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Auf der Küstenstrasse der Côte d’Azur mit dem 2013 Audi A3 Sportback 2.0 TDI quattro sline


Ich wusste ja bislang gar nicht, wie schön es wirklich an der Côte d’Azur ist. Von Nizza bis Monaco kann man fast komplett mit Meerblick auf einer Landstrasse fahren. Immer wieder kreuzt man mondäne wie kleine schnuckelige Ortschaften, die zwar sehr unterschiedlich, wohl aber auf jeden Fall sehr schön sind. Also wirklich nicht die schlechteste Umgebung, um den nigelnagelneuen 2013 Audi A3 Sportback 2.0 TDI quattro sline zu fahren.

Im hatte ich ja bereits das Glück, den Audi A3 als 3-Türer auf Menorca zu fahren. Da hatte mir der 150 PS 2 Liter-Diesel besser gefallen, als der 1.8 Liter TFSI-Benziner. Zusammen mit dem 5-türigen A3 Sportback (8V) stellt Audi nun auch zwei neue Motorisierungen vor: einen 1.2 TFSI (bin ich auch gefahren) und den 2.0 Liter-TDI mit 184 PS. Eben jene Maschine war in dem gletscherweissen Modell verbaut, was wir uns am Start unserer Route am Flughafen von Nizza ausgesucht hatten.

Dazu hatte der 2013 Audi A3 Sportback (8V) diese schönen zweifarbigen Felgen, die mir schon auf Menorca so gefallen haben, obschon ich mir doch eigentlich nichts aus Alu-Felgen mache. “quattro” stand an der Heckklappe und im Innenraum zu lesen – also ein Allrad-getriebener Wagen, ein paar “sline”-Ebleme glänzten und auch entgegen. Und an der Ausstattung konnten wir nicht viel ausmachen, was zu der Vollausstattung gefehlt hätte (mir fällt hier nur die Rückwärtskamera ein).

Der 5-Türer gefällt mir wesentlich besser als der 3-Türer. Allein schon aus der Sicht eines Familienvaters. Der Sportback ist gerade mal lächerliche 7 Zentimeter länger als der 3-Türer, der Radstand wurde um winzige 3.5 Zentimeter gestreckt. Pfffffff. möchte man meinen, aber nun kann wirklich auch ein Erwachsener im Fond sitzen, ohne nach längeren Strecken mit steifen Knien auszusteigen. Doch, es gibt tatsächlich ein deutliches Mehr an Platz, den Audi A3 Sportback kann man durchaus als Familienvater in Betracht ziehen. Ich meine aber darüber hinaus, dass es der Form des Fahrzeuges gut getan hat. Die Silhouette ist nach meinem Geschmack jetzt deutlich stimmiger.

Am Innenraum habe ich nichts auszusetzen. Die Sitze sind klasse, die Verarbeitung toll und die Bedienungselemente schlüssig. Die ganze Haptik macht Spass. Das neue MMI ist klasse, ich werde dazu noch einen eigenen Artikel verfassen. Das in dem Wagen verbaute Bang & Olufsen System hat die Apple Lossless Dateien so abgespielt, wie sich ein audiophiles Ohr sich das wünscht und wäre bei mir auf jeden Fall Bestandteil der Konfiguration. Jan, Du meckerst ja gar nicht. Nein. Ich wüsste nicht, was ich bemängeln sollte. Echt nicht.

Doch. Eine Sache. Und das ist mir fast ein wenig peinlich. Der neue Audi A3 Sportback hat wunderschön kleine Aussenspiegel. Das sieht schön aus und ist voll und ganz im meinem Sinne. Bloss beim Fahren, da sind mir die Spiegel zu klein. Ich fahre eigentlich fast ausschliesslich “nach Aussenspiegeln” und bei der Testfahrt habe ich doch des Öfteren mal den großen Schulterblick bemüht. Der Innenspiegel ist auch sehr klein, aber da ist der A3 ja in guter Gesellschaft. Im Ganzen fand ich den A3 etwas unübersichtlich, will aber nicht ausschliessen, dass sich dieses Gefühl nach ein paar Tagen Testzeit verflüchtigt.

Den 150 PS Diesel, die ich auf Menorca mit dem manuellen 6-Gang-Getriebe gefahren bin, fand ich schon prima. Die 34 Mehr-PS des neuen 2 Liter TDI, der also mit 184 PS daherkommt, verhelfen dem A3 Sportback zu einer Höchstgeschwindigkeit von 232 km/h (beim 150 PS Diesel sind es 216). Im Sprint von 0 auf 100 km/h machen die Mehr-PS gerade mal 1.3 Sekunden aus (7.4 zu 8.7 Sekunden – bezogen auf Handschaltung und Frontantrieb). Schon auf dem Papier sind die Unterschiede nicht so gewaltig, ich denke, dass man den Unterschied auf der Strasse selbst kaum spüren wird. Was nicht heissen soll, dass ich nicht jede Menge Spass mit dem grossen Diesel hatte.

Im Eco-Programm an der Côte d’Azur bummeln und Benzin sparen, mit dem Dynamik-Modus durch die Berge und es richtig krachen lassen. Mit dem 2013 Audi A3 Sportback 2.0 TDI klappt beides prima. Die Siebengang Stronic schaltet Butterweich und ist zu keinem Zeitpunkt störend aufgefallen, im Dynamik-Modus schaltet sie sofort einen Ganz zurück und lässt den Motor vor dem Gangwechsel höher drehen. Wer “quattro” will, bekommt permanenten Allrad-Antrieb.

Ich kann nicht sagen, ob es nur an dem Fahrwerk lag, oder auch etwas mit dem Allradantrieb zu tun hatte, aber der Wagen lag stets super auf der Strasse und liess sich stets problemlos fahren. Auch hat mir die Mischung zwischen noch komfortabler Federung und sportlicher Strassenlage vollkommen zugesagt.

Wenn ich überhaupt etwas anmerken möchte, dann vielleicht, dass ich mir das Gaspedal mit weniger Pedalweg wünschen würde. Im Idealfall sollte sich jeder Fahrer es selbst einstellen können, wann das Pedal wie viel Impuls an die Motorelektronik weitergibt. Gleiches gilt für die Lenkung, die ich mir zumindest im Dynamik-Modus noch direkter wünschen würde.

Sehr sexy zum ansehen und wirklich toll zum Erfahren ist das neue Voll-LED-Hauptlicht des 2013 Audi A3 Sportback, welches optional bestellt werden kann. Dieses lenkte in unserem Fall auch noch mit. Ein Traum – vor allem wenn man hin und wieder mal mit einem Oldtimer unterwegs ist und weiss, wie dunkel die Nacht sein kann.

Was der 2013 Audi A3 Sportback 2.0 TDI quattro sline kostet, kann ich nicht sagen. Der Basis-Preis vom 2-Liter Diesel ist mit 27.200 Euro angegeben. Ohne 34 Mehr-PS vermutlich, ohne “quattro” und “sline” auf jeden Fall. Zudem kann man noch reichlich an Fahrerassistenz-Systemen hinzubestellen, die ich in der Kürze der Zeit nicht wirklich testen konnte. Einzig den Parkassistent mit selektiver Anzeige habe ich ein Mal ausprobiert und kann bestätigen, dass der den A3 auch brav und akkurat einparkt.

Mehr werden wir dann spätestens Mitte Februar wissen, wenn der neue Audi A3 Sportback beim Händler stehen soll. Meiner Meinung nach ist der 2013 Audi A3 Sportback (8V) ein wirklich tolles Auto geworden!

In der Galerie finden sich noch jede Menge Fotos – es sollte für jeden etwas dabei sein.