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Paris 2012: Mercedes-Benz präsentiert den SLS AMG Electric Drive

Sind wir mal ganz ehrlich und dazu vergessen wir noch mal fix, dass es den Mercedes-Benz SLS AMG schon ein wenig länger,, mit einem Benzin-Motor gibt. Ist der Mercedes-Benz SLS AMG Electric Drive nicht genau das Elektro-Auto, was wir uns vor 5, 10 oder 15 Jahren erträumt haben? Ein wunderschöner Sportwagen in einer futuristischen Farbe (Merke: das Blau ist nicht lackiert, sondern die Fahrzeuge wurden foliiert, Gerüchten zu folgen soll man den SLS AMG Electric Drive aber genau so bestellen können) mit einem Retro-Touch, der mit (vorzugsweise ökologisch erzeugtem) Strom läuft.

Ich für meinen Teil bin da bei einem ganz klaren JA! Genauso hatte ich mir ein Elektro-Fahrzeug der Zukunft vorgestellt. Wunderschön, schnittig und dennoch sportlich potent. Wir schreiben das Jahr 2012. Mercedes-Benz hat meines Erachtens mit dem SLS AMG Electric Drive die Zukunft eingeläutet.

Ok. Die Zukunft für Gutbetuchte, die keine langen Strecken zurücklegen müssen. Denn mit 416.500 Euro ist der SLS AMG Electric Drive selbst für Mercedes-Benz ein stolzer Preis. Und eine Reichweite von 250 Kilometern ist auch nicht gerade, was man gemeinhin als Langstrecke bezeichnet (Allerdings kann man per entsprechender Hardware die Akkus innerhalb von 3 Stunden schnellladen, der normale Ladevorgang hingegen dauert ganze 20 Stunden). Und zwei Sitzplätze und ein kleines Gepäckfach passen auch nicht gerade in das Konzept von Fahrgemeinschaften in Metropolen. Aber hey. Wir reden hier über die perfekte Zukunft und nicht über irgendwelchen düsteren Endzeit-Film.

Die Ingenieure haben der elektrischen SLS-Version gleich 4 Elektromotoren für den Antrieb spendiert. Jedes Rad hat einen eigenen Motor. “Radselektiver Allradantrieb” nennt das Mercedes-Benz dies. Zusammen erzeugen die vier Motoren eine Leistung von 552kW, was 751 PS eines Verbrenners entsprechen. Das maximale Drehmoment liegt bei – festhalten – 1000 Newtonmetern. Zudem kann der fast 2 Tonnen schwere Elektro-Sportler in 3.9 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt werden.

Aber der radselektiver Allradantrieb dient nicht nur dem optimalen und fixen Vortrieb. Die Räder können auch einzeln gebremst werden (und somit auch alle einzeln Strom zurückgewinnen). Das Unter- oder Übersteuern wird minimiert. Ich höre die Experten schon wieder jammern, dass sich der Wagen zu perfekt fahren lässt.

Gespannt bin ich auf das von AMG künstlich generierte Soundbild, was den Passagieren über die Anlage kredenzt werden soll. Die beiden Exemplare konnte man in Paris ja nur bewundern und nicht selbst fahren. Störgeräusche sollen bei dem Klangbild herausgefiltert werden, die Innensassen sollen aber alle Fahrsituationen auch akkustisch erleben können. Wenn sich das nicht futuristisch anhört, weiss ich auch nicht weiter.

Ob ich jemals in den Genuss komme, den Mercedes-Benz SLS AMG Electric Drive selbst und persönlich zu bewegen, wage ich jetzt erstmal zu bezweifeln. So exklusiv wie der avisierte Kundenkreis werden auch die Medien bei der Fahrveranstaltung sein. Ich freue mich aber auch schon auf deren Berichte. Denn ein Mercedes-Benz Mitarbeiter, der den SLS Electric Drive schon selbst gefahren ist, meinte zu mir in etwa, dass der Mercedes-Benz SLS AMG Electric Drive das krasseste Fahrzeug ist, was er je bewegt habe – auch ohne aufgesetzte Konzern-Brille.