Probefahrten
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Der Golf. The Drive: Unterwegs mit dem Golf 7 auf Sardinien

Volkswagen bringt den neuen Golf auf den Markt. Leichter. Sparsamer. Geräumiger. Besser? Auf die siebte Version hat die Autowelt gespannt gewartet und jetzt ist er da: Ich durfte den Golf 7 letztes Wochenende bei bestem Wetter auf Sardinien probefahren. Hier die ersten Fahreindrücke…

Obwohl der Golf in seiner siebten Generation ein nagelneues Auto und innen kein Teil vom Vorgängermodell übernommen wurde, ist laut den älteren Kollegen aus Blog und Print die erste Fahrt wie eine Begegnung mit einem alten Bekannten. Kaum am Aeroporto Tortoli‘ Arbatax auf Sardinien gelandet, erhielt ich „meinen“ Testwagen und die Fahrt durch die beeindruckende Landschaft dieser Insel konnte beginnen. Doch soviel sei schonmal gesagt: Auch ich fühle mich beim ersten Reinsetzen auf Anhieb wie zu Hause.

Doch zurück zum ersten Eindruck: Noch einmal ausgestiegen begutachte ich das Exterieur und stelle schnell fest: „Von außen tut sich ja nicht so viel.“ Ganz im Gegensatz zum Interior Design ist der Golf von außen ein Golf, und bleibt auch ein Golf.
Was hart und gar abwertend klingt, ist ganz im Gegenteil eher positiv zu verstehen. So hat man seitens Volkswagen den Charakter des Golf durch z.b. die schmale Dachlinie in Kombination mit der Lichtkante in der Tat dynamischer und knackiger geformt. Ich könnte es auch wie der Urvater des Golf, der italienische Design-Papst Giorgio Giugiaro, formulieren: „Mit dem Golf habe ich vor 38 Jahren ein hübsches Mädchen erschaffen, jetzt ist aus ihr eine schöne Frau geworden!“.

Wieder im Golf 7 sitzend, dockte ich kurzer Hand mein iPhone an die dafür vorgesehene USB-Vorrichtung an und sorgte erst einmal für angenehme Lounge-Musik. Den Schlüssel umgedreht, ging es auch schon in die Vollen. Ich fuhr eher schnell und habe die Hälfte der Zeit das Automatikgetriebe im Sportmodus stehen. Es ist ein wohltuendes Gefühl, vor allem, als ich in der Mittelkonsole die Taste zur sogenannten Fahrprofilauswahl entdecke. Schnell noch den Charakter des Golf – Feder-Dämpfungsabstimmung und Schaltpunkte – verändert und ab geht die Post!
Mit welcher Ruhe und Reife ich den neue Golf durch die Serpentinen manövrieren kann ist bemerkenswert. Nichts stört die Stille im Innenraum – Nichts, bis auf Milos Willing, der bei 27° Grad im Schatten die Sitzheizung auf „Volldampf“ stellt!
„Brav“ – Das beschreibt den Golf der siebten Generation sehr treffend. Aber dennoch ist er nicht zu unterschätzen. Dank der neuen „Progressiv-Lenkung“, deren Servo-Unterstützung mit zunehmenden Tempo spürbar weniger wird, lässt sich der Golf 7 flott durch durch die kurven manövrieren, wobei der Faktor „Fahrspaß“ keineswegs zu kurz kommt!

In Porto Cervo angekommen, blieb ich noch wenigen Minuten sitzen und ließ das Interior Design auf mich wirken. So mag man bei der „Außenhaut“ noch geteilter Meinung sein, beim Innenleben des Golfs gibt es keinen Interpretationsspielraum: Der neue Golf ist der beste Golf aller Zeiten. So dominierte bislang eine kühle und nüchterne Techniker-Optik das Interior, so kommt der neue Golf elegant daher. Das Cockpit ist zwar noch immer sachlich, aber die Kombination aus Klavierlackfarbe mit Chrom-Elementen macht mindestens auf gehobene Mittelklasse. Und noch etwas fällt auf: Die Dreiecksscheibe neben den Seitenspiegeln – worauf man in Wolfsburg besonders stolz ist.

Zusammenfassend ist Golf nach den ersten Fahreindrücken ein Auto mit vielen guten Eigenschaften und gutem Charakter. Jeder findet sich beim erste Einsteigen in den Golf zurecht. Es gibt nichts, was wirklich stört. Jedoch gibt es auch nichts, was einen wirklich überrascht.
Dennoch ist der Golf 7 ganz klar der Maßstab in der Kompaktklasse, weil er sich so gut wie keine Schwächen leistet. Ein tolles Auto. Ein umso überraschendere Entwicklung.

Der Golf. Das Auto. Eine grandiose Entwicklung!