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Pirelli P Zero: Mit dem Lamborghini Gallardo Superleggera auf der Rennstrecke

Ein Mal im Leben einen Lamborghini fahren. Check!

Pirelli hatte mich vor ein paar Wochen zu einem Event ins spanische Valencia eingeladen. Man wollte mit uns das 25jährige Jubiläum des Sportreifens Pirelli P Zero und die Neuvorstellung des Pirelli Cinturato P7 Blue feiern. Am ersten Tag hiess dies, diverse Autos – ausgestattet mit Pirelli Pneus auf Rennstrecke, Handling-Kurs und spanischer Landstrasse zu bewegen, im zweiten Teil durften wir als VIP-Gäste am Valencia Street Circuit den Großen Preis von Europa miterleben.

Am ersten Tag ging es also auf die Rennstrecke. Dafür hatte sich Pirelli eigens den Circuit Ricardo Tormo, eine Rennstrecke auf der u.a. der Motorrad-Weltmeisterschafts-Zirkus jährlich gastiert, angemietet. An der Rennstrecke standen neben drei Porsche 911 Carrera S und diversen McLaren MP4-12C auch ein Lamborghini Gallardo Superleggera, ein Lamborghini Gallardo Supertrofeo Stradale und ein Lamborghini Aventador für uns bereit. Ein Paradies für jeden Sportwagen-Fan.

Für uns Blogger hatte man den Lamborghini Gallardo Superleggera mit diversen GoPro-Kameras ausgerüstet, so dass wir mit diesem Boliden unsere erste Fahrt auf der Rundstrecke angehen konnten. Der Bezug zu Pirelli und dem Event: Der Lamborghini Gallardo Superleggera wird von Werk aus mit dem Pirelli P Zero Corsa ausgeliefert. Ich habe erstmal die Luft der Rennstrecke inhaliert. Bei gefühlten 35°C im Schatten. Ein Gemisch aus heissem Asphalt, sich daran reibendem Gummi und einer feinen Note verbranntem Benzin. Meine beiden Blogger-Kollegen habe ich den Vortritt gelassen, bis es auch für mich hiess – setz Deinen Helm auf und zwäng Dich in den Lambo.

Vorbei die aufgesetzte Coolness. Hallo Herzklopfen. Hallo Adrenalin! Das Einsteigen in den Gallardo ist dabei erstmal wenig spektakulär. Der Wagen hat “normale” Türen und man sitzt eben etwas tiefer. Die Sitze greifen den Fahrer. Nur so kann ich das Beschreiben. Wie ein Saugnapf an der Glasscheibe, saugt sich mein Körper in den Sitz. Der kurzen Einweisung kann ich nur bedingt folgen. Hallo! Ich sitze hier gerade zum ersten Mal in einem Lamborghini und soll gleich auf die Rennstrecke und ihr wollt wirklich, dass ich Euch aufmerksam zuhöre? Da rollt auch schon der Lamborghini Gallardo Supertrofeo Stradale heran, der mir als Pacecar dienen soll. Der Beifahrersitz bleibt frei. Ich werde also alleine fahren. Ein Walkie-Talkie gibt es auch nicht. Nur noch mich und den Superleggera.

Man winkt mir zu, ich kann losfahren. Fuss von der Bremse. Der Bolide bewegt sich kein Stück. Etwas Gas. Der Motor hinter mir brummt herzhaft auf. Na super. Ich bin zu blöd, um den Lambo in Wallung zu bringen. Die Demütigung den Fachmann noch einmal heranzuwinken bleibt mir nicht erspart. Irgendwelche Schalter werden kurz gedrückt, dann kann ich dem Supertrofeo folgen. Auch wenn ich die Rücklichter meines Pacegebers auf den kommenden 3 Runden nicht wirklich noch einmal aus der Nähe sehe.

Die erste Runde versuche ich mich mit meinem neuen fahrbaren Untersatz vertraut zu machen. Gas! Das Ding schnellt nach vorne. Bremsen! Der Wagen verzögert sofort. In die Kurve einlenken. Der Wagen klebt wie auf der Strasse. Die zweite Runde gucke ich mir dann den Kurs ein wenig an und fahre etwas forscher. Brems- und Einlenkpunkte sind mit Pylonen gekennzeichnet, das kenne ich ja schon von anderen Fahrveranstaltungen. In der dritten Runde versuche ich es – im Rahmen meiner bescheidenen Fähigkeiten – krachen zu lassen. Gas! Bremse! Gas! Bremse! Und zwischendurch ein bisschen Lenken. Bis auf ein Mal Verbremsen bin ich eigentlich ganz zufrieden mit mir. Und mit dem ersten Lächeln auf meinem Gesicht, seit ich den Wagen bestiegen habe, muss ich auch schon wieder raus und ran an die Box. Aussteigen. Ende. Aus.

Meine 5 Minuten Lamborghini.

Danach bin ich erstmal einfach nur platt.

Hat mich der Gallardo Superleggera zum Grinsen gebracht? Wenn ich ganz ehrlich bin – Nein! Ich war einfach zu angespannt. 570 PS für 1340 kg Masse. Beschleunigung von 0 auf 100 in 4 Sekunden. Von 0 auf 200 in 13 Sekunden. Grundpreis weit jenseits der 200.000 Euro-Marke. Damit dann auf die Rennstrecke. Sorry, da habe ich einfach eine Menge Respekt.

Was ich sagen kann ist, dass ich auf der Zielgeraden etwas enttäuscht von der Beschleunigung war. Ich dachte irgendwie, dass mich der Lambo da 1 2 3 auf 300 km/h katapultiert. Bei 200 km/h habe ich aber schon wieder das Gas weggenommen, weil die Kurve sich dann schon wieder näherte. Erfahrenere Piloten hatten da bestimmt ein wenig mehr Spass. Die Kopffreiheit im Lamborghini Gallardo Superleggera ist begrenzt. Mit dem Helm konnte ich nicht “normal” sitzen, musste den Kopf immer auf die eine oder andere Seite legen. Das Prinzip der Automatik und der Sportprogramme habe ich ehrlich gesagt nicht verstanden. Ich bin auch die ganzen Zeit im Automatik-Modus gefahren – zum manuellen Schalten mit den Wippen haben mir wohl noch so 20 weitere Runden gefehlt.

Habe ich Spass gehabt mit dem Lamborghini Gallardo Superleggera? Oh, verdammt JA! Die Geräuschkulisse im Auto ist klasse. Das Handling der Fahrzeugs ist fantastisch. Verdammt ja, ich hatte Spass!