider geil. Auto’s machen Dreck, Umwelt geht kaputt doch ’ne fette neue Karre is‘ – leider geil.“ heisst es in dem neuen Song von Deichkind. Leider geil. Genau das denke ich ständig während ich im Chevrolet Camaro sitze. Erwartet hatte ich ein Fahrzeug, welches sich mit Charles Bukowski vergleichen lässt. Obzsön bis zum Umfallen, dabei saufend und rauchend. Doch der Camaro hat mich vollkommen überrascht.


Erster Eindruck

Ein kurzer Rundgang um den inferno orangenen (eine nicht gerade unauffällige Farbgebung) Chevrolet Camaro. Der Wagen ist wuchtig. Durch und durch. Und kantig. Ich mag das. Die beleuchteten Scheinwerferringe betonen dies an der Front, die bislang nur auf dem europäischen Markt verbauten LED-Rückleuten unterstreichen das markante Heck. Die fensterrahmenlose Tür schwingt weit auf und ich lasse mich in den Fahrersitz gleiten. Manch einer mag von dem Cockpit erschlagen werden. Die Amerikaner haben eben einen anderen Geschmack. Mein erster Eindruck – mein letzter USA-Urlaub mit Leihwagen liegt schon ein Weilchen zurück – ist auch „Was für eine Plastikwüste“.

Der Sitz lässt sich 6-fach elektrisch verstellen (Bedienelemente am Sitz außen, lassen sich auch während der Fahrt probelmlos erreichen) und ich fühle mich darin sehr wohl. Schlüssel ins Zündschloss und los. Nach dem ersten Rasten reagieren die Instrumente. Alle Zeiger wandern erst einmal in Maximalstellung. Das HUD-Display meldet sich mit einem Camaro-Logo online. Ich bin versucht „K.I.T.T. – bring mich nach Düsseldorf“ auszusprechen. Stattdessen drehe ich den Zündschlüssel weiter. Der V8 erwacht und röhrt einmal kurz auf. Die Schwingungen des Motors spüre ich im Sitz. Ein erstes keckes Grinsen macht sich auf meinem Gesicht breit.

Für die ersten Meter vom Parkplatz bediene ich mich eines Einweisers. Zu unübersichtlich und ungewohnt ist der Chevy Camaro für mich. Dann auf der Straße, versuche ich meinen Gasfuß in Einklang mit der Reaktion des Motors zu bringen. Eine zu ungestüme Bewegung des Fußes quittiert der Camaro mit einem Motorröhren, was den Wagen zeitgleich nach vorne katapultiert. Den Dreh habe ich aber schnell raus und kann bequem im Stadtverkehr mitschwimmen. Recht schnell führt mich mein Weg auf die Autobahn. Die Beschleunigung des Chevrolet Camaro ist atemberaubend. 200 km/h sind schnell erreicht. Mit einem dicken Grinsen im Gesicht. Dabei bleibt es im Innenraum – ganz gegen meine Erwartungen – so leise, dass man sich ganz locker unterhalten kann. Die Qualität des Fahrbahnbelags gibt der Chevrolet Camaro ungefiltert an den Fahrer weiter. Als „Bretthart“ empfinde ich das Fahrwerk. Auf dem Beifahrersitz fährt es sich bequemer. Mein erster Eindruck: Das Auto macht Spaß und ist genau dafür gebaut worden.

Alltagstauglichkeit

Ich finde die Wuchtigkeit des Camaro sexy. Ich habe mich des öfteres dabei erwischt, wie ich an der Balkontür gestanden und minutenlang auf das Heck des Camaro gestarrt habe. Wuchtig. Anders. Sexy. Sitzt man auf dem Fahrersitz kommt diese Wuchtigkeit auch im Innenraum an. Denn der Camaro ist alles andere als übersichtlich. Vorne eine Schießscharte, hinten eine Schießscharte. Die kleinen Fenster zwischen B- und C-Säule sind zwar defacto vorhandern, beim Schulterblick sieht man trotzdem nichts. Die vordere Schießscharte verliert dann auch noch ein paar Zentimeter durch die angedeutete Hutze. Im Vergleich zur Fensterfläche sind die Rückspiegel gigantisch. Sie sorgen dafür, dass man stets die breiten hinteren Kotflügel im Blick hat. Und verdammt will ich sein, ich finde das cool und sexy.

