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Neuwagen im Internet kaufen?

Bei bloomberg.com findet sich ein Beitrag, in dem angekündigt wird, dass ein Automobil-Hersteller in Bayern plant, künftig seine elektrischen Fahrzeuge direkt über das Internet zu verkaufen.

Ich persönlich halte das für nichts anderes als einen Versuch, das Unternehmen mal fix durch das Internet zu buzzen. Und wenn ich in einem Kommentar auf der Facebook-Seite von Blogomotive lesen muss “In vielen Autohäusern sind die Verkäufer bereits zu reinen Bestellannehmern und Rabattverhandlern verkommen. Die Kunden haben sich ihre Konfiguration zuhause schon ausgedruckt und fragen nur noch nach Nachlass und Lieferzeit. Beratung findet kaum noch statt; sei es, weil der Kunde sie gar nicht wünscht oder weil der Verkäufer sie aus verschiedenen Gründen nicht anbietet.”

Sicherlich ist die Beratungsleistung der Autohäuser zurück gegangen. Aber der entscheidende Punkt ist doch, dass man auf einer Webseite keinen Rabatt aushandeln kann. Eine Webseite kann mich – zumindest nicht bei Automobilen Produkten – durch guten Service binden. Oft hat man als Käufer zum Autohaus eine langjährige Bindung. Gerade hier liegt doch die Würze beim Autokauf. Das Verhandeln. Autokauf ist Internet im Endkundenbereich sehe ich nicht in den nächsten 10 Jahren. Und das der Verhandlungsprozess auf digitale Kanäle wie Twitter oder Facebook ausgelagert wird, kann ich mir auch nicht vorstellen. Ich will nicht ausschliessen, dass dieses Konzept sich in Amerika umsetzen lässt. Hier ist der Autokauf ja ein etwas anderes Geschäft, in Deutschland sehe ich das momentan wirklich nicht.

Ganz anders sieht es da natürlich mit den neuen Mobilitätsinitiativen der Hersteller aus, wie beispielsweise das Multicity-Konzept von Citroen.

Wie seht Ihr das?

7 Kommentare

  1. Pingback: Autoverkauf im Netz, oder: das Dilemma der Auto-Verkäufer | passion:driving

  2. Stefan sagt

    Die Vorsicht der Deutschen dürfte es wohl ausschließen, dass Verhandlungen per Twitter oder facebook geführt werden. Die großen Internet-Authändler funktionieren aber doch schon ganz ähnlich:
    – Auto konfigurieren
    – Beratung/Nachverhandeln per Mail/Telefon
    -> fertig

    Warum sollte es also den Autoherstellern nicht möglich sein, ihre Autos direkt zu verkaufen? Damit könnte die Preisschlacht sogar in die nächste Runde gehen, wenn die Hersteller auch noch als Akteur im Internethandel auftreten.

    Über kurz oder lang müssen sowieso neue Vertriebswege gesucht werden: die Generation der Berufsanfänger sind die direkten Neuwagenkäufer von morgen. Es wurde jedoch in der Vergangenheit schon oft berichtet, dass das Interesse an einem eigenen Auto ziemlich gering ist.

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