Oldtimer
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Well I saved my pennies and I saved my dimes – Pontiac GTO

Mittwoch mittag stehe ich wie bestellt und nicht abgeholt vor dem Hotel in San Francisco und warte auf das Shuttle, was uns ins Nappa Valley bringen soll. Die Strasse ist dreispurig und wird von hohen Gebäuden eingefasst.

Und dann ist da dieses Grollen. Was lauter wird.

Man möchte meinen, dass man in Amerika kaum einen V8 heraushört, weil unsereins ja denkt, dass die alle mächtig Hubraum in V-Form in ihren Autos nutzen. Aber die Zeiten sind vorbei. Mutter Erde dankt. Und einen alten V8 hört man sowie raus.

Und dann sehe ich ihn. Einen roten Pontiac GTO – wohl schon der Inbegriff des amerikanischen Muscle-Cars. Baujahr so Mitte 60iger, augenscheinlich in einem perfekten Zustand. Am Steuer eine sehr hipp gekleidete junge Dame, die lässig den linken Ellenbogen am Fensterrahmen abstützt. Sie lässt den Wagen langsam auf die roten Ampel zurollen. Die Ampel springt auf grün, der Motor röhrt sanft auf. Und sie brabbelt mit ihrem wunderschönen Fahrzeug um die nächsten Ecke und entwindet meinem Blick.

Zwischenzeitlich hatte ich die Kamera aus der Tasche gerissen und angesetzt. Ich wollte den Moment einfangen. Um mich hier und heute erinnern zu können. Als Freund klassischer Automobile ist man doch recht einfach zu beglücken.

Im weiteren Verlauf unserer Reise, sehe ich dann einen heruntergekommenen GTO am Strassenrand vor einer Werkstatt. Kurz denke ich, dass die nur ein ganz klarer Fingerzeig des Schicksals sein kann. Doch während ich noch über Kauf- und Verschiffungskosten sinniere, fahren wir weiter unserem Ziel entgegen.

Und ja doch, die Titelzeile ist dem Song 409 der Beach Boys entnommen, die da einen 409 Big Block von Chevrolet ein musikalisches Denkmal gesetzt haben. Ich finde es trotzdem passend.