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#mbrt13 – Tag 2 – Flagstaff – Grand Canyon – Amarillo

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Ich brauche ja wirklich nicht so viel Schlaf, aber wenn ich weniger als vier Stunden habe, dann geht mir das nicht wirklich gut. Die Vorfreude auf eine weitere Etappe unseres Road Trips hat mir dann aber doch Flügel verliehen. Vielleicht lag es aber auch an den zwei Dosen Energy-Drink, die ich mir an der ersten Tankstelle gekauft und getrunken habe. Auf dem Programm stand die zweite Etappe unseres Roadtrips. Von Flagstaff, Arizona sollte es nach Amarillo in Texas gehen.

Am Vorabend hatte die Gruppe aber beschlossen einen Umweg zu fahren und sich den Grand Canyon anzusehen. Ich war dagegen. Eine Stunde Fahrt in gegengesetzter Richtung. Sicherlich eine Stunde vor Ort – insgesamt also 3 extra Stunden. Schon so hatten wir eine Strecke von 600 Meilen vor uns – umgerechnet 8 Stunden reine Fahrtzeit. Aus 3 Extrastunden sind dann mal eben 6 geworden. Gelohnt hat es sich trotzdem, wie ich reumütig zugebe.

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Kurz hinter Williams, einem kleinen Kaff im Nirgendwo (Stimmt nicht, da gibt es u.a. ein Luftfahrtmuseum), und zwar genau hier haben wir dann angehalten, um das Licht des Sonnenaufgangs für eine kleine Foto-Session zu nutzen. Während Teymur die Autos nach seinem Gusto arrangiert hat, war es meine Aufgabe mitsamt Stativ und Kamera auf das Dach unseres Mercedes-Benz ML zu klettern und dann die nachstehenden Bilder mit meiner und anderen Kameras zu schiessen und danach dann auch noch mittels Interval-Auslösung ein paar Gruppenfotos zu generieren. Meines Erachtens kommen bei den Bildern die neuen Front-Scheinwerfer der E-Klasse sehr schön zur Geltung. Ich mag die ja.

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Wenn man in einer Gruppe mit 12 Leuten unterwegs ist, kommt man selten in den Genuss von besinnlichen Momenten. Irgendeiner hat immer gerade etwas zu sagen oder zu tun. Wirkliche Ruhe kehrt nie ein. Dieser Moment dort mitten im Nichts war wirklich schön. Atemberaubendes Licht durch den Sonnenaufgang und ein wunderschönes Panorama. Bloss fürchterlich kalt war es. Dank meiner Frau für die warmen Thermo-Unterhosen, die sie mir noch in letzter Minuten vor unserem Abflug besorgt hatte.

Danach sind wir dann flugs weiter zu unserem eigentlichen Ziel, dem Grand Canyon, der seit 1979 zum UNESCO-Welterbe gehört. Der Eingang zum Gelände – wie auch das Gelände selbst – ist klassisch amerikanisch und es ist ein Wunder, dass man nicht direkt bis zur Aussichtsplattform fahren kann. Der Blick in den Canyon ist aber wirklich beeindruckend. Es war wirklich bitterlich kalt. Und trotzdem konnte man seinen Blick kaum losreissen. Irgendwann möchte ich den Nationalpark noch einmal im Sommer oder zumindest bei sommerlichen Temperaturen besuchen. Und dann auch gerne dort ein wenig wandern. Das nachstehende Foto kann das gigantische Naturspektakel nicht mal im Ansatz wiedergeben. Selbst sehen und dann verstehen – so sehe ich das.

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Sechs Stunden später passierten wir dann auf der Interstate I-40 ostwärts wieder Flagstaff. Also noch 8 Stunden reine Fahrtzeit bis zu unserem Ziel Amarillo. Und das nur am Rande – ja, es gibt da einen Song von Tony Christie(Is This The Way To) Amarillo. Die Frage Is this the way to Amarillo? konnten wir mit JA beantworten, aber Sha la la la la la la Marie wartete nicht auf uns. Vielmehr lag vor uns eine schier endlose und weitestgehend kerzengerade Strasse durch die steppenartige Landschaft des mittleren Westens, den Grand Canyon hatten wir derweil noch eine ganze Zeit im Rückspiegel.

