Vom Wald auf die Autobahn mit dem 2012 Nissan Navara Double Cab 4×4 V6 LE 3.0 dCI

Mit dem 2012 Nissan Navara Double Cab 4×4 V6 LE 3.0 dCI AT stand vor ein paar Tagen nach dem Isuzu D-Max der zweite Pick-Up bei mir für ein paar Tage vor der Tür. Unmittelbor dem Navara bin ich den Nissan Pathfinder gefahren. Obschon die beiden Fahrzeuge quasi Geschwister sind, der Navara ist die Pickup-Versiond es Pathfinder, war das Fahrerlebnis doch ein anderes:


Ich gestehe es mir ja selbst ungern ein, aber ich habe festgestellt, dass ich auf Pick-Ups stehe. Ich habe nicht mal einen echten Verwendungszeck – nicht mal ein Hobby, was so einen Pickup ansatzweise rechtfertigen würde, aber irgendwie. ich weiss es doch auch nicht. Vermutlich ist es die Idee, einfach mal etwas auf die Ladefläche schmeissen zu können. Und selbst das ist nicht so einfach. Ein Mountainbike passt beispielsweise nicht ohne weiteres auf die Ladefläche des Nissan Navara. Dazu muss man mindestens eins der Räder ausbauen. Dafür gibt es aber auf dem Ladeboden zwei Schienen, an denen man natürlich sehr schön so eine Schnellhalterung für die Vordergabel befestigen könnte.

Die Ladefläche der Doppel-Kabine hat eine Länge von 1.51m (optinal kann man den Navara auch mit verlängerter Ladefläche ordern, die dann 1.61m lang ist – der Wagen kostet dann knapp 250 Euro mehr), wem der Fahrgastzellen-Platz eines King-Cab-Modells ausreicht, bekommt eine Ladelänge vom 1.86m (und sollte dann auch genug Platz für ein Fahrrad haben). Die Breite zwischen den Radkästen beträgt übrigens 1.13m. Eine Europalette (1.20 x 0.8m) bekommt man also locker auf die Ladefläche, bei einer ISO-Container-Palette (1.14 × 1.14m) muss der Navara gerade so passen (oder wird passig gemacht?). Bei einer Nutzlast von etwas über einer Tonne kann dafür so einiges auf der Europalette transportiert werden und mittels der Schienen auf dem Ladenboden und an den Seitenwände kann man die Ladung auch gut vertäuen.

Wer seine Ladefläche gerne als trockenen Kofferraum nutzen möchte, der kann das Nissan Hardtop X-LINE für Double Cab im Zubehör mitkaufen (ab 2.618 Euro). Wer nicht ganz so viel trockenen Platz benötigt, der kommt vielleicht mit der Kunststoff-Toolbox aus dem Nissan Navara-Zubehör aus.


Während der Pathfinder mit dem 190 PS-starklen 2,5-LITER-dCi und manueller Schaltung ausgestattet war, konnte ich im Navara den 3.0 Liter V6 Dieselmotor fahren, den es nur in Verbindung mit dem 7-Gang-Automatikgetriebe gibt (den kleinen Diesel kann man auch mit Automatik bestellen, die verfügt dann aber nur über 5 Gänge). Und ja. Ich meine “Verdammt ja!”, der V6 macht doch ungleich mehr Spass als der Vierzylinder-Diesel. Die Geräuschkulisse ist einfach deutlich sportlicher, ohne dass der Wagen wirklich lauter ist. Und ja, den Pathfinder mit der kleinen Maschine fand ich schon durchaus spritzig, aber der Navara mit dem V6-Aggregat beschleunigt wirklich schön und flott von 0 auf 200 km/h (Höchstgeschwindigkeit laut Hersteller sind 196 km/h) durch. Dafür möchte die grosse Machine aber auch einen Liter mehr Diesel auf 100 Kilometer haben: 9.5 Liter stehen beim V6, 8.4 sind es beim 2.5 Liter Diesel. Im Stadtverkehr beträgt der Unterschied gleich 2 Liter. Beim Kaufpreis ist der Unterschied deutlicher: in der LE (Luxus) – Ausstattung kostet der 2.5Liter als Schalter 34.200 Euro, mit der 5stufigen Automatik 35.900 Euro – dazu im Vergleich der V6-Diesel mit der 7-Gang-Automatik knackige 46.000 Euro.

Interessant ist die größere Maschinen wohl auch für alle, die oft Anhänger ziehen. Mit dem großen Diesel darf der Navara 3 Tonnen bis 12% Steigung ziehen, die kleine Maschine darf bei dieser Steigung nur 2.6 Tonnen ziehen. Bei 8% Steigung liegt die Anhängelast des Nissan Navara bei beiden Motoren-Versionen bei 3 Tonnen.

Der V6 Diesel ist nach meinem Geschmack und ich habe auch nichts an dem Aggregat und seinen Leistungen auszusetzen. Die Automatik könnte nach meinem Gusto öfters mal früher runterschalten und somit auch noch ein wenig mehr Sprit sparen. Wenn ich mit einem Anhänger gefahren wäre, würde ich das vielleicht anders sehen. Und man hat ja auch immer noch die Möglichkeit, die Gänge selbst zu wählen, in dem man den Gangwahlhebel auf die rechte Seite drückt.

Das Fahrwerk kannte ich ja nun vom Pathfinder und war nicht mehr so überrascht. Ich kann bestätigen, dass der Nissan Navara sowohl auf den schön schlammigen Waldwegen als auch auf der Autobahn immer fein in der Spur geblieben ist und für mich durchaus als Alltagsfahrzeug denkbar wäre.


Was das Platzangebot im Innenraum angeht, waren sowohl ich als auch der Rest der Familen vollauf zufrieden. In der zweiten Reihe sitzt es sich ebenfalls bequem – auch als Erwachsener. Komfort und Annehmlichkeiten entsprechen dann wieder voll und ganz dem, was ich im Pathfinder erlebt und beschrieben habe. Wer die zweite Sitzreihe nicht immer benötigt, kann die Rücksitze übrigens auch umklappen und schafft dadurch noch einmal Extra-Staufläche.

Wer nicht schon sein Leben lang Pickups oder Fahrzeuge dieser Größe fährt, dem empfehle ich auf jeden Fall die Rückkehr-Kamera. Auch wenn der Navara alles andere als unübersichtlich ist, die Kamera hat mir ungemein beim Einparken geholfen.

Das Geweih des Nissan Navara, als den Dachträger gibt es nur in der LE-Ausstattung und auch nur für die Double Cab-Version. Es ist bestimmt nicht unpraktisch, wenn man ihn hat, ich würde ihn aber nicht montieren, weil er mitunter den Spritverbrauch hebt und auch bei höheren Geschwindigkeiten Windgeräusche verursacht.

Kleines Highlight zum Abschluss: Für einen Aufpreis von 3.294 Euro kann der Jäger und/oder Hundefreund den Nissan Navara für seinen vierbeinigen Freund mit dem Zubehörpaket „Hund & Jagd“ aufrüsten. Dieses enthält ein Hardtop „Spezial“ in Wagenfarbe lackiert mit zwei ausstellbare Seitenfenstern und Bugfenster, sowie Innenraumleuchte und Teppichausstattung, eine Laderaumwanne mit Heckklappenabdeckung, eine variable Hundegitterbox, montiert im Hardtop und einen 10 Liter Wasserkanister mit Brausekopf zur Befestigung am Schienensystem.

Weitere Fotos vom Nissan Navara und auch einige Detailbilder zeige ich wie immer in der nachstehenden Galerie: