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Paris – Köln auf dem Beifahrersitz eines Mercedes-Benz SLS AMG Roadsters

Von der Motorshow in Paris zurück nach Hause – wobei nur zurück nach Köln, wo mein Auto am Flughafen stand, bin ich bei Teymur mitgefahren. Der war mit einem Kollegen von Engadget von Köln nach Paris gefahren und hatte so auf dem Rückweg einen Platz frei. Ich habe nicht wirklich lange überlegt, ob ich nun mit dem Flugzeug oder einem Mercedes-Benz SLS Roadster nach Köln fliegen wollte. Und auch wenn ich den Wagen keinen Meter, nein ich habe nicht ein Mal auf dem Fahrersitz Platz genommen, selbst gefahren bin, möchte ich diesem kurzen Trip einen kleinen Beitrag widmen.

Zuerst einmal nörgel ich. Bei einem Fahrzeug, was in der Grundausstattung fast 200.000 Euro kostet erwarte ich ein wenig mehr Wumms von den Boxen. Ok, ich bin in letzter Zeit arg verwöhnt worden. Insbesondere bei meiner Fahrt mit dem Mercedes-Benz SL und Bang & Olufsen Soundsystem jüngst durch Kalifornien. Unser SLS Roadster hatte eben nicht das B&O-Soundsystem verbaut, was als Bang & Olufsen BeoSound AMG mit etwas über 7.000 Euro dazu gekauft werden kann.

Dann wiederum ziehe ich meine Nörgelei auch gleich wieder zurück, denn mal ganz ehrlich unter uns. Selbst wenn man nicht derjenige ist, der das Gas-Pedal tritt, die Sound-Kulisse des Zusammenspiels von Motor und Auspuffanlage ist so grandios, dass man eh nicht wirklich etwas anderes dazu hören will.

Dafür war der SLS dann aber mit der Option AMG Performance Media (3.500 Euro) ausgestattet und die verfügt neben ein paar sehr netten Spielereien (wie beispielsweise einer Anzeige, wie viel Pferdestärken man denn gerade nutzt und wieviel Kraft gerade am Motor anliegt) über einen inCar-WLAN-Hotspot. Das macht dem Beifahrer natürlich Spass, kann er sich doch die Längen auf den mit 120 km/h begrenzten, französischen Autobahnabschnitten ein wenig mit dem Surfen im Internet verkürzen.

Das Platzangebot im SLS Roadster würde ich auch als arg begrenzt bezeichnen. Zwei Fotografen mit arg beschränkter Ausstattung und ein wenig Wechselwäsche für 2 Übernachtungen. Damit war der Kofferraum gefüllt und ich hatte noch zwei Kameras im Fussraum bei mir liegen. Vielleicht kann man aber auch noch optimaler packen. Mercedes-Benz sollte meines Erachtens ein Kofferset für den Wagen anbieten, was den knappen Raum optimal nutzt. So wie Porsche das beispielsweise macht. Und sicher, der SLS Roadster ist nicht für den Familienausflug geschaffen worden, ich komm nur drauf, weil ich irgendwo mal gelesen hatte, dass der Mercedes-Benz SLS Roadster Platz für 2 Wochen und 2 Personen bietet. Das kann ich nur bestätigen, wenn man mit einem Kumpel wegfährt, die ganzen Gadgets zu Hause lässt und sich auf Funktionswäsche und Rei-in-der-Tube beschränkt.

Und sonst? Die 571 PS beeindrucken auch auf dem Beifahrersitz ungemein. Die potentiell mögliche Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 3.8 Sekunden habe ich nicht erfahren, aber man merkt natürlich, dass der SLS einen ganz klaren Auftrag hat – ab nach vorne.

Vielleicht werde ich irgendwann selbst noch mal in die glückliche Lage versetzt, einen SLS selbst zu fahren. Ich durfte mal auf einem abgesperrten Flughafen ein paar Runden im Coupé drehen. Das Coupé würde ich auch stets dem Roadster vorziehen. Ich mag nun mal die Flügeltüren. Und Offen fahren hin, offen fahren her. Zwar sitzt man im Roadster durchaus ganz gut geschützt, aber ich war ausnahmsweise mal nicht pikiert als wir das Dach geschlossen haben.

Ein Hingucker ist der Wagen auf jeden Fall. Ich kann mich nicht erinnern, so oft aus den Fahrzeugen, die wir überholt haben, angegafft worden zu sein. Und ja. Wäre ich von dem Geschoss – dazu noch in dem nicht unebdingt dezentem Rot – überholt worden, hätte ich ebenfalls gegafft.

Dürfte ich nie wieder selbst Auto fahren, dann würde ich – aus Sicht eines Beifahrers – den SL wohl den SLS vorziehen. Ich bin mir aber auch ganz sicher, dass ich diese Zeilen wahrlich ganz anders geschrieben hätte, wenn ich am Lenkrad gesessen hätte.