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Essen Motor Show 2012: Finnjet Kunstprojekt- ich war 2 Mercedes-Benz 300 TD

Die Amerika halten wir doch alle für leichte Spinner, oder? Und die Finnen lieben wir für ihre Skurrilität. Der Finnjet ist ein Kunstprojekt eines in Amerika lebenden Finnen. Alles klar? Lustiger Weise assoziiert der Künstler Artti Rahko mit dem Fahrzeug eher den Flugzeugbau (Finn Jet, also finnischer Jet), der Name gehört aber auch zu einem finnischen Gasturbinenschiff, welches mittlerweile abgewrackt wurde.

Der Finnjet als automobiles Kunstobjekt hingegen war eines der Exponate, was auf der Essen Motor Show dem Publikum als automobile Kunst präsentiert wurden. In Amerika gibt es sogar mit der Houston Art Car Parade eine sehr charmante Form einer mobilen Ausstellung solcher Exponate. Und ein entsprechendes Museum gibt es in Houston, Texas ebenfalls: Art Car Museum.

Aber zurück zu dem Finnjet. Basis für das Kunstwerk bilden zwei Mercedes-Benz T-Modelle (300TD) aus den 80iger Jahren (den Felgen nach zu urteilen aus der Baureihe 123) sowie die Blechteile eines 1962 Chrysler Imperial, angetrieben wird das knapp neun Meter lange Vehikel von einem Mercedes-Benz 300 Turbo-Diesel-Motor. Interessant (und auch in dem nachstehenden Video zu sehen), dass die hintere Achse auch lenkbar ist und das automobile Kunstwerk somit nahezu wendig über den Parkplatz gesteuert wird.

2010 wurde der Finnjet von Artti Rahko fertig gestellt. 10 Jahre lang hat er an dem Kunstwerk gearbeitet, dessen Preis er mit US$ 950.000 angibt. Allerdings ist die Kunst in diesem Fall wohl noch nicht so anerkannt. Zwar hat das Auto wohl gleich zwei Mal hinter einander den Publikumspreis bei der Art Car Parade gewonnen, faktisch wurden bei einer eBay-Auktion lediglich US$ 10.000 für das Kunstwerk geboten. Der Finnjet ist in den USA übrigens als Auto zugelassen und lässt sich (zumindest auf dem Highway) mit sparsamen 9.4 Liter Diesel auf 100 Kilometer bewegen.

Auch sonst liest sich die Beschreibung recht alltagstauglich: Platz für 10 Personen, Microwelle (eben ein amerikanisches Auto), eine komplette Sauna (eben von einem Finnen), 2 Klima-Anlagen, Kühlschrank, Herd und Fernsehen – alles ist an Bord. Dazu noch eine Menge Nippes in Form 86 Scheinwerfern und 36 Spiegeln.

Und wer mich nach meiner Meinung zu dem Finnjet fragt, dann sage ich mal frech, dass er aussieht wie einer William S. Burroughs-Version des Ghostbusters-Autos.

Ein paar weiterführende Links zu dem Exponat: moparaction.com, nytimes.com und The Houston Art Car Parade. Ein paar Detailschüsse in der nachstehenden Galerie.