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Ich habe diese Strecke wirklich genossen. Du fährst und fährst und fährst. Und irgendwie passiert nichts. Gar nichts. Und dann doch alles. Die Vegetation ändert sich irgendwie nie schleichend. Sondern immer mit einem Ruck. Eben noch im Grand Canyon mit kleinen Büschen und Schnee dazwischen – ZACK – fährst DU durch die Steppe. Als würde man in einem Bilderbuch eine neue Seite aufschlagen. Die Menschen, die Du wahrnimmst, sitzen in Autos. An einer Stelle haben ich mal zwei Typen am Highway entlang laufen sehen. Da war es. Dafür sieht man links und rechts der Strecke endlose – wirklich endlose Güterzüge. Vier und mehr Diesellokomotiven ziehen einen Tross von unzähligen Güterwagons hinter sich her, die doppelstöckig beladen sind. Also zwei von diesen großen Überseekontainern stehen da übereinander auf dem Anhänger. Das hat mich wirklich beeindruckt.

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In Gallup, New Mexico halten wir gleich drei Mal, um etwas zum Mittag zu Essen. Der Subway in der Interstate-Tankstelle sagt manchem nicht zu. In das als nächstes angefahrene Diner mag niemand so wirklich. Wir enden dann bei Sizzler. Rückblickend war wohl die Wahl der richtigen Lokation zum Speisen innerhalb der Gruppe das schwierigste Thema zum Konsens bilden. Ich bin da nicht so. Ich essen wo man hält. Und wenn ich es da nicht mag, gehe ich eben einen Laden weiter – in meinem Fall zu Arbys. Lecker!

Irgendwann – und Du kannst auch nichts anderes machen, ausser gucken und fahren oder eben schlafen, denn sowohl Telefon- als auch Datensignal sind entweder ganz weg oder so schwach, dass sie sich nicht nutzen lassen – schwindet dann das Sonnenlicht. Zwischendurch habe ich immer mal wieder eine Felsen gesehen von dem ich dachte „Mensch, den hast Du aber schon mal in einem Western gesehen.“ Nach dem vierten Felsen, der dem Ersten auch ziemlich ähnelt verfliegt aber die Euphorie über die Entdeckung. Als das Sonnenlicht sich dann verabschiedet, nutzen wir eine Abfahrt für eine kleine Foto-Session, bei der die nachfolgenden Bilder entstehen.

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Als wir Alburquerque passieren ist es bereits dunkel und die letzten Stunden sehen wir nicht mehr viel von der Aussenwelt. Eigentlich sehr schade. Gegen 23 Uhr kommen wir dann in unserem Hotel in Amarillo an. 18 Stunden im Auto bzw drumherum. Dabei waren wir in drei Staaten: Arizona, New Mexico und jetzt in Texas. Ich bin vollkommen platt. Bis alles ausgeladen ist und man eingecheckt hat, dann noch die Teambesprechung – zack ist es wieder eine Stunde später. In der Hoteleinfahrt mit angeschlossenem Parkhaus riecht es. Nach Urin meint Teymur. Später stellen wir fest, dass die ganze Stadt den Geruch trägt. Cattle. Vieh. Nirgendwo anders gibt es so viele Rinder wie in Texas. Während die anderen noch in einer Bar einen Absacker zu sich nehmen, sacke ich nur noch ins Bett. Am kommenden Tag dürfen wir aber ausschlafen. Erst um 7 Uhr soll es weitergehen.

Ihr glaubt mir nicht? Wie Jens den zweiten Tag sah. Teymur hat ein Video-Tagebuch geführt – hier zwei Ausschnitte, die belegen, dass wir Spass auf der Fahrt hatten.