In den USA ist bekanntlich alles größer. Die Straßen sind breiter, in die Parkplatzbuchten kann man zwei handelsübliche deutsche Autos stellen. In unseren Breiten sind die Abmessungen des Camaro nicht wirklich passend. Zwar hilft die Rückfahrkamera mit dem im Rückspiegel integrierten Display ungemein bei Rückwärtsfahren, des öfteren hätte ich mir aber auch Kameras links, rechts und vorne gewünscht. Gut, ich hatte den Chevrolet Camaro gerade mal 72 Stunden bei mir und es ist zu erwarten, dass man sich nach ein paar weiteren Tagen an die Abmessungen gewöhnt.

Auf die Rücksitze passt ein Kindersitz – davor noch ein Heranwachsender oder Erwachsener, so konnte ich beide Kinder an Schule und Kita in einem Rutsch verteilen. Erwachsenen (auch nicht Teenagern) möchte man (zumindest längere) Mitfahrten auf den hinteren Sitzen nicht zumuten, denn von Beinfreiheit kann hier nicht gesprochen werden. Für die Fahrt ins Kino oder zur nächsten Zappelhalle sollte es aber reichen. Der Kofferraum ist gar nicht mal klein (384 Liter) und man kann bei Bedarf auch noch die Rücksitzlehnen umklappen. Allerdings ist die Öffnung – vor allem im Vergleich zu allen anderen Dimensionen – winzig. Unseren Wocheneinkauf haben wir gut verstauen können, die Einkaufskiste wieder aus dem Kofferraum zu heben, forderte allerdings etwas Geschick.

Ausstattung und Infotainment

Der Neuwagenkauf in den USA unterscheidet sich grundlegend von unseren Gepflogenheiten. Car-Konfigatoren hat ein amerikanischer Hersteller erst jüngst als den neuen heiligen Gral angekündigt. Der Duruchschnittsamerikaner fährt zu einem Händler und sucht sich dort ein vorhandenes Fahrzeug aus. Ist die Wunschfarbe nicht verfügbar, guckt er beim nächsten Händler. Die Ausstattung kann man nicht konfigurieren, das Fahrzeug wird in der Regel in Vollausstattung verkauft. Lediglich ein paar wenige Features sind optional. Und ebenso wird der Chevrolet Camaro auch in Deutschland verkauft. Cabrio oder Coupé. Schalter oder Automatik. Farbe (Metallic 800 Euro Aufpreis, Premium-Lackierung 1000 Euro Aufpreis). Ende der Entscheidungskette. Drei weitere Zusatzoptionen kann der deutsche Käufer wählen: Glashub-Schiebedach (1000 Euro), Rallye-Streifen (500 Euro), polierte Felgen (500 Euro) und Lederausstattung in Schwarz mit Inferno Orange (500 Euro – die anderen Lederfarben sind nicht aufpreispflichtig). Bei einem Grundpreis von 40.990 Euro für das Coupé mit Automatikgetriebe, eingebautem Schiebedach, schwarzen Rallye-Streifen, Sonderfarbe Inferno Orange und gleichfarbiger Lederausstattung kostet mein Chevrolet Camaro also 42.990 Euro.

Serienmässig sind Einparkhilfe hinten (Piepser, Kamera und Display im Rückspiegel), Isofix-Halterungen hinten, ABS, ESP, Gurtkraftbegrenzer, Xenonlicht, Lederrenkrad, Head-Up-Display, Bordcomputer, Schaltwippen, Reifendruckanzeige, CD-Radio mit 9 Lautsprechern, manuell verstellbare Lenksäule, elektrische Außenspiegel (beheizt und automatisch abblendent), Diebstahlwarnanlage, Klimaanlage, Pollenfilter und 20 Zoll-Alufelgen. Da bleibt eigentlich kaum ein Wunsch über – lediglich Parkpiepser vorne wären aus meiner Sicht noch wünschenswert.

An die oben genannte Plastikwüste habe ich mich nach dem dritten Einsteigen gewöhnt. Ich empfinde sie nicht mehr als ungewöhnlich, sondern kann ihr sogar etwas abgewinnen. Einmal erwische ich mich dabei, wie ich die in Wagenfarbe lackierte Plastiktürverkleidung streichle. Ich mag es, wenn sich so viel Lack im Innenraum wieder findet.  Zudem sind die oberen Kanten der Verkleidung illuminiert, was voll und ganz meinen Geschmack trifft.

Die Ausstattungsfeatures von denen man erwartet, dass sie funktionieren, funktionieren. Heckscheibenheizung und auch die beheizten Spiegel sogar sehr gut und schnell. Das HUD-Display finde ich genial und vermisse es jetzt in meinem Alltagsfahrzeug. Die Geschwindigkeit auf der Autobahn stets im Auge zu haben, ist extrem angenehm – im Chevy besonders, weil sich die Instrumente tagsüber nicht wirklich toll ablesen lassen. Das HUD-Display rockt! Die Funktionstasten auf dem Lenkrad sind sinnvoll angeordnet und lassen sich auch gut bedienen. Bei der geballten Motorleistung würde man sich vielleicht noch die Funktion eines Geschwindigkeitsbegrenzers wünschen. Die Zusatzinstrumente in der Mittelkonsole sollen wohl die Sportlichkeit des Autos unterstützen. Hier wäre nach deutschem Geschmack weniger vielleicht mehr gewesen. Das Testfahrzeug hatte 15.000 km auf der Uhr. Ich behaupte mal, dass 15.000 km in einem Pressetestfahrzeug einer Belastung von etwa 30.000 km bei normaler Nutzung entsprechen. Nichts wirkte abgenutzt und vor allem – weil hier ja durchaus Vorurteile gegenüber amerikanischen Autos vorherrschen – nichts klapperte.

Das Infotainment-Paket ist von Boston Acoustics® und besteht aus einem RDS CD-Radio mit MP3-CD-Abspielmöglichkeit und 9 verbauten Lautsprechern. Der Austausch des Radios durch ein anderes Gerät ist nicht ohne weiteres möglich. Für audiophil-anspruchsvolle Musikliebhaber stellt die Anlage nicht wirklich die Speerspitze des technisch Machbaren dar. Ordentlich abgemischte Musik gibt das System gut wieder, matschige Tonaufnahmen machen hingegen keinen Spaß. Rock und HipHop funktionieren hervorragend. Die Maximal-Lautstärke ist ausreichend und übertönt zu jeder Zeit auch den Motor.

Die Anbindung des iPhones als Telefon zur Nutzung der Freisprechfunktion per Bluetooth erfolgt schnell, zuverlässig und unspektakulär. Man wird verstanden, die Wiedergabe meines Telefonpartners fand ich einen Hauch zu dumpf. Die Einbindung des iPhones als Musikquelle kann auf zwei Arten erfolgen: Entweder ebenfalls per Bluetooth – hier muss im iPhone ein zweites Gerät erkannt und genutzt werden. Oder aber per USB-Anschluss der sich im Fach unterhalb der Armlehne befindet (Strom reicht nicht aus, um ein iPad zu laden, ein iPhone selbstverständlich schon). Bei der kabelgebundenen Nutzung hat man den Vorteil, dass die Namen von Interpreten und Musikstück auch im Display (sogar beim ersten Anspielen verkürzt im HUD-Dispaly) angezeigt werden. Die Steuerung des iPhones über das Radio ist selbsterklärend und einfach. Wer nicht gerade stundenlang die Playlisten studieren will, erledigt das locker bei der Fahrt. Mir würde die verbaute Anlage vollkommen ausreichen. Ein Navigationssystem ist nicht vorgesehen. Es befinden sich aber zwei Stromquellen im Innenraum, die Vordere am Anfang der Mittelkonsole spendet dem iPhone an der Fronscheibe Strom und die Hintere im Fach unter der Armlehne kann der Beifahrer sein Telefon noch USB aufladen.

