Allgemein
Kommentare 11

Autoblogger ohne Führerschein …

Vernehmt meine mahnende Worte! Das Ignorieren der StVO lohnt sich wirklich nicht!

Ich bin ja mittlerweile in einem Alter, wo man nicht permanent auf dem Gas stehen muss. Das ist eigentlich ungemein praktisch. Die Gelassenheit des voranschreitenden Alters überträgt sich sehr schön auf die Fahrweise. Hing ich doch früher immer mal wieder – trotz jeder Untermotorisierung – beim Vordermann im Kofferraum, so fahre ich heute eigentlich mehr als defensiv, halte Abstand und mich auch an Geschwindigkeitsbeschränkungen. Gelobt sei der Tempomat.

Aber auch ich bin nicht frei von Fehlern. Leider. Im Juli 2009 fahre ich in einer Kolonne von 5 Autos auf der linken Spur. Wir sind alle zügig unterwegs, kein Gedrängel – nur 5 Leute, die möglichst schnell von A nach B kommen wollen. An einer Brücke kontrolliert die Polizei den Abstand – mein Abstand zum Vordermann ist nicht ausreichend – 2 Punkte. In einem Mercedes-Benz wäre mir das wohl nicht passiert, denn da nervt mich ja ein rotes Icon, wenn ich zu nah auffahre.

Im Juli 2011 bin ich auf dem Heimweg. Ich will nur noch nach Hause. Irgendwo in den Kassel Bergen übersehe ich eins dieser 120 Schilder. Nach Abzug der Toleranz stehen da immer noch 25 km/h zu viel auf der Uhr. Ratsch! 3 Punkte mehr auf dem Konto.

Im August verabschiedet sich immer wieder die Bluetooth-Freisprechanlage in meinem Ford S-Max. Ich bin genervt und telefoniere mit dem Handy in der Hand. Mehr als nur dumm. Dazu einen Punkt wert.

Im Januar 2012 bin ich auf dem Heimweg von Hamburg. Auf meiner Hausstrecke zwischen Hannover und Bielefeld, die ich eigentlich blind fahren könnte, setze ich permanent auf den Tempomaten. Nur an einer Stelle gehe ich 700m zu früh aufs Gaspedal. Das “Aufgehoben”-Schild schon fast in Sichtweite, blitzt es rot von rechts. Wieder 25 km/h zu viel. Wieder 3 Punkte. Auch der zweite schwerwiegende Geschwindigkeitsverstoss innerhalb eines Jahres. Das bedeutet dann Fahrverbot. 1 Monat.

1 Monat ist übrigens 1 Monat und nicht 4 Wochen, wie ich jetzt feststellen durfte. Man gibt den Führerschein also am 6. des ersten Monats ab und darf ihn dann am 6. des Folgemonats wieder benutzen. Wohl dem, der den kurzen Februar nutzen kann.

Richtig klasse finde ich den Brief, der Stadt Bielefeld, der mich erreicht. Man macht mich auf mein hohes Punktekonto aufmerksam – 9 Punkte! – und erläutert mir die Möglichkeit, mittels eines Aufbauseminars (ASP genannt) bei einer Fahrschule meinen Punktestand zu minimieren. Wer nicht mehr als 8 Punkte hat, kann durch diese Massnahme 4 Punkte tilgen, wer mehr als 8 Punkt auf dem Konto hat, tilgt mit dem gleichen Seminar nur 2 Punkte. Somit komme ich mir jetzt gleich 5fach blöd vor, dass ich mit dem Handy telefoniert habe. Der Punkt, der den Unterschied macht. Die Zustellung des Briefes stellt mir die Stadt in Rechnung – 21,35 Euro steht da auf der Kostennote. Dafür, dass ich einen Brief bekommen habe, den ich eigentlich nicht haben wollte. Auch eine nette Variante, um die Stadtkasse zu füllen.

Die Kosten für so ein ASP liegen zwischen 150 und 400 Euro. Enthalten sind 9 Stunden Seminar (4 Sitzungen zu je 135 Minuten). Es ist nicht mal das Geld, was mich da stört, aber 9 Zeitstunden!!! So viel Zeit habe ich doch gar nicht. Dafür dann 2 Punkte tilgen. Muss ich mir noch einmal überlegen.

Jetzt fahre ich erstmal bis zum 10. August mit dem Fahrrad. In der ersten Woche darf ich freundlicher Weise das smart ebike testen. Das darf man nämlich auch ohne Führerschein fahren. Und ich habe auch noch ein paar andere Geschichten mit denen ich die nächsten 2 Wochen überbrücken kann.

Und um den Kreis zu schliessen: Fahrt anständig. Alles andere lohnt sich nicht und ist nur nervig. Vor allem das Handy nicht bei der Fahrt ohne Freisprechanlage nutzen. Das kann der Punkt sein, der nachher Euch den letzten Nerv raubt.