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#mbrt13 – Tag 3 – Amarillo – Oklahoma City – Springfield

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Es ist 6 Uhr als mich der Wecker aus meinen Träumen reisst. Ein Blick aus dem Fenster verheisst mir, dass es wirklich noch zu früh ist. Die Stadt Amarillo in Texas hüllt sich noch in Dunkelheit. Aber um 7 Uhr ist die Abfahrt angesetzt und wir haben heute einiges auf dem Programm. Der erste Stop beruht auf einem persönlichen Wunsch von mir. Ich bin auch vollkommen hin und weg als ich die Cadillac Ranch erblicke, während meine Kollegen murren, dass man für den Haufen Schrott im Matsch nun wirklich nicht eine Stunde früher hätte aufstehen müssen. Pffff. Seis drum. Kulturbanausen.

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Wer mehr wissen will, sollte mal den Wikipedia-Beitrag überfliegen. Es handelt sich bei dem Kunstwerk um 9 Fahrzeuge vom Typ Cadillac, die zur Hälfte eingegraben sind. Als lebendes Kunstwerk soll man ruhig zur Farbdose greifen und sich auf den Autos verewigen. Nach ein paar Fotos stampfe ich durch den Schlamm zurück zur Strasse. Die Kollegen haben Hunger und heute gibt es etwas besonders Feines zum Frühstück.

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The Big Texan Steak Ranch ist nicht irgendein Steakhouse in Amarillo, sondern eine Institution. Ich selbst habe die Ranch schon diverse Male im Fernsehen gesehen. Bekannt geworden ist sie neben ihren guten Steaks durch eine besondere Aktion. Wer es schafft, ein 2 kg Steak (72 ounce) innerhalb von einer Stunde zu vertilgen, der bekommt es umsonst. Und nein, das schaffen nicht viele und wir haben es erst gar nicht versucht, schliesslich waren wir zum Frühstück da. Aber zum Frühstück hat der Texaner auch schon gerne mal Steaks-n-Eggs. So auch wir. Was soll ich sagen – ein Steak schon morgens um 9 Uhr? Nicht wirklich so mein Ding! Aber lecker war es. Und wie! Ich kann das nur weiterempfehlen! Und teuer war es auch nicht wirklich. Zumal man mit der Mahlzeit mal eben die benötigten 2.000 Tages-Kalorien einfährt.

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Als nächster Stop war eigentlich erst Oklahoma City geplant. Wenn man in einen neuen Bundesstaat in den Staaten einfährt, so findet man zeitnah hinter der Staatsgrenze ein „Welcome/Visitor Center“. Diese Stationen sind super. Zum einen bekommt man kostenlos Strassenkarten (heute nicht mehr ganz so wichtig, wie noch vor 20 Jahren), zum anderen liegen allerhand Flyer von Sehenswürdigkeiten aus. Ausserdem hat man in der Regel sogar noch Ansprechpartner. Und eben dieser in diesem Center berichtete von einem „Route 66“-Zeichen, was man ganz in der Nähe auf einem alten Stück der weltbekannten Strasse finden würde. Wir sind ja von L.A. bis Chicago quasi auf der „Route 66“ gefahren, zumindest dem Weg gefolgt, für die klassische Route66 fehlte uns die Zeit, da bewegt man sich auf Landstrassen.

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Wenn man mit mindestens 8 kompletten Auto-Nerds unterwegs ist, dann kann es schon mal passieren, dass der komplette Convoy mittels Vollbremsung gestoppt wird, wenn am Strassenrand ein wilder Auto-Schrottplatz auftaucht. So auch bei uns geschehen. Als Kolonnenletzter habe ich nur noch die roten Bremslichter gesehen und dann aufgeregte Jungs, die mit gezückter Kamera über ein Feld laufen. Geendet hat der eigentlich kurze Stop damit, dass ich unseren französischen Lifestyle-Kollegen mitsamt dem E-Klasse Cabrio mit dem ML aus dem Feld-Matsch ziehen durfte, weil er dachte, das wäre doch ein schönes Foto-Motiv – das schöne Cabrio vor den rostigen Schrottautos. Jejeje.

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Das Zeichen haben wir übrigens nicht gefunden und die Einheimischen waren auch keine große Hilfe. Stattdessen haben wir dann einen Abstecher nach Elk City gemacht. Dort findet sich auch kein „Route 66“-Zeichen auf der Strasse. Dafür steht dort eins herum. Genau genommen vor dem National Route 66 Museum. Mal eine Location die nachts interessanter gewesen wäre als tagsüber. Aber für ein paar Fotos und ein Gruppenfoto hat es gereicht.

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Etwas über 100 Meilen und 2 Stunden später hatten wir dann unser eigentliches Zwischenziel – die Stadt Oklahoma City – erreicht. Vielmehr den dort ortsansässigen Mercedes-Benz-Händler. Jens wollte unbedingt einen Händler besuchen und die haben sich auch mächtig gefreut über die konspirative Vorpremiere der neuen Mercedes-Benz E-Klasse. Autos kaufen bzw. das Verkaufen von Neuwagen funktioniert in den USA ja ein wenig anders als hier. Drüben fährt man zu einem Händler und kauft einfach einen der Neuwagen, den der Händler stehen hat. Das Konfigurieren der Autos erfolgt durch den Händler, der bestellt, was sich seines Erachtens nach auch verkauft. So hat dann auch jeder Händler jede Menge Neuwagen auf seinem Gelände stehen. Und wenn der Händler den Wagen nicht in der Wunschfarbe hat, dann fährt man eben zum nächsten Händler. Die E-Klasse wird auch in den Staaten immer wichtiger als Fahrzeug. Downsizing wird hier auch betrieben – geschuldet aber der Wirtschaftskrisen. Bestseller sind immer noch die SUVs und die S-Klasse.

Auf dem Weg aus der Stadt sind wir auch noch am Oklahoma City National Memorial vorbei gefahren. Nicht genug Zeit, um wirklich inne zu halten, aber doch ein Anstoss, um sich bewusst zu machen, wie schnell die Zeit vergeht und wie schnell man auch vergisst. Am 19. April 1995 hatte doch der sogenannte UNA-Bomber ein Gebäude in Oklahoma City in die Luft gesprengt (inkl. eines Kindergartens), dabei starben 168 Menschen.

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Auf unserer weiteren Wegstrecke sind wir dann erstmal auf dem Road Trip zu Maut-Stationen gekommen. Diese sind auch in Amerika nichts ungewöhnliches, aber das Prinzip, wie dort gerechnet wird, habe ich nicht so ganz verstanden. Man zahlt für einen Streckenabschnitt beispielsweise 4 US$. Wenn man an einem Punkt abfährt, bekommt man 1.50 Dollar zurückerstattet. Fährt man an der gleichen Stelle wieder auf, kostet der Rest der Reise nur noch 1.25 US$. Ähem? Gut, würde uns in Deutschland vermutlich so nicht passieren.

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Gegen 20 Uhr sind wir dann bei einem letzten Haltepunkt vor dem Hotel angekommen. Das Darryl Starbird’s National Hot Rod & Custom Car Hall of Fame Museum in Afton, Oklahoma hatte ich als Programm-Punkt vorgeschlagen. Es hat all meine Erwartungen bei weitem übertroffen und alle anderen Rad Tripper waren auch mehr als angetan. Ich werde zu einem späteren Zeitpunkt noch einen Beitrag zu dem Museum verfassen, was ich wirklich jedem, der da mal in der Gegend rumturnt (und das sind sonst wohl eher nur Fuchs und Hase), nur wärmstens ans Herz legen.

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Noch etwas über 100 Meilen bis zu unserem Hotel in Springfield, Missouri. Dafür haben wir dann noch ein ganzes Weilchen benötigt. Gegen 23 Uhr waren wir dann dort. Im Bett war ich aber erst deutlich später. Zuerst hatten wir noch in der Lobby ein paar Bier (aus Pappbechern, in Springfield darf man Alkohol nicht offen trinken, was ich aber auch aus anderen Teilen der USA kenne) und dann noch eine lustige Unterhaltung beim Rauchen vor dem Hotel mit drei deutlich angetrunkenen Montage-Arbeitern aus Alabama. Und ich kenne jetzt – Dank Omar RanaDave Chepelle als Comedian – verdammt habe ich gelacht. Gegen 1 Uhr bin ich dann k.o. in Bett gefallen. Und ja, nach Chicago werde ich definitiv noch einmal zurückkehren. Mit deutlich mehr Zeit.