Probefahrten
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Kurz gefahren: 2012 Chevrolet Volt

Der Opel Ampera (hinter dem Link findet ihr alles über den Ampera vom Rad-ab Jens) und der Chevrolet Volt sind wie zwei eineiige Zwillinge, die kurz nach ihrer Geburt getrennt wurden. Seit ich das erste Mal vom Opel Ampera gehört hatte, wollte ich den Wagen einmal fahren. Leider hat Opel sehr deutlich gemacht, dass sie für ein sehr langes Weilchen keinen Ampera stellen könnten und so war ich mehr als nur glücklich, als sich Chevrolet Deutschland bei mir gemeldet hat. Durch ein paar unglückliche Umstände meinerseits, war ich leider nur in der Lage, den Wagen 2 Tage lang zu bewegen. Nicht genug Zeit, mir ein vollständiges Bild zu machen, aber Zeit genug, um einen ersten Eindruck zu erhalten.

Und dies gleich vorab – einen guten Eindruck hat der Chevrolet Volt bei mir hinterlassen. Das fing schon beim Einsteigen ein. Der Innenraum empfängt mich mit einer strahlend weissen Mittelkonsole und auch in den Ledersitzen finden sich weisse Applikationen. Ein aufgeräumter Innenraum zum Wohlfühlen, der mit einen leichten futuristischen Touch daherkommt. Der Chevrolet Volt bietet Platz für 4 Erwachsene (auch nicht mehr als 4, denn im Fond sind zwei Einzelsitze verbaut, die sich übrigens auch einzeln umklappen lassen, um die Ladefläche zu vergrösseren) und auch der Kofferraum ist gross genug, dass jeder Mitfahrer seinen Businesstrolley mitnehmen kann. Für einen zweiwöchigen Urlaub einer 4 köpfigen Familie hingegen bietet das Gepäckteil wohl nicht genug Platz, es sei denn man schränkt sich arg ein.

Das Entertainment-Center und das dazu verbaute Bose-System machen einen akzeptablen Klang, besonders geniessen kann man dies natürlich im Elektrobetrieb, wenn keine Motorengeräusche das Hörvergnügen trüben. Alles Schalter sind gut zu bedienen, mit den sensitiven Schaltflächen in der Mittelkonsole musste ich mich erst anfreunden. Das integrierte Navigationssystem war fix und hat die Strecken sauber geführt und angesagt. Mein einziger Kritikpunkt ist die Rückfahramera. Diese macht zwar ein gutes Bild und hilft prima beim Rückwärtsfahren, allerdings sollte Chevrolet da mal ein Software-Update einspielen, denn der auf dem Display eingeblendete Fahrtweg passt so gar nicht und zudem piept das System meines Erachtens nach ständig ohne Grund.

Ich weiss auch nicht, warum die ganzen Elektro-Autos – zumindest die, die ich bislang erfahren habe – alles so ein zappeliges Cockpit haben. Nein, ich habe nichts dagegen, zu sehen, wie effizient ich gerade fahre. Alles andere interessiert mich aber nicht. Ich würde mir Rundinstrumente wünschen. Zur Not auch einfach „falsche“, die auf dem Monitor ausgegeben werden. Hier würde ich mir durchaus noch einen weiteren „skin“ wünschen, den man anwählen kann.

Der Chevrolet Volt ist ein Elektro-Auto. Und das obwohl neben dem Elektromotor noch ein Benzinaggregat verbaut ist. Letzteres dient aber nur dazu, Strom zu erzeugen, wenn die Akkus leergefahren sind. In meinen Augen ein perfektes System. Man kann seine Strecken mit Strom fahren, aber wenn man mal etwas länger unterwegs ist als geplant oder keine Elektrosäulen in der Gegend sind, dann bleibt man unabhängig. Sind die Batterien also leer gefahren, dann springt der Motor an und läuft bei konstanter niedriger Drehzahl. An Ampelstops stellt sich der Benziner meines Erachtens nach ab, so dass man nicht negativ auffällt. Bis zu 500 km Strecke soll man mit dem Volt zurücklegen können – ohne Nachzutanken.

Die Fahrleistung kann ich nicht wirklich beurteilen. Zu kurz war die gemeinsame Zeit. Soviel: Im Stadtverkehr und auf der Landstrasse merkt man nicht (das leise Fahrgeräusch mal ausgenommen), dass man in einem Stromer unterwegs ist. Der Chevrolet Volt fährt sich eben wie ein ganz normales Auto. Das Fahrwerk habe ich nicht negativ wahrgenommen, es verrichtet also seinen Job. Die Höchstgeschwindigkeit ist mit 160 km/h angegeben. Lockeres Reise ist also locker möglich. Beim Ampelstart kann man von 0 auf 100 km/h in 9 Sekunden sprinten – wenn man unbedingt will.

Ich bin mehr als angetan von dem Chevrolet Volt. Ich fahre jeden Tag etwa 15 km zur Arbeit, das könnte ich locker im Batteriebetrieb erledigen. Und bei allen anderen Strecken habe ich den Benziner als „Rage-Extender“ dabei. Prima. Die weisse Innenausstattung wäre mir zu schmutzempfindlich. Ich habe zwei Kinder …

Ich kann jedem, der über die Anschaffung eines Elektrofahrzeuges nachdenkt, nur empfehlen, den Chevrolet Volt einmal Probe zu fahren. Für mich wäre der Chevrolet Volt durchaus ein denkbares Alltagsfahrzeug. Achja, da wären auch noch diverse Preise und Awards, die der Volt bzw. der Ampera eingeheimst haben! Apropos Preis – knapp 43.000 Euro kostet der Chevrolet Volt in der Grundausstattung.

Jens hatte den Chevrolet Volt nach mir noch ein paar Tage, hier findet ihr seine Eindrücke. Zudem bloggt da auch noch ein Volt-Fahrer von seinen Erfahrungen unter voltolero.de.