Allgemein
Kommentare 1

Audi e-fuels: ab Mai 2013 soll die Anlage in Hobbs, NM e-ethanol produzieren

audi-e-fuel-hobbs-new-mexico-1

Vor ein paar Tagen lag die neue Ausgabe von dem Audi-Magazin Dialoge in meinem Briefkasten. Darin findet sich auch ein Beitrag über die fantastische Audi e-fuels-Geschichte, die ich ja im Ansatz schon mal vor einem Weilchen mit dem schlagzeilenträchtigen Titel Audi rettet uns den V8-Verbrenner – dank ökologischem Benzin und Diesel veröffentlicht habe. Und nachdem ich ja erst jüngst beim Richtfest der Audi e-gas-Anlage in Wertle zugegen war, habe ich den Bericht im Audi-Magazin mit Interesse gelesen.

Wenn man bei Google Maps nach dem Ort Hobbs in New Mexico sucht, dann sieht man erst einmal eine Menge Kreise. Die amerikanische Art, um in der Wüste Landwirtschaft zu betreiben. Hobbs steht aber auch für Öl und so kann man selbst auf dem Satellitenbild so allerhand Ölpumpen ausfindig machen. Hier oder hier zum Beispiel. Und auch eine Menge industrielle Anlagen kann man ausfindig machen. Die meisten werden wohl im Zusammenhang mit dem Öl stehen, oder auch mit den Solar-Feldern – eine dieser Anlagen ist aber anders als die anderen:

Die Anlage des Joule Projektes. Joule ist der Partner von Audi, der seit 2007 im Bereich synthetische Kraftstoffe forscht und entwickelt. Und Joule und Audi bauen gemeinsam in der Umgebung von Hobbs eine erste Anlage, in der sie gemeinschaftlich die synthetischen Kraftstoffe e-ethanol und e-diesel produzieren wollen. Noch arbeitet die Anlage nicht nicht produktiv. Die Hauptdarsteller bei dem Verfahren sind Cyanobakterien, die mitunter zu den ältesten Lebensformen auf der Erde überhaupt gehören. Diese Bakterien brauchen eigentlich nur drei Dinge zum Leben: Sonne (gibt es reichlich in New Mexico), Co2 – also Kohlendioxid – und Wasser. Letzteres darf ruhig salzig sein oder Abwasser darstellen, da sind die Cyanobakterien nicht so wählerisch. Die Bakterie bildet nicht wie die meisten anderen durch Photosynthese neue Zellen, sondern produziert aus den Nährstoffen Kohlenwasserstoffe wie Ethanol und langkettige Alkane. Letztere sind ein Bestandteil von Diesel-Kraftstoff.

Joule-CBO Paul Snaith zeigt  Reiner Mangold, Leiter Nachhaltige Produktentwicklung bei Audi, die ersten Cyanobakterien-Kulturen.

Joule-CBO Paul Snaith zeigt Reiner Mangold, Leiter Nachhaltige Produktentwicklung bei Audi, die ersten Cyanobakterien-Kulturen.

Im Mai 2013 soll die Anlage in Hobbs in Betrieb genommen werden. Dann fängt es in meinen Augen an, richtig spannend zu werden. Noch im gleichen Jahr wird mit der Produktion von Audi e-ethanol begonnen, ein Jahr später soll dann auch Audi e-diesel produziert werden. Paul Snaith, CBO bei Joule, der seinem Ansprechpartner aus Ingolstadt, Leiter Nachhaltige Produktentwicklung beu Audi Reiner Mangold, bei einem Rundgang im Oktober den aktuellen Stand der Bauarbeiten erläutert hat, meint, dass man innerhalb der nächsten 5 Jahre, also 2017, mit einer kommerziellen Produktion von e-diesel und e-ethanol beginnen kann.

Diese Form der alternativen Brennstoff-Erzeugung hört sich wirklich zu gut an. Im Vergleich zu Bio-Sprit steht man nicht in Konkurrenz mit der Nahrungskette. Die Anlagne können an den ungastlichsten Orten der Erde entstehen. Alles, was man benötigt ist neben Sonne und Brackwasser das CO2. Dieses entnimmt man entweder einen Industrie-Anlage oder filtert es zur Not aus der Luft heraus (wobei ersteres effektiver ist). Es werden also kein potentiellen Agarflächen zweckentfremdet. Und man benötigt auch keine Biorohstoffe. Wenn man bedenkt, wie viel sich in den letzten Jahrzehnten in Sachen Benzin getan hat, sind 5 Jahre nun auch keine zu lange Zeit mehr. Ich bleibe auf jeden Fall bezüglich der Audi e-fuels am Ball und werde Euch auch auf dem Laufenden halten.

Fotos: Audi Deutschland