Fahrvergnügen und Außenwirkung

Wann schreibt der Kerl denn endlich etwas über den Motor? Jetzt. Aus 6.132 Liter (!!!) Hubraum schöpft der Chevrolet Camaro 405 PS (der Selbstschalter hat 432 PS). Bei jedem beherzten Druck aufs Gaspedal wird man dabei in die Sitze gepresst. Selbst bei 120 km/h. Bei 259 km/h meldet das HUD, dass jetzt abgeregelt wird (laut Navi sind das dann 250 Navi-km/h). Ohne, dass ich jetzt tägich hochmotorisierte Autos fahre, finde ich die Beschleunigung bemerkenswert. In Zahlen ausgedrückt beschleunigt der Camaro laut Herstellerangabe in 5.4 (Schalter 5.2) Sekunden von 0 auf 100 km/h. Gefühlt macht er das deutlich schneller. Umso angenehmer finde ich das HUD. Gerade in der Stadt beschleunigt man ungewollt schnell mal auf 80 km/h, das Display zeigt das gesetzliche Fehlverhalten deutlich.

Auf der Autobahn liegt der Camaro wie ein Brett. Ab 230 km/h empfinde ich die Geschwindigkeit als anstregend. Auf der Landstrasse habe ich keine Probleme – auch wenn ich den Camaro nicht in irgendwelche Grenzregionen bringe. Aus der Sicht eines „normalen“ Autofahrers eben, der sich ein sportliches Auto wünscht fährt sich der Camaro unspektakulär einfach. Den Weg über die holperige Landstrasse würde ich allerdings meiden – wie wohl auch jeder andere der mit einem hart eingestellten Sportfahrwerk unterwegs ist.

Die Automatik schaltet in der Regel irgendwo zwischen 2000 und 3000 Umdrehungen. Je nachdem wie fest und lange man das Gaspedal in Richtung Bodenblech drückt, schaltet das System zurück. Das klappt sehr ordentlich. Lediglich oberhalb der 200 km/h habe ich da ein-zwei Mal eine Unstimmigkeit gespürt. Für den noch sportlicheren Fahrer gibt es den manuellen Modus, bei dem der Motor bis in den roten Bereich dreht oder eben bis man die Schaltwippe betätigt. Unnötig festzuhalten, dass diese Form der Fahrweise den Verbrauch auch proportional ansteigen lässt.

Die Außenwirkung des Chevrolet Camaros ist interessant. Ich hatte das Gefühl, dass die Leute sich eher verstohlen umsehen, wenn sie sich aber unbeobachtet fühlen, dem Wagen freundlich interessiert hinterher gucken. Im direkten Gespräch war fast immer die zweite Frage „Was verbraucht der denn?“. Bei einem Teil der anderen Verkehrsteilnehmer löst der Camaro wohl einen kurzzeitigen Testosteron-Ausstoß aus. Als wir auf dem Supermarkt-Parkplatz Fotos schossen, fuhr jeder zweite Pilot – ob Micra oder E-Klasse – sehr sportlich an uns vorbei. Auf der Autobahn überholte mich ein Porsche in einer 100 km/h Zone sehr langsam, und liess es sich nicht nehmen, ein paar Mal den Motor aufheulen zu lassen.

Gestern, als ich den Wagen wieder zurück brachte, hatte ich einen ganz anderen Effekt auf der Autobahn. Das Überholprestige ist enorm. Die Leute machten sofort Platz, wenn ich von hinten kam. Camaro-Fahrer müssen niemals dicht auffahren, da ist immer Platz. Noch viel schöner aber – niemand drängelt von hinten. Ich bin einen Großteil der Strecke mit 130 km/h gecruise’t. Wenn ein Überholmanöver mal ein wenig länger dauerte, weil die zu überholende Fahrzeugschlange etwas länger war, hielt alles, was da von hinten kam, ganz gebührend Abstand. Was für ein entspanntes Fahren.

Der Camaro lädt durchaus zum Cruisen ein. Mit 55 km/h durch die nächtliche Stadt, dabei den Soundtrack von Fast-n-Furious in nahezu voller Lautstärke aus der Anlage dröhnend- unbezahlbar. Aber der Camaro verleitet auch – zumindest mich – immer mal wieder „die Sau rauszulassen“, an der Ampel das Gas mal eben etwas mehr durchzudrücken. Nicht um mit quietschenden Reifen anzufahren, sondern nur, damit man in die Sitze gepresst wird und der V8 sich lautstark meldet. Das macht einfach richtig Spaß. Und wenn ich „richtig Spaß“ schreibe, dann meine ich das genauso. Der Chevrolet Camaro macht schlicht und einfach eine Menge Spaß!

