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Feeling alive: Jaguar XK 5.0 V8 Cabriolet

Wenn ich erst um halb zwei ins Bett komme, dann ist morgens um 5 Uhr die Welt noch so ganz und gar nicht in Ordnung. Eigentlich brauche ich dann dringend Kaffee – das schwarze Gold – um in Schwung zu kommen. Gestern um 5 Uhr morgens nach knappen 3 Stunden Schlaf hat mich etwas anderes in Wallung gebracht. Und schwarz war es auch! Ich empfehle bei ausbleibendem Kaffee zwingend eine Fahrt im Jaguar XK 5.0 V8 Cabriolet!

5 Uhr morgens. Am Nürburgring. Durch die Eifel. Im Jaguar XK 5.0 V8 Cabriolet. Das Leben könnte kaum besser sein. Eine halbe Stunde später setzt die Morgendämmerung ein. In machen Tälern liegen Nebelschwaden. Das Kätzchen schnurrt brav vor sich hin, während es mich duldsam durch die Kurven trägt. Ein leichter Druck aufs Gaspedal und dass Schnurren wächst Du einem Grollen an. Das Pedal ganz nach unten und die Wildkatze schnellt nach vorne, eher grollend denn fauchend. Wer braucht denn bitte Kaffee?

Ich. Irgendwo in einem kleinen Örtchen hat schon ein Bäcker geöffnet. Leider ohne Drive-in. Meinen neuen Weggefährten zu verlassen fällt mir wirklich schwer. Und das liegt nicht nur an dem edlen Ledergestühl, was nicht nur bequem ist, sondern bei Bedarf auch reichlich Seitenhalt bietet. Ich bekomme die letzte Tasse Kaffee aus der privaten Kanne der Backfrau. Meine Sinne hat der Jaguar geweckt, der Kaffee sorgt dafür, das der Rest meines Körpers wach wird.

Und ich auch realisieren kann, dass ich ein Auto bewege, dessen 5 Liter V8-Motor stramme 385 PS leistet. Im Vergleich zum Jaguar XKR, der mit seinem 510PS starken V8-Kompressor in 4.8 Sekunden von Null auf 100 km/h beschleunigt, braucht meine Katze nur 0,8 Sekunden länger. 0,8 Sekunden. Einen Augenschlag lang. Beschleunigung und Durchzug sind über jeden Zweifel erhaben. Wer mag, kann der sauber schaltenden Automatik mittels Schaltpaddles am Lenkrad die Arbeit abnehmen. Das Fahrwerk ist erstaunlich komfortabel. Wer es sportlicher mag, betätigt in der Mittelkonsole die Taste mit der Zielfahne. Dann geht es deutlich sportlicher zur Sache. In diesem Modus kann man dann auch noch die Automatik von „D“ auf „S“ für Sport stellen, so dass die Wildkatze dem Druck aufs Gaspedal noch flotter flogt.

Weiter geht es auf kleinen Landstrassen durch die erwachende Eifel. Ich könnte Stunden so weiterfahren, aber Kollege Teymur Madjderey und ich sind auf der Suche nach einer geeigneten Foto-Location.  Während der nächsten Ortsdurchfahrt öffne ich im Fahren das Verdeck – ich habe nicht die Zeit gestoppt, aber der Vorgang ist schnell abgeschlossen. Herrlich! Frisch ist es. Aber es ist herrlich die Morgenluft ungefiltert zu spüren. Hinter mir könnte ich ein Windschott hochklappen. Pfffffff. Ich will die Luft doch spüren. Bei heruntergelassenen Fenstern bekommt man reichlich, fährt man die Fenster hoch, wird es deutlich ruhiger. Als Runter mit den Fensterscheiben.

Nachdem ich Klang des Jaguar XK Cabriolets ausgiebig genossen habe, verbinde ich mein iPhone mit dem passenden Kabel im Fach unter der Armablage in der Mittelkonsole. In „meinem“ XK ist das Premium-Lautsprecher-Paket von Bowers & Wilkins verbaut. Ich bin schlichtweg begeistert. Obwohl ich schon über 1 Jahr für Bowers & Wilkins arbeite, kann ich es nun das erste Mal testen und … geniessen. Natürlich spricht man mir hier jegliche Objektivität ab, aber das System ist spitze!

Die Steuerung des Entertainment-Pakets, wie auch der Klimatisierung, erfolgt über das mittige Touch-Display. Ich bin erst etwas irritiert als ich keinen Schalter zum Aktivieren der Sitzheizung finde – hey, es ist wirklich frisch – auch diese lässt sich nur über das Display aktivieren. Die ganze Haptik – ich fahre zum ersten Mal in meinem Leben einen Jaguar – ist ungewohnt anders. Die Gangwahl der Automatik erfolgt über ein grosses Drehrad in der Mittelkonsole, welches sich nach Abstellen des Motos selbstständig versenkt. Nettes Gimmik. Nach einem kleinen Weilchen habe ich mich eingewöhnt.

Edel. Der Innenraum ist edel. Anders kann ich es nicht beschreiben. Und anders erwartet man es wohl auch nicht von einem Jaguar. Das Lederlenkrad, was nach Abstellen des Motors etwas nach oben fährt, um den Ausstieg zu erleichtern, ist griffig und bietet die nötigsten Funktionen im direkten Zugriff. Hinter mir befinden sich noch zwei Notsitze. Ich gestehe, ich habe sie bei meinem morgendlichen Ausritt nicht wirklich wahrgenommen, wohl aber kam mir später des Tages ein Jaguar XK Cabriolet entgegen, in dem tatsächlich drei Personen sassen. Auf längeren Strecken möchte ich mich dort aber nicht hineinzwängen müssen. Ist man hingegen alleine oder zu zweit unterwegs, hat man dort noch ein wenig Platz für das Gepäck, denn der Kofferraum ist nicht wirklich gross.

Gegen 8 Uhr haben wir alle Bilder im Kasten und steuern wieder unser Hotel an. Erstmal frühstücken und das Erlebte verarbeiten. Schöner kann man einen Tag wohl kaum beginnen. Am späteren Nachmittag habe ich dann noch die Möglichkeit das Jaguar XKR Cabriolet durch die Eifel zu lenken. Aber das ist eine andere Geschichte.