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Fahrsicherheitstraining mit dem Škoda Citigo

Nach meinem beiden Fahrsicherheitstrainings in Gross Dölln und Grevenbroich, hatte ich nun das Glück und Vergnügen all das bislang erlernte in Frankfurt auf der Continental Teves AG-Fahrsicherheitsanlage zu vertiefen. Das Interessante dabei – wir sind bei diesem Training weder schwere noch schnelle Boliden gefahren, sondern waren von Skoda Deutschland geladen, uns mit dem Škoda Citigo, dem Kleinstwagen aus dem Hause des tschechischen Herstellers, den unterschiedlichen Aufgaben zu stellen.

Nach einer kurzen theoretischen Einführung (wie sitze ich richtig im Auto, wie funktionieren ABS und ESP, was ist übersteuern, was ist untersteuern, was sagt uns der Kammsche Kreis) durften dann alle Teilnehmer in einem eigenen schwarzen, fünftürigen Škoda Citigo 1.0 mit 75 Platz nehmen und dem AvD-Fahrinstruktor Willy Moersberger, ehemaliger Fahrschullehrer und AMS-Mitarbeiter mit einer langjährigen Instruktor-Vergangenheit und einen Ausbildungslizenz für Panzer, auf das Übungsgelände folgen. Auf dem Weg durften wir leider nicht fotografieren, ich darf aber festhalten, dass ich den neuen Porsche Macan ungetarnt gesehen habe, den kleinen SUV von Porsche, der Ende des Monats in Los Angeles vorgestellt wird.

Ein Teil der Rundstrecke, die wir während der ersten Übung, dem Slalom-Fahrer, mehrmals in Gänze befahren haben, ist eine schöne Steilkurve. Leider war es uns nicht gestattet, die steile Passage mitzunehmen.

Bei der zweiten Übung ging es um darum, den Wagen aus unterschiedlichen Geschwindigkeiten zum Stehen zu bringen. Wichtig bei den Vollbremsungen ist ja, dass man nicht die Bremse tritt, sondern mit Wucht auf die Bremse stampfst. Nur so bringt man ein Fahrzeug schnellstmöglich zum Stehen. Der Citigo kommt mit einem manuellen Schaltgetriebe daher. Es ist beim Bremsen auch zwingend notwendig, die Kupplung durchzutreten, damit man das Fahrzeug nicht bei der Bremsung abwürgt. Denn ist der Motor erstmal aus, schalten sich auch manche Hilfssysteme aus oder aber funktionieren nicht mehr im vollen Umfang (und das nicht nur bei Skoda, sondern bei so ziemlich allen Herstellern, sagte uns der Willy).

Für mich ganz neu, war der Test des Skoda-Bremsassistenten “City Safe Drive”. Fährt man mit einer Geschwindigkeit von unter 30 km/h auf ein Hindernis auf, welches minimal 1m breit ist, so übernimmt das Fahrzeug die Kontrolle und führt den kleinen Citigo sicher zum Stand. Auffahren im Feierabend-Verkehr kann somit prima verhindert werden. Und nein, es ist nicht einfach – auch wenn die Geschwindigkeit nur 30 km/h beträgt – auf einen Klotz zuzufahren, nur weil Dir jemand sagt, dass der Wagen schon automatisch anhalten wird.

Schön auch, dass ich das Ausweichen noch einmal vertiefen konnte – also zum einen in Verbindung mit einer Vollbremsung einem Hindernis ausweichen und dabei zum Stehen kommen (Kupplung treten, mit voller Wucht auf die Bremse, am Hindernis vorbei auf den Fluchtweg schauen und um das Hindernis herum lenken). Zum anderen das Ausweichen auf glattem Fahrbahnbelag. In diesem Fall darf man nicht bremsen, sondern nur die Kupplung treten und gefühlvoll das Auto um das Hindernis herum lenken.

Nach den Vollbremsungen auf ungleichen Fahrbahnbelägen (links Schneeglätte, rechts nasser Asphalt), bei der man auch keine Angst haben muss, dank ABS und ESP bleibt das Fahrzeug artig in der Spur, man muss allenfalls sachte nachkorregieren, hatte sich Skoda für uns noch etwas besonderes ausgedacht. Alle Teilnehmer sollten einmal mit High-Heels eine Vollbremsung durchführen.

Unter uns waren 4 Damen, die dies deutlich besser hinbekommen haben, als wir Männer. Und ich meine damit nicht die Fortbewegung ohne Autos. Nichtsdestotrotz hatten wir am Ende der Übung Konsens: High Heels eignen sich nicht zum Autofahren. Die Damen sollten lieber ein zweites Paar Schuhe ohne Absätze im Auto zum Tauschen mit sich führen.

Die drei Mode-Bloggerinnen unter uns – Luisa, Amandine und Carolin – haben übrigens – so manch chauvinistischen Kommentars zum Trotz – die Übungen genauso gut und sicher absolviert wie die hach-so-erfahrenen Autoblogger. Dafür aber im Abschluss uns demonstriert, wie man dem Video-Team einen ansprechenden O-Ton mitgibt.

Und als Highlight zum Ende durften wir dann noch mal ein wenig durch die Gegend schleudern. Stehst Du quer, siehst Du mehr. Drehst Du Dich hingegen zu oft im Kreis, wirste weiss.

Wie gehabt kann ich nur wirklich jeder Person, die Auto fährt, dringend anraten, selbst einmal ein Fahrsicherheitstraining mitzumachen. Viele Hersteller, wie auch die großen Automobilclubs wie AvD und ADAC bieten solche Fahrsicherheitskurse an. Diese kosten nicht die Welt, helfen aber ungemein. Den Herren der Schöpfung darf ich vielleicht noch den Tipp geben, dass ein Gutschein für so ein Training unter dem Weihnachtsbaum u.U. nicht allzu große Freude bei der Herzdame auslösen wird. Vielleicht eher mal gemeinsam einen Kurs belegen?

Mit dabei waren noch Thomas, Jens, Can, Mario-Roman und Diana. Tags zuvor haben auch schon Milos, Bjoern und ein paar andere das gleiche Training absolviert. Und nachstehend wie immer noch ein paar Impressionen.