Dazu vielleicht ein kleine Geschichte am Rande. Eine zweispurige Straße irgendwo in Bielefeld. Die Ampel wird rot, man ordnet sich brav auf der freien rechten Spur ein. Wenig später rollt ein SL auf die linke Spur. Der kurze Seitenblick wird von dem SL-Fahrer mit einem belustigten Grinsen quittiert. Die Ampel springt auf Grün, der Fuss auf das Gaspedal. Während der Schall das Geräusch von sich am Asphalt reibenden Gummi neben dem SL formt, ist der Camaro schon über die Kreuzung geschossen. Meine Frau bremst den Camaro etwas ab, schaut zu mir auf den Beifahrersitz und grinst über das ganze Gesicht. Das macht Spaß. Von wegen Männerauto …

Kosten

Was den Fahrspßs trübt, ist der Durst des Camaros. Innerorts gibt Chevrolet den Verrauch mit 18.9 l/100 km an. Außerorst sollen es 9.7 Liter sein, kombiniert 13.1 Liter. Ich habe hier auf 150 km Stadt- und Landfahrt einen Verbrauch von 20 Litern gehabt. Ich gestehe aber, dass dies nicht als exemplarisch zu sehen ist, weil ich – aufgrund der knappen Zeit – doch öfter mal Gas gegeben habe, wo ich nicht musste. Bei den 300 km in den Süden auf der Autobahn hatte ich einen Verbrauch von 14 l/100 km. Das war eine Mischung zwischen 120 km/k und einigen Vollgasstrecken (zwischen 200 und 259 km/h). Ich behaupte aber, dass ich den Camaro im Alltag bei 12 Litern bewegen kann. Mein Ford S-Max nimmt etwas über 11 Liter – da ist der Unterschied nicht mehr so gross wie 6.1 Liter Hubraum und über 400 PS denken lassen. Getankt wird im Idealfall übrigens SuperPlus.

Ich würde den Verbrauch aber nicht überbewerten. Der Camaro ist kein Familienkombi sondern eindeutig ein Spaßauto. Ein Spaßauto, was man auch alltäglich fahren kann. Und wenn es einen dann packt, muss man sich eben klarmachen, dass das Hobby jetzt gerade Geld kostet. Zudem sollte man auch immer mal an die Reifen denken. Auf der Hinterachse sind 275/40ZR20 montiert, die kosten – eben gerade bei einem beliebigen Anbieter geguckt – mal eben locker 750 Euro das Stück Paar. Die vorderen Gummis, deren Wechsel wohl weniger oft erfolgen muss, in der Dimension 245/45ZR20 liegen bei 200 Euro das Stück.

Vater Staat will 512 Euro jährlich vom Camaro-Inhaber sehen. Versicherung für mich bei jeweils 100% SF und Vollkasko kostet pro Jahr um die 2.100 Euro (Jeder weiss, dass dies nur ein völlig pauschaler Richtwert ist und man sich das individuell selbst berechnen lassen muss).

Betrachtet man den Kaufpreis, so kann man wohl kaum preiswerter einen V8 Big Block fahren. Dass die Unterhaltskosten für so ein Auto nicht auf Opel Corsa-Niveau liegen, wird wohl auch jedem klar sein. Wer nach einem besonderen Auto sucht und nicht oder nur bedingt auf eine Familie Rücksicht nehmen muss, bekommt mit dem Chevrolet Camaro ein verdammt spaßiges und interessantes Auto. Mich würde durchaus noch das Cabrio interessieren. Der Aufpreis gegenüber dem Coupé liegt bei 5.000 Euro.

Mein Fazit

72 Stunden war der Schlüssel des Chevrolet Camaros in meinem Besitz. Nicht wirklich genug Zeit für einen ausgiebigen Test. Nicht mal wirklich genug Zeit für ordentliche Bilder oder gar ein Video. Wohl aber genug Zeit, um meine erste Frage zu beantworten: Bringt Dich der Wagen zum Grinsen? Ja! Wer sich für den Camaro entscheidet, bekommt meines Erachtens ein extravagentes, sportliches Auto, was er/sie auch im Alltag fahren kann. Die laufenden Kosten bewegen sich eben auf Sportwagen-Niveau. Für den Kaufpreis gibt es nicht viele gleichgeartete Alternativen.

Ich hatte in dem Chevrolet Camaro mit seinem V8 auf jeden Fall eine Menge Spaß.