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Kurz gefahren: 2012 Infiniti FX30d S-Premium


Der Infiniti FX30d polarisiert beim ersten Hinsehen. Egal, wo ich stand oder vorgefahren bin – jeder hatte eine Meinung. Die einen konnten mit dem Infiniti FX30d so gar nichts abgewinnen, die anderen fanden ihn einfach nur toll. Ich persönlich kann mit SUVs ja grundsätzlich nicht so viel anfangen. Entweder echter Geländewagen oder eben eine “normales” Auto. Dennoch kann ich die Vorzüge eines solchen Fahrzeugs, gestützt durch die ersten Kilometer im Infiniti FX30d nicht nur nachvollziehen, sondern auch bekräftigen.

Zum einen sitzt man wirklich angenehm hoch über der Strasse und hat einen perfekten Überblick. Und beim Aussteigen vom Fahrersitz auf die Strasse zu rutschen ist für einen Mann meines Alters auch nicht unangenehm. Zudem fühlt man sich beim Fahren so sicher wie in einer Trutzburg. Hier tut mir keiner was. Der serienmäßige Allrad-Antrieb gibt in unseren Breiten auch im Winter eine zusätzliche Sicherheit.

Im Infiniti FX30d fällt man auch durchaus auf. Die Marke ist eben in unseren Landen noch nicht so verbreitet und bekannt wie in den USA. Dort startete Nissan 1989 mit seinem Premium-Ableger. Im Innenraum zeigt sich diese Verwandschaft sofort. Wer Nissan gefahren ist, fühlt sich im Infiniti auch sofort zu Hause. Bei mir hat der Innenraum sofort Erinnerungen an meinem geliebten Nissan 370Z geweckt, ein Sofortbonus für den Infiniti FX30d – auch wenn das Fahrverhalten der beiden Fahrzeuge selbstredend ungleich anders ist.

2003 wurde die erste Infiniti FX-Serie in Nordamerika vorgestellt, 2009 folgte das Facelift, welches nun auch in Europa erhältlich ist. Ich finde, man merkt dem Auto auch sofort an, dass es eigentlich für die USA entwickelt wurde. Die Federung ist zu weich, das 7-Gang-Automatikgetriebe und die Gasansprache des Motors ein wenig zu träge für das deutsche Fahrempfinden. In der Mittelkonsole findet sich ein Kippschalter mit dem man die Federung in den Sportmodus versetzen kann. Danach geht es auch deutlich straffer zur Sache. Ich habe diesen Modus nicht wieder verlassen. Aber sicherlich ist der Infiniti FX30d nicht für wilde Autobahn-Jadgen oder die Kurenhatz auf der Landstrasse geschaffen – wobei letzteres durchaus seinen Charme hat und mir auch Spass gemacht hat.

Der 238 PS starke 3 Liter Diesel im V6-Format lässt den 2 Tonnen schweren SUV immerhin in 8.5 Sekunden von 0 auf 100 km/h schnellen. Die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 212 km/h. Bei Tempo 200 auf der Autobahn lässt sich der Infiniti FX30d problemlos fahren (Sportfahrwerksaktivierung vorausgesetzt).

Komfort wird in dem Premium-SUV gross geschrieben. Der Fahrsitz fährt beispielsweise nach dem Ausschalten der Zündung ein Stück nach hinten, um den Ausstieg zu erleichtern. Mein Nachwuchs fand das wenig lustig. Zwar haben auch Erwachsene noch bequem Platz im Fond, fährt der Sitz dann aber dieses Extrastück nach hinten, wird es doch ein wenig eng. Für seine Abmessungen und sein imposantes Erscheinungsbild hat der Infiniti FX30d eine ziemlich kleinen Kofferraum. In der Tiefe kann man einiges verstauen, der Raum ist aber nicht besonders hoch.

Das aus dem Nissan vertraute Entertainment-Paket funktioniert prima, das BOSE-Soundsystem befriedigt jeden, der nicht audiophile Neigungen auslebt. Die Rückfahrkamera hat ein gutes Bild und ist eine echte Hilfe, den 4.8 Meter langen Wagen auch in knapp bemessene Parklücken zu lenken. Als Sahnehäubchen bekommt man auch noch ein 360° Monitor-Bild. Gerade im Parkhaus des Flughafens ein extrem nützliches Feature. Die Sitze, die Spiegel und das Lenkrad sind nicht nur elektrisch verstellbar, eine Memory-Funktion speichert pro Fahrer die entsprechenden Funktionen ab. Die Sitzheizung war sehr angenehm, auf Wunsch kann man die ledersessel auch Belüften. Ferner konnte man auch die Festigkeit der Seitenwangen der Sitze elektrisch regeln. Eine elektrisch öffnende und schliessende Kofferraum-Klappe ist bei der Fahrzeuggröße auch sehr angenehm. Tempomat und Geschwindigkeitsbegrenzer sind genauso an Bord wie elektrisches Schiebedach und diverse Assistenzsysteme zum Spurhalten, Abstandhalten, Bremsen und Auffahren. Alles inklusive zu einem Preis von 66.600 Euro.

Mein persönliches Highlight im Infiniti FX30d ist definitiv der Blick nach vorne aus dem Auto. Die Kotflügel sind schön nach oben gezogen und auch die Motorhaube ist mit einer Wölbung versehen, die Aussicht erinnert ein wenig an die in einem Porsche 911.

Mein Fazit nach 3 Tagen mit dem Infiniti FX30d S-Premium: Ein SUV für Leute, die sich von der Masse abheben wollen und Wert auf ein umfangreiches Ausstattungspaket legen. Wer sportlicher unterwegs sein möchte, muss zu dem V8-Benziner greifen.

Eine zweite Meinung zu dem Infiniti FX30d könnt ihr drüben bei Jens lesen. Sebastian Bauer hingegen ist den FX50 gefahren. Im Anhang noch ein paar weitere Impressionen in der Galerie: