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Hybrid für den Stadteinsatz: 2012 Toyota Yaris Hybrid (XP13)

Nächste Woche bekommst Du einen Kleinwagen mit Automatik und Hybrid-Antrieb. meldet mir Jens am Telefon. Ein paar Tage später sitze ich das erste Mal in einem Toyota Yaris. 1999 löste Toyota mit dem ersten Yaris den Toyota Starlet ab, das Modell in dem ich sitze gehört zur dritten Modellgeneration, die seit 2011 angeboten wird. Den Kühlergrill ziert ein blau schimmerndes Toyota-Emblem, was verrät, dass unter der Haube der 75 PS starke 1.5 Liter Vierzylinder-Reihenmotor UND ein 61 PS kräftiger Elektromotor werkelt. Der 2012 Toyota Yaris Hybrid wird mich die nächsten Tage im Alltag begleiten. Bei der schwarzen Lackierung (mysticschwarz mica) kommen die blauen Elemente übrigens ganz hübsch zur Geltung.

Und wie fährt sich dieser kleine Hybrid?

Ich bin mittlerweile einige Hybrid-Fahrzeuge gefahren, so bringt es mich nicht gross aus der Ruhe, dass nach der vollen Drehung des Zündschlüssel erst einmal kein Motorgeräusch zu hören ist. Den Wahlhebel der Automatik, dessen Knauf als Erinnerung an die Hybrid-Motorisierung auch mit einem blauen Element versehen ist, setze ich auf „D“. Den Fuss von der Bremse und der Toyota Yaris Hybrid setzt sich in Bewegung.

Möchte man die ersten Meter elektrisch lautlos durch die Strasse gleiten, bedarf es eines sehr feinfühligen Gasfusses. Sonst springt der Benzin-Motor an und übernimmt den Vortrieb. Im Mittelkanal befinden sich zwei Schalter, mit dessen Hilfe man der Bordelektronik vermitteln kann, dass man möglichst sparsam und möglichst per Strom fahren möchten. Tritt man das Gaspedal jedoch zu fest, so setzt man dieses Setting ausser Kraft und fährt per Verbrenner. Ich würde mir bei der Einstellung ein wenig elektronischen Widerstand des Gaspedals wünschen, damit man – sofern man möchte – einfacher Sprit sparen kann.

In der Stadt macht der Toyota Yaris Hybrid einen tollen Eindruck. Er bewegt sich flink durch den Alltagsverkehr und lässt sich auch einfach lenken. Seine Abmessungen als Kleinwagen lassen schnell Parklücken finden und wenn es doch einmal etwas enger wird, dann hilft eine optionale Rückfahrkamera (350 Euro, würde ich auf jeden Fall dazu nehmen, in den Ausstattunglinien „Life“, „Club“ und „Executive“ gehört es zur Serienausstattung) auch noch. Auch im Stop-and-Go-Verkehr im Feierabend auf der Landstrasse kann der Toyota Yaris Hybrid seine Stärken ausspielen. Hat man hingegen freie Fahrt und fordert den Wagen zur schnellen Fahrt, wird der Yaris beim Beschleunigen hin und wieder unangenehm laut. Dies kann man aber mit einem Gefühlvollen Fuss am Gaspedal vermeiden. Beschleunigungsrennen an der Ampel kann man sich sparen, fast 12 Sekunden braucht der Yaris Hybrid von 0 auf 100 km/h, aber unter uns, dafür ist der Wagen auch nicht gedacht. Auf der Autobahn ist bei 165 km/h Schluss, das reicht, um bequem im Verkehr mitzuschwimmen.

Spannend wird es beim Verbrauch. Toyota gibt einen Verbrauch zwischen 3.1 und 3.7 Liter auf 100 Kilometern an. Ich habe während der Woche einen Verbrauch von 6 Litern gehabt, meine Fahrweise ist aber sicherlich nicht repräsentativ. Ich habe aber sofort gemerkt, dass sich der Verbrauch deutlich senkt, wenn man umsichtig und effizient fährt. Wer also eine kleine Sparbüchse sucht und sich zu beherrschen weiss, der sollte sich den Toyota Yaris Hybrid auf jeden Fall genauer ansehen.

Dank der vier Türen war der Transport der Kinder zur Schule vollkommen problemlos. Beide hatten ausreichend Platz. Das Anschnallen, wir haben ja schon November, da ist es um 8 Uhr noch dunkel, war für den Junior nicht ganz so einfach (ISOFIX-Kindersitzbefestigung ist im Fond serienmäßig dabei). Da wünscht man sich auf im Fond eine kleine Deckenleuchte. Als Erwachsener möchte ich aber ungern lange Strecken im Fond verbringen müssen, Kurzstrecken sind aber problemlos machbar. Der Kofferraum hat genug Platz für den Wocheneinkauf, wenn man nicht gerade noch zusätzlich 2 Kisten Wasser transportieren will.

Der Innenraum bietet ein wenig Komfort. Das Radio ist schnell mit dem iPhone verbunden, die Gesprächsqualität der Freisprechanlage ausreichend. Das Navigationssystem (550 Euro Aufpreis) lässt sich gut ablesen und die Anweisungen sind verständlich. Smartshopper sollten sich das Ausstattungspaket „Lounge“ genauer ansehen, das wertet das Audio-System durch 8 Lautsprecher auf und bietet neben Teilledersitzen eine Sitzheizung. Nur in den Varianten „Club“ und „Executive“ bekommt man elektrische Fensterheber für die hinteren Türen – das sollte man bei der Fahrzeug im Hinterkopf behalten, wenn man Kinder hat. Ich bin es so leid, anzuhalten, um das Fenster des Juniors wieder hochzukurbeln, weil das Kind es alleine nicht schafft.

Das einfachste Yaris Modell kostet in der Grundausstattung 11.675 Euro, der schlichteste Toyota Yaris Hybrid kostet 16.950 Euro. Noch sind die Rechnungen, ob sich der Einsatz eines Hybrids rechnet und ab welcher Kilometerleistung schwierig. Ich denke aber, dass man sich einfach für eine umweltfreundliche Art der Fortbewegung entscheidet (oder eben nicht). Und wenn man das möchte, bietet sich der Toyota Yaris Hybrid durchaus an.

Mein Fazit: Der 2012 Toyota Yaris Hybrid ist ein handlicher Kleinwagen, der sich prima für den Stadteinsatz eignet. Die Kinder von A nach B chauffieren, den Einkauf erledigen und dabei noch umwelt- und budgetfreundlich unterwegs sein – eben genau hier liegen meiner Meinung nach seine Stärken.

Bei Jens könnt ihr lesen, was er von dem Toyota Yaris Hybrid hält (er hat auch noch wesentlich mehr zum Hybrid-Antrieb geschrieben), in der nachfolgenden Galerie findet ihr weitere Impressionen zu dem Fahrzeug und etliche Detailbilder: