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Meine Liebe: 2012 Mercedes-Benz G Professional Pur (W463)

Als ich noch ganz jung war, fand ich Meg Ryan einfach toll. Ich war schon alt genug, um mich nicht mehr in den Star zu verlieben, aber eben noch jung genug um heftig zu schwärmen. Und ich habe seitdem immer wieder gerne Filme mit Meg Ryan gesehen. 1986 hat Meg Ryan bei Top Gun mitgespielt (ich fand Iceman übrigens immer cooler als Tom Cruise), da muss das angefangen haben.

Sechs Jahre bevor ich pupertierender Weise für Meg Ryan geschwärmt habe, also 1979, war ich in dem zarten Alter, dass ich mich angefangen habe ernsthaft für Autos zu interessieren. Ich erinnere mich noch dunkel an das Raunen, was ich hörte. Mercedes-Benz hat einen Geländewagen auf den Markt gebracht. Für mich war es Liebe auf den ersten Blick. Kantig war sie, die Mercedes-Benz G-Klasse. Eckig. Robust. Und doch unverkennbar ein Mercedes-Benz. Seither schwärme ich für den G-eländewagen.

Am Wochenende bin ich ihn dann endlich gefahren. Die G-Klasse in ihrer reinsten Form. Kein Schnick-Schnack. Kein tutti. Kein irgendwas. Ein Geländewagen. Ein Arbeitsgerät. Immer noch eckig. Immer noch kantig. Immer noch ein Mercedes-Benz durch und durch. Meg Ryan bestreitet ja, jemals geliftet worden zu sein, die G-Klasse steht dazu, und das neuste Facelift steht der G-Klasse auch gut. Vor allem weil es wieder behutsam durchgeführt wurde. Der G-Professional ist vom letzten Facelift nicht betroffen. Er ist eben ein robustes Arbeitsgerät. Und verfügt nicht über die neuesten Features im Innenraum. Wer den G Professional fährt braucht kein Navigationssystem, sondern einen Kompass. Und der reicht dann auch!

In den G-Professional steigt man nicht ein. Man klettert auf den Arbeitsplatz. Der Innenraum versprüht den gleichen Charme wie die Außenhülle. Robust. Eckig. Ich sitze in einem Geländewagen. Und kurbel das Fenster herunter. Elektrische Fensterheber? Nein. Wozu auch. Der Schlamm, in dem ich eben noch stand, bröckelt nun langsam ab und sammelt sich auf den schwarzen Gummimatten. Sowas ist mir in den Testfahrzeugen immer ein wenig peinlich. Im Mercedes-Benz G Professional habe ich das Gefühl, dass es genau so sein muss.

Mein französischer Blogger-Kollege, mit dem ich mir den G teile steht noch auf er Motorhaube. Die ist begehbar und hilft so beim einfachen Beladen des riesigen Dachgepäckträgers. Wer den 885 Liter fassenden Kofferraum, der mit einem robusten Drahtgitter abgeteilt ist, ausgiebig gefüllt hat, kann noch Massen auf dem Dach unterbringen. Mit bis zu 200 kg kann man das Dach beladen, somit es auch locker mit zwei Personen als Schlafplatz nutzen. Wer noch mehr Material bewegen will, muss auf einen Anhänger zurückgreifen. Ungebremst darf der G Professional 750 kg hinter sich herziehen, verfügt der Anhänger über eine eigene Bremsanlage dürfen es gleich 3.5 Tonnen sein.

Der Dachgepäckträger gehört zum „Pur“-Ausstattungspaket, welches für 10.115 EUR zugekauft werden kann und den G Professional noch zusätzlich mit schwarzer Lederbestühlung, Sitzheizung auf den vorderen Plätzen, einer Metallic-Lackierung, einer Kugelkopf-AHK, begehbarer Motorhaube und abgedunkelten Scheiben im hinteren Bereich, 265/70 R16 All Terrain-Bereifung auf Alu-Felge, einem CD-Radio, elektrisch verstell- und beheizbaren Außenspiegel und Scheinwerferreinigungsanlage sowie seitlichen Trittbrettern einem verchromten Stern auf dem Kühlergrill und schicken Holzbohlen im Laderaum mit C-Schienen und 4 Verzurrösen sowie
6 Verzurrpunkten entlang der Radkästen veredelt.

Ich sitze also auf dem Bock. Erwecke den 3L-Diesel zu Leben, der aber unerwartet ruhig läuft und dies auch im weiteren Verlauf meiner Fahrt nicht ändert. Der G Professional wiegt etwas über 2.6 Tonnen. Der 6-Zylinder mit seinen 184 PS macht aus ihm keine Rakete. Aber mal ehrlich, wen interessieren bei dem Fahrzeug wirklich die Beschleunigungswerte. Bei einer Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h lassen sich aber auch mal längere Strecken mit einer angemessenen Reisegeschwindigkeit bequem zurücklegen. Viel interessanter ist hingegen, dass die 5-Gang-Automatik ihren Dienst perfekt erledigt und ich zu keinem Zeitpunkt merke, wann der G schaltet. Gefühlt flott nehme ich den geschotterten Weg hinauf zu unserem Offroad-Gelände-Parcours. Fährt sich wie auf der Strasse, denke ich unweigerlich. Die Servolenkung ist prima, an den Spitzen der Serpentinen habe ich so gar keine Probleme. Etwa 12 Liter soll der G Professional verbrauchen. In der Stadt sind es eher 15. Aber wer will schon mit diesem Gefährt in der Stadt im Stau stehen. Wobei das in den Sitzen auch problemlos möglich sein sollte.

Bevor wir dann ins Gelände gehen, mache ich noch ein paar Fotos von meiner neuen Liebe. Für mich ist der G Professional DAS Fotografen-Auto. Insbesondere für Fotografen, die öfter mal Autos ablichten. Die begehbare Motorhaube und der Dachgepäckträger, wie auch die Trittbretter bieten – mit entsprechender Absicherung des Fotografen – sehr nette Winkel für Car-to-Car-Shootings. Aber auch für die normalen Bilder ist es praktisch, immer eine erhöhte Plattform dabei zu haben. Im Kofferraum ist ausreichend Platz für diverse Aluboxen und selbst größere Sonnensegel kann man mal einfach aufs Dach klemmen. Und sich hinten keine Sitzbank, sondern zwei Einzelsitze befinden, zwischen denen auch noch mal ein wenig Platz ist, kann sich sogar ein Modell im Fond einigermassen komfortabel zurecht machen. Wäre ich ein professioneller Fotograf ich würde den Mercedes-Benz G-Professional mit der Pur-Ausstattung fahren.

Wer ähnlich denkt, auf den kommt ein Grund-Preis von 69.139 EUR zu. Dazu das PUR-Paket für 10.115 EUR, die Auflastung auf 3.5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht mit der man nochmal 300 kg mehr mitladen kann für 893 EUR, das Trenngitter hinter Fondsitzen 679 EUR damit nicht alles durch die Gegend fliegt beim Fahren, Zentralverriegelung 464 EUR, die manuelle Klimaanalage für 2.309 EUR – ein Hauch von Luxus muss sein, das gleiche gilt für das Standheizung (12 V, 5 kW), Frostschutzmittel und Motorblockwärmer 220V enthaltende Kältepaket, was 2559 EUR kostet. Macht etwa 86.160 EUR. Dafür braucht man sich aber auch die nächsten Jahre keine Gedanken mehr über eine Neuanschaffung machen.

In einem der nächsten Beiträge lasse ich Euch dann noch wissen, wie genial viel Spass ich mit dem Mercedes-Benz G Professional im Offroad-Parcours hatte.