Probefahrten
Kommentare 2

Probefahrt: 2011 Opel Corsa 1.4

Vor ein paar Wochen mussten wir einen Leihwagen in Anspruch nehmen und ich bin dann 4 Tage mit einem schwarzen Opel Corsa 1.4 zur Arbeit und zurück gefahren. Mittlerweile ich bin den neuen Mercedes-Benz SL in Spanien und den Chevrolet Camaro V8 gefahren. Da sind meine Erinnerungen an den Corsa ein ganz bisschen verblasst. Ich muss mich auch für die Bilder entschuldigen, aber der Autoverleiher hatte den Wagen definitiv nur durch eine Waschanlage gejagt, so dass hier und da der übliche Schmutz hängengeblieben ist. Zudem war meine Zeit auch noch arg beschränkt. Einen Wagen auf einen Feldweg zu stellen entspricht sonst nicht meinen Vorstellungen von interessanten Autobildern. Doch zurück zu dem Corsa.

Platzangebot und Familienfreundlichkeit

Man kann in dem Corsa mit vier Leuten sitzen. Zur Not wohl auch zu fünft, allerdings wird das dann schon unangenehm eng. Befinden sich hinten zwei Kindersitze, passt dazwischen vielleicht gerade noch ein Magermodel, aber selbst die hat dann kaum Platz. Zwei Erwachsene, zwei Kinder – das passt aber gut. Der Kofferraum ist nicht gerade üppig – unser Wocheneinkauf würde da nicht reinpassen, aber zwei Wasserkisten kann man wohl schon bequem transportieren.

Das Platzgefühl auf den vorderen Plätzen finde ich richtig nett. Der Opel Corsa wirkt vorne wirklich wie ein Grosser.

Ausstattung

Ich bin beeindruckt, was heuer so in einem Kleinwagen verbaut wird, bzw. hinzu bestellt werden kann. Eine Lenkradheizung in einem Opel Corsa. Faszinierend. Allerdings meine ich, dass nur die Zonen, an denen die Hände sich am Lenkrad bei der Geradeausfahrt befinden sollen, beheizt werden. Kann man heute noch Autos ohne elektrische Fensterheber bestellen? Keine Ahnung. Vorne hatte der Corsa welche, hinten nicht. Das fand ich etwas nervig, weil der Nachwuchs hinten dann ohne mein Eingreifen die Fenster herunterkurbeln konnte. Mein Sohn fand das hingegen famos und freute sich umso mehr, dass sich die Fenster hinten ganz in den Türen versenken lassen.

Das Radio war ok, es kam Musik aus den Boxen – auch bei höherer Lautstärke war die nicht verzerrt, aber ich habe mich da mittlerweile doch an einen etwas anderen Standard gewöhnt. Irgendwelche Assistenten gab es nicht. Reicht ja auch. Die Heizung war ordentlich, die Sitzheizung einfach, aber zufriedenstellend. Das Stuhlwerk zumindest für die kurzen Strecken ordentlich. Zur Klimaanlage kann ich nichts sagen, die hatte ich nicht in Betrieb.

Beim ersten Einsteigen hat mich die Farbe des Armaturenbrettes fast umgehauen. Wahnsinn. Jung und frisch nett man das wohl. Ich gestehe aber, dass mich diese Farbwahl irgendwie fasziniert hat und ich beim Abgeben des Wagen noch gemerkt habe, dass mich die Farbe überhaupt nicht mehr gestört hat. Ich fand sie irgendwie witzig.

Motorisierung und Fahrverhalten

Sicherlich ist der Opel Corsa mit dem 1.4 mit seinen 85 PS Maschine kein Rennwagen, andererseits ist er aber auch alles andere als schwach motorisiert. Die Übersetzung des Getriebes ist jedenfalls so angelegt, dass man in der Stadt sehr flott unterwegs sein kann. Bei 2500 U/min läuft der Wagen auch recht ruhig und man kann entspannt fahren. Im 5. Gang heisst dies dann, man fährt 80 km/h. Ab 3.000 U/min wird es doch dann zunehmend laut im Innenraum und ich habe in den paar Tagen mehrfach versucht in den nicht existenten 6. Gang zu schalten. Wer dauerhaft schneller als 100 km/h fahren will, muss sich mit einem erhöhten Lärmpegel anfreunden. Andererseits ist die junge Zielgruppe vermutlich auch noch nicht so lärmempfindlich. Die möglichen 173 km/h habe ich zu keinem Punkt erreicht, ich war ja nur in der Stadt und auf der Landstrasse unterwegs.

Was aber die Beschleunigung und das Mitschwimmen im Stadt und Landstrassenverkehr angeht, so kann man mit dem Opel Corsa nicht nur bequem mitschwimmen, sondern hat durchaus auch noch etwas Leistungsreserve. Zum Fahrwerk kann ich nichts abfälliges sagen, ich fand es unauffällig und das ist ja durchaus positiv. Selbst auf dem holperigen Stück Landstrasse, das ich jeden Morgen fahre, bin ich nicht wirklich durchgeschüttelt worden.

Randnotizen

Ein paar Meter vor der Europcar-Filiale habe ich noch schnell getankt. Da ist mir fast die Kinnlade heruntergefallen. Ich bin insgesamt 162 Kilometer mit dem Opel Corsa gefahren und in den Tank liefen ungebremst über 18 Liter nach, bevor sich die Zapfpistole ausschaltete. Ich will mal nicht glauben, dass der Opel Corsa 1.4 wirklich über 10 Liter auf 100 km verbraucht hat, sondern dass ich den Wagen nicht wirklich vollgetankt bekommen habe. Laut Herstellerangaben soll der Verbrauch bei 5.7 Litern auf 100 km liegen.

Mein Fazit
Der Opel Corsa ist ein erstaunlich geräumiger City. Ein prima Zweitwagen oder auch ein klasse Auto zum Einsteigen, ja selbst für Berufspendler, die nicht zu weit fahren ein interessantes Fahrzeug.