Der neue Audi A3 (8V) auf Mallorca

Mein iPhone weckt mich um 4:45 Uhr am Morgen. Durch die Glasscheibe der Balkontür meines Hotelzimmers nehme ich die einsetzende Morgendämmerung über dem Meer wahr. Bei dem Gedanken wie schön das doch alles ist, holt mich Morpheus noch einmal zurück in sein Reich. Trotzdem sitze ich 45 Minuten später mit meiner Kamera in einem neuen, gletscherweissen 2012 Audi A3 2.0 TDI quattro mit 6-Gang Schaltgetriebe. Von unserem Hotel in Port de Sóller hetze ich den Audi 8V (so nennt Audi die neue Baureihe, ein V8 hingegen wird bislang noch nicht angeboten) die Serpentinen zum Puig Major, wo ich den Wagen in der Morgensonne ablichten will.

Ich habe Spass ohne Ende. Die Schaltung könnte für meinen kurzen Ausritt deutlich kürzere Schaltwege haben, im Alltag ist sie bestimmt prima, wie sie ist. Während ich ein paar Einheimische auf den wenigen Geraden überhole, erfreue ich mich an der Agilität des 150 PS-starten Diesels. Diese hatte ich beim 1.8 Liter TSFI am Vortag doch ein wenig vermisst. Als ich 90 Minuten später mit ausreichend Fotos in der Kamera wieder das Hotel erreiche, ist der Motor durchaus “warm” gefahren und meine Lippen umspielt ein zufriedenes Lächeln. Spass gehabt.

Am Vortag bin ich auf Mallorca gelandet und habe den auf den Bildern dieses Beitrages abgelichteten, misanoroten Audi A3 1.8 TSFI quattro in der “Audi sline”-Ausführung und mit der S tronic 120 km über die Küstenstrassen von Mallorca gefahren. Gefahren. Naja. Vollgas bis zur Kurve. Abbremsen, runterschalten, rein in die Kurve, Vollgas. Material schonen ist anders. Und der A3 hat sich gut geschlagen. Auch wenn der 180 PS-starke Benziner meines Erachtens sich doch nicht so agil fährt wie der 150 PS-starke TDI.

Die Presse-Konferenz endet gegen 14:30 Uhr. Um 15 Uhr sind wir endlich auf der Straße. Um 19:30 sollen wir geduscht beim Empfang im Hotel stehen. 5 Stunden Zeit. Eine halbe Stunde geht für Ankommen, Einchecken und Duschen drauf. 4.5 Stunden. 45 Minuten werden für Fotos von der Fahrzeit gestrichen, 45 Minuten für die Video-Geschichten. Bleiben 3 Stunden. Für zwei Fahrer – einen Fahrer und eine Fahrerin, um genau zu sein, denn ich teile mir den Audi A3 8V mit Lisa. Wenig Zeit um sich wirklich ausgiebig mit einem Fahrzeug auseinander zu setzen oder sich auch nur ansatzweise mit den Spielereien zu beschäftigen.

Wie zum Beispiel mit dem “drive select”-Knopf mit dem man die Einstellung des Autos von “dynamisch” über “comfort” und “effizient” zu “individuell” verstellen kann. Konnte ich nicht gross testen. Meine aber, dass es Drehknopf hier besser gewesen wäre als ein “Durchtasten” bis zum gewünschten Programm.

Das verbaute “Bang & Olufsen” Soundsystem ist der pure Knaller und meines Erachtens dem Harman/Kardon-System auf jeden Fall vorzuziehen. Das Touch-Wheel, die Neuerung zur Bedienung des MMI – wie Audi sein Entertainment-Paket nennt – ist lustig, aber nicht zwingend. Die Bedienoberfläche des MMI (also die GUI) ist mir persönlich zu verspielt, ich denke aber, dass man sich da schnell dran gewöhnen kann. Aber eben nicht in 3 Stunden.

Das Platzkonzept des zweitürigen Audi A3 8V ist meines Erachtens nicht auf Familien ausgelegt, sondern eher auf Personen ohne Kinder. Zumindest nicht meine Kinder, denn wenn ich den wirklich guten und bequemen Sitz so einstelle, dass ich perfekt sitze, wird der Nachwuchs wegen Platzmangel lauthals protestieren. Für den Ausflug zu zweit oder auch den Wocheneinkauf eines Single- zumindest aber kinderlosen Haushaltes reicht das Platzangebot aber auf jeden Fall prächtig aus. Familien werden abwarten müssen, wie das beim 5-Türer wird.

Ich persönlich mache mir jetzt nicht viel aus Alu-Felgen, das von uns gefahrene Modell hatte aber für meinen Geschmack wirklich richtig kleidsames Reifenkleid aufgezogen. Die “S tronic” von Audi ist ja von jeher über jeden Zweifel erhaben. Auf den Bergstrassen von Mallorca habe ich die Automatik aber doch weitestgehend im manuellen Modus genutzt.

Mein Fazit in Kürze: Mit dem neuen Audi A3 haben die Ingolstädter nichts falsch gemacht. Der Wagen sieht wie sein Vorgänger schick aus, die Verarbeitung und Haptik im Innenraum ist Audi-typisch auf hohem Niveau. Das Platzangebot des 3-Türers richtet sich eher nicht an Familien, beim aktuellen Motorenangebot würde ich zum sportlichen Turbodiesel raten. Wer mehr Interesse hat, kann den A3 jetzt online bei Audi für sich konfigurieren.

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