Probefahrten
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Nach Frankreich im neuen 2012 Mercedes-Benz GLK (X204)

Ich gebe es offen zu: Als ich die Einladung von Mercedes-Benz zur Fahrvorstellung G-Klasse, GLK in La Clusaz bekommen habe, war ich so aus dem Häuschen, dass ich das „GLK“ überlesen habe. Die G-Klasse begleitet mich nun schon seit meinem 8. Lebensjahr und ich mag diesen Geländewagen einfach sehr. Der Mercedes-Benz GLK hingegen ist zwar ein Mercedes, aber dann auch ein SUV und ich kann nun mal mit dieser Fahrzeug-Gattung wenig anfangen, da macht der Stern auch nicht den Unterschied.

So bin ich während der Fahrveranstaltung so viel wie nur möglich mit der G-Klasse gefahren und habe den neuen GLK eigentlich nur als Shuttle vom Flughafen zum Event und wieder zurück genutzt. Im Nachhinein etwas schade, denn das Facelift des GLK kommt auch mit einigen Innovationen daher, die eigentlich ein genaueres Hinsehen erfordert haben.

Zunächst aber kurz mein Fahreindruck. Der neue 2012 Mercedes-Benz GLK ist ein Mercedes durch und durch. Ich mag es, wie Mercedes-Benz mittlerweile die neue Interieur-Linie durch alle Reihen hindurch einziehen lässt. Steigt man nun in eine neue B-Klasse, den neuen SL oder auch die facegeliftete G-Klasse – man fühlt sich sofort zu Hause und findet alle Bedienungselemente an den gleichen Stellen. Das ist sehr angenehm – auch wenn es den Entdeckergeist ein wenig bremst. Einsteigen, wohlfühlen, losfahren. Und der GLK fährt sich einfach gut. Und auch sehr agil.

Auf dem Hinweg habe ich mir einen roten Mercedes-Benz GLK 250 BlueTec 4Matic (204 PS, Grundpreis 46.142 EUR) mit einem französischen Blogger-Kollegen geteilt. Am Anfang einer Strasse, die uns im weiteren Verlauf über einen Pass geführt hat, haben wir eine Pause eingelegt, um zu Rauchen. Kaum hatten wir den ersten Zug genommen, passierte uns eine Gruppe von etwa 10 Motorrad-Fahrern. Nachdem wir aufgeraucht hatten und wieder im Auto sassen meinte ich zu dem Kollegen „1 Euro, wenn Du es schaffst, die Motorradfahrer einzuholen“. In den folgenden 10 Minuten konnte ich vom Beifahrersitz aus verfolgen, wie flink wie der neue X204 durch Serpentinen schubsen lässt. Dann hatten wir die Gruppe eigeholt. Von Behäbigkeit eines SUVs keine Spur.

Auf dem Pass selbst lag noch Schnee an den Seiten und aus dem Regenschauer wurde 1..2..3 Hagel in Kichererbsengrösse. Der Kollege – noch gefangen im Rausch der Geschwindigkeit – musste dann am Lenkrad erfahren, wie schnell sich eine nass aussehende Bergstrasse in eine Eispiste verwandeln kann. Um die erste Kurve sind wir noch unbeschadet gekommen, nach der Kurve sahen wir dann eine Kuhherde auf uns zukommen. Ich kann als bestätigen, dass das ABS des GLK wirkungsvoll funktioniert und Kühe gegenüber heranschlitternden SUVs sehr gelassen reagieren. Niemand ist zu Schaden gekommen. Und ja, in einem GLK lässt es sich recht entspannt auf eine Kuhherde zurutschen.

Auf dem Rückweg bin ich dann einen weißen Mercedes-Benz GLK 220 CDI 4MATIC BlueEfficency (170 PS, Grundpreis 44.149 EUR) gefahren, der erfrischender Weise mal nicht ganz voll ausgestattet war. Die „normale“ Bodenbestückung, so kann ich melden, ist schon ganz ordentlich, die Harmann/Kardon-Kombi erzeugt aber wesentlich mehr Freude am Hören. Der Diesel und die 7G-Trnic Plus haben schön miteinander harmoniert, ein angenehmes Gespann für die lange Urlaubsfahrt. Die Serpentinen auf der Rückfahrt und die kurvige Strasse an der Felskante bin ich zügig gefahren und habe mich über die angenehme Strassenlage des GLK gefreut. Hohe Sitzposition und dennoch sportlich fahren schliesst sich nicht aus.

SUVs sind wirklich nicht mein Ding. Der GLK auch nicht. Aber es ist ein solider Mercedes-Benz, mit dem der SUV-Freund bestimmt nichts falsch macht. Wenn ich mich jedoch für einen GLK entscheiden würde, dann würde ich auf jeden Fall die etwas bissigere AMG Front wählen. Mit dem AMG Sport-Paket Exterieur (knapp 2500 EUR) bekommt das grinsendene Gesicht des GLK einen deutlich bissigeren Ausdruck, der mir besser gefällt.