Kurz gefahren: 2012 Skoda Roomster 1.2 TDI Greenline

Meine Kollegen haben gewitzelt, als ich mit dem Skoda Roomster zur Arbeit gekommen bin. Ob ich degradiert worden bin. Ob man mir wegen meines Führerscheinverlustes jetzt erstmal keine schnellen Autos geben würde. Ich habe höflich gelächelt und dann gesagt, dass ich den Skoda Roomster wirklich klasse finde. Und das war weder gelogen noch übertrieben.

Der 1.2 TDI leistet gerade mal 75 PS. Und in der Tat ist der Skoda Roomster damit das kleinste-motorisierteste Fahrzeug, was ich in einer lange Weile bewegt habe. Meine Frau sagte mir auch gleich “Mir wäre der zu langsam!” Bei einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 15.5. Sekunden kann man auch kaum von einer Rakete reden. Und die Tachoskala, die bis 240 km/h ausgewiesen ist, bleibt auch zum großen Teil ungenutzt, denn bei 162 km/h erreicht der Skoda Roomster 1.2 TDI seine Höchstgeschwindigkeit. Um es in Worten auszudrücken – bevor Du auf eine vielbefahrene Bundenstrasse einbiegst, schaust Du schon zwei Mal, ob die Lücke für Dich gross genug ist.

Wenn man aber mal ehrlich ist – gerade im Stadt- und Pendlerverkehr braucht man die vielen PS ja oft gar nicht. Und wenn man sich damit arrangieren kann, dann kann man auch die beste Seite von dem kleinen Diesel wirklich würdigen – er verbraucht nicht mehr als 5 Liter Diesel auf 100 km. Und da ist die eigene Fahrweise auch ziemlich unerheblich. Der Skoda Roomster ist wirklich unglaublich genügsam.

Und dabei auch noch ein echtes Platzwunder. Ein kleiner Wagen also .. hatte ich bei der Übernahme des Wagens gedacht, rutschte auf den Fahrersitz und fand den ersten Gedanken sofort falsch. Klein wirkt er von innen so gar nicht. In der vorderen Reihe hat man schon mal prima Platz und das Raumgefühl erinnert auch so gar nicht an einen Kleinwagen. Ein Blick auf die hinteren Bänken, wo es sich die Kinder auf der Fahrt zu Freunden bequem gemacht hatten, zeigte dann auch, dass auch sie bequem und mit einem komfortablem Platzangebot ausgestattet waren. Zu guter Letzt ein Blick in den Kofferraum – und selbst hier noch einiges an Platz zum Verstauen von Gepäck. Ich meine, dass eine vierköpfige Familie locker zwei Wochen mit dem Roomster in den Urlaub fahren kann, ohne dass sich irgendwer beengt fühlen muss. Ein prima Familienauto.

Die Begeisterung bei mir fängt allerdings erst einen Hauch später an. Da wäre zum Beispiel die Möglichkeit, die Lehnen der Rücksitze ebenfalls ein wenig nach hinten neigen zu können. So können auch die Passagiere im Fond auf längeren Strecken eher mal eine bequeme Schlafposition einnehmen. Zudem kann man alle drei Einzelsitze hinten auch ein Stück nach vorne Rücken, um bei Bedarf den Kofferraum zu vergrößeren oder eben auch nur, um das Kleinkind in seinem Kindersitz ein wenig näher in Beifahrerreichweite zu haben. Das finde ich richtig klasse. Das zweigeteilte Handschuhfach finde ich auch super. Oft hat man ja nur ein grosses Fach, wo dann die Sachen immer mal durcheinander kommen. Der Roomster hat eben zwei Handschuhfächer – gut mitgedacht!

Auch sonst gibt es kaum einen Grund zu klagen. Die Klimaanlage (300 € Aufpreis) hat mich die Aussentemperaturen um 30°C locker vergessen lassen. Und die verbaute Amundsen-Anlage mit Navigationssystem und Bluetooth-Schnitstelle sowie Multifunktionslenkrad über das man auch die Sprachsteuerung auslösen konnte, fand ich prima. Wirklich. Die iPhone-Integartion hat mir sehr zugesagt. 1680 € kostet das alles zusammen – im Vergleich zu machen anderem Hersteller kann man das durchaus als Schnäppchen bezeichnen.

Zwei Kritikpunkte um mein Urteil abzurunden. Die geschwungenen Seiten an der Fahrertür zur B-Säule machen zwar aussen eine gute Figur, innen sitzend hat mich der fehlende Ausblick aber beim Fahren schon irritiert. Bestimmt eine Gewöhnungssache, aber mir ist es negativ aufgefallen. Zudem wird der Skoda Roomster 1.2 TDI beim Beschleunigen doch ziemlich laut – explizit die Motorengeräusche. Auch schlägt er dem Fahrer oft das Hochschalten vor, um dann im nächst höheren Gang untertourig dumpf zu brummen. Diese Geräuschkulisse kann man aber durch die eigene Fahrweise steuern. Rundum kann ich sagen, dass ich den Skoda wirklich gerne gefahren bin und ihn mir durchaus als Zweitwagen vorstellen kann. Meine Frau sieht das anders – die würde dann zumindest ein paar mehr PS haben wollen.

Drüben beim Jens gibt es noch mehr zu diesem Skoda Roomster 1.2 TDI Greenline zu lesen.