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2012 Citroën C4 Aircross HDi 115 4WD Exclusive – Kompakt-SUV mit Doppelwinkel

Wer hier hin- und wieder liest, der weiss, dass ich der Marke Citroen durchaus verbunden bin. Allerdings schlägt mein Herz vor allem für die alten Modelle. Ich will nicht so weit gehen, dass ich einem Citroen ohne Hydropneumatik den Doppelwinkel absprechen will, aber mit dieser hochkomfortablen und citroen-eigenen Federung finde ich die Fahrzeuge einfach liebenswerter.

In wieweit der hier gefahrene Citroën C4 Aircross überhaupt ein Citroen ist, kann man auch hinterfragen. Badge-Engineering ist nicht nur ein neues Buzzword in der Automobil-Industrie, es wird immer mehr praktiziert und bedeutet nicht mehr und nicht weniger als das ein Hersteller ein Auto eines anderen Herstellers unter seiner eigenen Marke mit ein paar Modifikationen verkauft. Kontrovers wurde das jüngst beim Mercedes-Benz Citan diskutiert. Wirklich neu ist das Ganze auch nicht. Früher nannte man das auch gerne Lizenzbauten, wenn Autofirmen aus dem Ostblock westliche Autos nachbauten.

Der Citroën C4 Aircross ist im Prinzip ein Mitsubishi ASX. Die Aussenhülle wurde von Citroen an die eigene Formsprache angepasst und im Innenraum wurde ein hübsches Lenkrad verbaut. Der Peugeot 4008 wird übrigens als Schwestermodell des Citroen bezeichnet und stellt wie der C4 Aircross im Prinzip einen ASX dar.

Ich habe auch verstanden, dass es bei uns in Deutschland einen Markt für Kompakt-SUVs gibt und das diese Fahrzeuge bei manchen Bevölkerungsgruppen durchaus beliebt sind, meinen Geschmack treffen sie nicht. Und so ist der Citroën C4 Aircross auch nicht so wirklich meins. Die Vorteile eines Kompakt-SUV liegen auf der Hand. Man sieht gut – wegen der erhöhten Sitzposition. Und eben dies ermöglicht auch ein bequemes Ein- und Aussteigen. Zudem gibt der in der Regel zuschaltbare Allrad-Antrieb eine zusätzliches Mass an Sicherheit bei widrigen Strassenbedingungen (davon hatte ich mich bei den Neuheitentagen von Citroen schon überzeugen können, als ich den C4 Aircross mal mit mal ohne Allrad-Antrieb über schlammige Waldweg gesteuert habe.). All diese Vorteile bringt auch der 2012 Citroën C4 Aircross mit sich. Ich persönlich finde die Sicht nach vorne nicht nur gut, sondern auch schick, weil mich die beiden Finnen auf der Motorhaube durchaus ansprechen. Sowieso mag ich die Formsprache der aktuellen Citroen-Generation und somit ist auch der Citroën C4 Aircross meines Erachtens sehr hübsch umgesetzt.

Die Nachteile eines Kompakt-SUV sind ebenfalls offensichtlich: die Bauform und Gewicht sind die Fahrzeuge in der Regel schwer und nicht wirklich windschnittig, sportliche Fahrleistung muss man gegenüber den normalen Strassenfahrzeugen mit mehr Motorleistung erzingen, die bei hohen Geschwindigkeiten zu einem gesteigerten Durst des Fahrzeug führt. Und auch hier zeigt sich der Aircross als normaler Vertreter der Klasse: Bei Geschwindigkeiten ab 120 km/h wird es mir im Innenraum zu laut – Windgeräusche und Motor sind mir zu laut und das etwas unterdimensionierte Musiksystem kann kaum dagegen ankämpfen.

