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TCE12: 1980 Nissan 280ZX Targa

Als ich ein Jahr als Austauschschüler in den Staaten gelebt habe, waren da drei MitschülerInnen, die sich vom amerikanischen Mainstream deutlich abgehoben haben. Die eine fuhr einen neuen Mercedes-Benz SLC, ein anderer einen Saab 900 und ein dritter einen Nissan 280ZX. Ich mochte Kenny nicht wirklich. Aber Kelly seine Schwester war eine Süsse. Ein Teufelskreis. Ich habe mich dann so arrangiert, dass ich Kenny einfach für seinen Auto-Geschmack respektiert habe. Teenager eben. Mitgefahren bin ich leider nicht. Was ich bis heute ein wenig bereue.

Als ich durch die Hallen der Techno Classica in Essen 2012 geschlendert bin, stand er dann plötzlich wieder vor mir. Der Nissan 280ZX. In der gleichen Farbe. Gold ( aka Braun-Beige metallic). Kenny? Nein. Stattdessen der freundliche Eigner als einsamer Streiter stellvertretend für den Z&ZX-Club Deutschland.

Der Nissan 280ZX wurde von 1979 bis 1983 gebaut. Das T steht Targa, das X für Luxus. Das Z ist das Erbe vom Vorgänger Datsun 240Z (bzw. 280Z, den es aber nur in Amerika zu kaufen gab), mit dem Datsun/Nissan seinen Erfolg von 500.000 abgesetzten Modellen in der 14jähren Modellgeschichte startete. Entwickelt wurde der ZX übrigens von einem Amerikaner.

Der Zx280 schöpft in der europäischen Version 140 PS und später 150 PS aus seinem 2,8-Liter-Sechs-Zylinder-Motor und sorgte in den 80igern schon eine Höchstgeschwündigkeit jenseits der 200 km/h. Besitzer eines ZXT erreich(t)en mit Ihrem Nissan sagenhafte 230 km/h, die Turbo-Version hatte 200 PS. Lediglich bei der Beschleunigung sind vergleichbare Neuwagen schneller, fast 10 Sekunden von Null auf 100 km/h sind heute kein besonders imposanter Beschleunigungswert. Bei dem in Essen ausgestellten Fahrzeug handelt es sich um eine kleine Rarität, denn von dem 2+2 Sitzer wurden insgesamt nur 585 Stück gebaut – der ‘normale’ 280ZX hatte nur Platz für 2 Personen.

Targa-Dächer waren ja in den 80iger durchaus hipp. Heute mag man darüber lächeln, wohl aber nur, weil ich Quälität der Cabrioverdecke über die Jahre perfektioniert werden konnte. In unseren Familie gab es ein paar Jahre einen Nissan NX100 mit dem Nissan wohl dem kleinen Mann durch das Targa-Dach die Nähe zum alten Z implizieren wollte. Den Wagen fand ich damls nicht so überzeugend, das Targa-Dach war prima.

Anfang des neuen Jahrtausends hat Nissan mit dem Nissan 350Z seine sportlichen Z-Linie wieder aufleben lassen. Die neue Formgebung finde ich wundervoll gelungen. Die alten Linien wurde ansatzweise aufgegriffen und daraus dann einen schönen Sportwagen gezeichnet. Statt Targa-Dach gibt es jetzt aber einen Roadster. Seit Mitte 2009 gibt es den Nachfolger, den Nissan 370Z, den ich auch im letzten Jahr schon gefahren bin und im Sommer wohl auch nochmal detailliert in Form eines Probefahrtberichts vorstellen kann.