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Kurz gefahren: Honda CR-Z

Noch nie ist es mir so schwer gefallen über ein Auto zu schreiben. Ich bin den Honda CR-Z nicht besonders lange gefahren, aber lang genug auf jeden Fall, um mir ein erstes Bild zu machen. Aber das Bild, was ich mir gemacht habe zu verschriftlichen ist mir selten schwer gefallen. Was sehr mit dem Wagen zu tun hat. Der Honda CR-Z polarisiert – in meinem Kopf. Wenn ich an meine Eindrücke denke, sprechen da fast immer zwei Stimmen gleichzeitig.

Es fängt damit an, dass mir die Form des Honda CR-Z erst einmal grundsätzlich gefällt. Ich mag die Keilform, die sich ja schon – nach meinem Geschmack positiv – von der Masse der heutigen Fahrzeuge abhebt. Man öffnet die Tür und denkt sich, ah prima – sogar zwei Notsitze. Die aber dann doch keine sind. In Bycan’s Fahrbericht zum Honda CR-Z hatte ich schon gelesen, dass man auf der Rücksitzbank den Kindersitz nicht so richtig befestigt bekommt. Und das kann ich bestätigen. Den kleinen Nachwuchs nach hinten, den grossen Nachwuchs auf den Beifahrersitz war für keins der beiden Kinder eine Freude. Also eher ein Single oder aber ohne-Kinder-Fahrzeug. Dann hätte man meiner Meinung nach konsequent sein müssen und die Rücksitzbank zugunsten eines größeren Kofferraums ganz weglassen müssen.

Was die Fahrleistungen des Honda CR-Z angeht, bin ich genauso unentschlossen. Man hat die Wahl zwischen den drei Fahrmodi “Eco”,”Normal” und “Sport”. Bei Eco gibt der Honda im Cockpit genau vor, wann man wieder schalten sollte. Selbst schalten, sollte ich hier schreiben, denn der Honda CR-Z ist nicht mit einem Automatikgetriebe verfügbar. Hält man sich nun stoisch die Empfehlung aus dem Armaturenbrett so kann man in der Stadt beim Losfahren innerhalb kürzester Zeit gleich 6 Man manuell schalten. Eben alle 10 km/h. So rechte Freude kommt da nicht auf und ein automatisches Getriebe hätte ich doch deutlich vorgezogen. Noch voll und ganz eingenommen von dieser drehzahlbegrenzten Fahrweise war ich dann vom Sportmodus sehr enttäuscht. Mein Fehler. Der Honda CR-Z macht im Sportprogramm nämlich eine Menge Spass. Allerdings muss man den Motor dann schön am Drehen halten. Hohe Drehzahl, hoher Fahrspass heisst das dann. Jens schreibt in einem seiner Fahrberichte zum Honda CR-Z folgerichtig: “Der Honda CR-Z ist kein Sparmobil, es ist ein Spaßmobil” Denn wenn man den Motor ordentlich drehen will, möchte der vor allem eins: Sprit!

Wie Jens hatte ich mit dem Honda CR-Z am meisten Spass auf der Landstrasse. Auf der Autobahn kann man zwar schön mitschwimmen, aber bei Geschwindigkeiten oberhalb der 150 km/h wird der CR-Z entweder sehr laut – drehzahlbedingt – oder recht behäbig – ohne Drehzahl. Auf der Landstrasse hingegen macht der Honda CR-Z einen herrlich agilen Eindruck.

Beim Entertainment geht Honda auch einen eigenwilligen Weg. So ist beispielsweise die Freisprechanlage Bestandteil des Fahrzeugs und nicht des “Radios”. Die Kopplung von meinem iPhone ging sprachgesteuert sehr fix von Statten, allerdings erst nachdem ich die Bedienungsanleitung gelesen hatte. Dies heisst aber auch, dass man die Bluetooth-Schnittstelle nicht dazu nutzen kann, Musik zum Radio zu streamen. Schade. Das verbaute Navi ist gut abzulesen und per Touchscreen auch einfach zu bedienen. Allerdings dauerte die Neustreckenberechnung nachdem man die vorgegebene Route verlassen hat, schlicht zu lange.

Im Großen und Ganzen würde ich mir von Honda wünschen, dass sie die nächste Revision des CR-Z wesentlich konsequenter ausfallen lassen. Entweder Feuer oder Wasser. Sport oder Eco. Statt dem 1.5 Liter 4-Zylinder-Motor mit 114PS, gleich eine 2.0 Litermaschine mit mehr als 200 PS, oder hübsches Downsizing – 1.2 Liter mit Automatik und Eco-only. Für den jetzigen CR-Z gibt es heute schon eine Zielgruppe. Leute, die das etwas andere Auto suchen, werden fündig. Man fällt mit dem CR-Z übrigens auch durchaus auf – auf der Strasse. Die Leute gucken! Den CR-Z sieht man eben nicht alle Tage.