Das Platzangebot ist Innenraum des C4 Aircross geht für eine 4köpfige Familie durchaus in Ordnung. Wird sind mit drei Erwachsenen und zwei Kindern (davon eins im Kindersitz) doch recht entspannt und bequem in die alte Heimat gefahren. Im Innenraum fehlt eine Leuchte im Fond für die Kinder zum Anschnallen. Und auch die losen Gurtpeitschen machen es für Kleinkinder schwer, sich alleine anzuschnallen. Der Kofferraum bietet genug Platz für den Wocheneinkauf, Schade aber, dass man den Ladeboden nicht noch ein Stück nach oben gesetzt hat, um eine plane Fläche ohne Ladekante zu bekommen.

Der 1.6 Liter Diesel-Motor mit Common-Rail-Direkteinspritzung leitet 114 PS. Mit dieser Motorisierung erreicht der C4 Aircross eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h. Für die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h benötigt er etwa 11 Sekunden. Gefühlt ist die Beschleunigung auch jenseits der 100 km/h eher behäbig, ein wenig mehr Spritzigkeit würde man sich wünschen. In der Stadt hingegen, ist man mit dem Citroën C4 Aircross HDi 150 sehr flott unterwegs – hier wird er wohl auch von seiner Zielgruppe hauptsächlich gefahren. Die Rückfahrkamera macht das Einparken einfach. In der Stadt hatte ich so gar keine Probleme mit dem C4 Aiircross.

Wenn man den 114 PS Diesel auf der Autobahn ordentlich tritt, dass werden aus den 5 Liter Normverbrauch, die der Hersteller angibt auch schnell mal 11 Liter, mehr Sprit braucht der SUV aber nicht, da bin ich auch schon andere Fahrzeuge mit ähnlicher Motorisierung gefahren, die bei hohen Geschwindigkeiten durstiger waren.

Der 2012 Citroën C4 Aircross HDi 115 Stop & Start in der Exclusive-Ausstattungslinie ist für einen Grundpreis von 31.790 Euro verfügbar. Die Lackierung Mangaro Braun Metallic ist aufpreispflichtig, 610 Euro kostet diese Farbwahl. Das mir zur Verfügung gestellte Modell verfügte zudem über das Leder-Paket (1.800 Euro Aufpreis). Das Leder hat mir gut gefallen, ich weiss gar nicht, wie ich das Beschreiben soll, ich mochte einfach die Anfassqualität. Am Rande – die Bedienung der zweistufigen Sitzheizung befindet sich
übrigens neben der Gurtpeitsche am Sitz und ist ein wenig versteckt. Das Panorama-Dach verdient seinen Namen durchaus, es ist riesig und auch die Kinder im Fond haben eine Menge davon. In der Dunkelheit leuchten ein paar LEDs am Dachrand wie eine Lichterkette, was hübsch aussieht. Bei kalten Temperaturen strahlt die Kälte aber durch das Dach in den Innenraum, da empfiehlt es sich die elektrischen Sichtschutz als Dämmung zu nutzen. Das für 1950 Euro optionale Navigationssystem “NaviDrive” hat mich nicht wirklich überzeugt, da würde ich mein iPhone vorziehen – zu dem Paket gehören allerdings auch Rückfahramera und Parkpiepser, die ich schon nicht missen möchte. Für 2.700 Euro kann man das Entertainment-Paket auch noch mit einem Hifi-System, wohl also bessere Lautsprecher, aufwerten. Ob sich das lohnt vermag ich nicht zu sagen, der Klang des Standardsystem hat mich aber gar nicht überzeugen können.

Mein Fazit: Ich mag Citroen. Ich mag keine Kompakt-SUVs. Optisch empfinde ich den Citroën C4 Aircross durchaus gelungen, auch im Innenraum kann man sich wohlfühlen. Während mich die Fahrleistungen und die Innenraumgeräusche bei Geschwindigkeiten ab 120 km/h eher von einem Kauf abhalten würden, sehe ich als Plus die Kombination aus Ledersitzen und Lederrenkrad, was mich wirklich begeistert hat. Wer einen Kompakt-SUV kaufen möchte, sollte ich den Citroen auf jeden Fall einmal ansehen. Ich persönlich würde den Citroen C4 dem SUV-Bruder vorziehen.

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