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#mbrt13 – Tag 4 – Springfield – St. Louis – Chicago

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Es muss ja immer einen Tag geben, der nicht so toll ist, wie sollten sich sonst die anderen Tage abheben? Der vierte Tag auf der Strasse war für mich nicht nur der einzig langweilige, sondern generell kein toller Tag. Die letzte Etappe von Springfield, Missouri nach Chicago, Illinois war auch der erste Tag an dem wir “nur” 2 unterschiedliche Staaten gesehen haben. Die Vegetation ähnelt sehr der Unseren und es standen auch keine wirklichen Haltepunkte an. Bei 8 Stunden Fahrtzeit für etwas über 500 Meilen hatten wir es also mit dem Aufstehen nicht so wirklich eilig. Wir hatten am Vorabend als Abfahrtszeit 8 Uhr vereinbart. Ein Luxus, wenn man auf die letzten Tage zurückblickt. Chicago war eh nicht im Hellen zu erreichen. Trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass wir frühst möglich und ohne weitere Stops durchgefahren wären, um ein wenig mehr Zeit in Chicago zu haben.

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Am Vortag waren wir ja der Interstate I-40 bis nach Oklahoma City gefolgt, die eher eine Ost-West-Verbindung darstellt. In den Norden ging es seitdem dann weiter auf der I-44, die sich auch weiter am ursprünglichen Verlauf der “Route 66” richtet und so sieht man immer wieder die 66 auf allerlei Schildern. Letztendlich sind wir eben gefahren und der Tankstop um 10 Uhr war schon so etwas wie ein kleines Highlight.

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Irgendwann ist es dann Jens im Führungsfahrzeug zu dumm geworden, immer nur der meist sehr gerade Interstate zu folgen. Wir fahren ab! knackte es nur durch das Walkie-Talkie. Also haben wir mal ein bisschen die Country Roads für uns entdeckt. Die glückliche Fügung oder einfach nur Jens Instinkt führte uns dabei direkt zum Maramec Springs Trout Park. Obwohl dieser laut Eigenwerbung zu den schönsten Fleckchen Missouris gehören soll, haben nur Heike und Lena den Park von innen gesehen. Der Rest der Crew hat Wolfgang, Jens und Teymur dabei zugesehen (aka auf sie gewartet), wie Teymur Filmaufnahmen und Fotos von der neuen E-Klasse erstellt hat.

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Ich mache ja selbst gerne Fotos und auch Video, aber wenn man eben selbst nur am Wegesrand steht und wartet bis die beiden Autos mal wieder für ein paar Sekunden an einem vorbei rauschen, dann schlägt mir das durchaus aufs Gemüht. Das Wetter wurde auch zusehends schlechter. Man hatte uns gewarnt, es wäre ein Unwetter auf unseren Fährten. Davon hatten wir zwar bislang nichts mitbekommen, aber das schönste Fleckchen Missouris präsentierte sich auch nur im deutschen Einheitsgrau.

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Nachdem dann Teymur seine Sachen endlich alle im Kasten hatte, sind wir weiter gefahren, dann auch wieder auf der Interstate. Gut zwei Stunden später standen wir dann in St. Louis, Missouri vor dem Jefferson National Expansion Memorial (Gateway Arch) – bzw. auf der Strasse davor. Mangels Parkplätze und wegen dem ganzen Equipment, was wir in den Autos nicht unbeaufsichtigt lassen wollten, haben wir uns mit ein paar Touri-Fotos begnügt, statt den Bogen zu besteigen. Der 192 Meter hohe Torbogen, der Anfang der 60iger Jahre aus Stahl und Beton geschaffen wurde, kann mittels eines aus acht kugelförmigen Kabinen bestehenden Fahrstuhlsystems erklommen werden. Gut, vielleicht bei einem nächsten Mal.

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Nachdem wir St. Louis verlassen hatten, setzte dann der Regen ein. Und verliess uns auch nicht wieder. Eine weitere Stunde später haben wir dann noch eine Mittagspause gemacht. Ja, am vierten Tag ist auch eine Mittagspause nennenswert. Ich habe seit Ewigkeiten mal wieder bei Wendy’s gegessen. Die machen wirklich gute, leckere Burger. Danach hatten wir noch über 4 Stunden Fahrtzeit bis nach Chicago vor uns, die ich dann allein abgerissen habe. Zwischenzeitlich haben wir noch direkt an der Interstate einen Oldtimer-Handel (Country Classic Cars, Staunton, Illinois) entdeckt. Die anschliessende Detour, um dem Laden einen Foto-Beusch abzustatten wurde von deren Öffnungszeiten und einem Schild “Beware of the dog” vereitelt. Schade. Da standen wirklich schöne Schätzchen rum. Da hätte ich auch gerne im kalten Regen ein wenig gestöbert.

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Nach Chicago zu fahren hat etwas. Also ins Zentrum von Chicago einzufahren. Auch im Dunklen. Oder vielleicht auch gerade im Dunklen. Ich habe mir jedenfalls richtig selbst leid getan, dass ich fahren musste. Zu gerne hatte ich die Einfahrt gefilmt und fotografiert. Das war wirklich, wirklich eindrucksvoll. Und auch wunderschön. Lichter der Grossstadt. Herrlich. Im Übrigen hat man im Dunklen das Gefühl, dass man schon 50 Meilen lang durch Chicago fährt bis man dann endlich im Zentrum ankommt.

Vor unserem Hotel habe ich dann etwas Neues kennengelernt, was ich bislang nur aus Filmen kannte. Valet Parking (Huch und eben gerade den wohl kürzesten Wikipedia-Eintrag entdeckt). Also die Geschichte, wo Du einem wildfremden Menschen deine Autoschlüssel in die Hand drückst, damit er Dein Fahrzeug irgendwo hinstellt. Du weisst nicht wohin. Du weisst auch nicht, wie er mir Deinem Fahrzeug umgeht. Usw. Befremdlich, aber in Downtown Chicago wohl nicht anders zu machen. Der Parkdienst unseres Hotel war gerade etwas im Stress, darum bat mich der Concierge den Mercedes-Benz ML doch bitte auf die andere Strassenseite zu stellen. Hm. Kinderspiel.

Auf dem kompletten Road Trip ist niemand zu Schaden gekommen. Auch kein Fahrzeug. Nur ein Reifen. Vor unserem Hotel. In Chicago. Und ich sass am Steuer. Super! Ich habe eigentlich gar nichts gemacht. Ich wollte nur in 2 Zügen wenden. Und bin mit dem Reifen vor den Bordstein gefahren. Danach hat es dann gezischt. Und ich kann bestätigen, dass der ML über eine Reifendruck-Anzeige verfügte. Zwischenzeitlich war es ungefähr 21 Uhr abends. Der Mercedes-Benz Servicewagen (auch ein ML) – “Roadside Assistance” nennt sich das vornehm in den Staaten – brauchte nur eine halbe Stunde, um zu uns zu kommen. Mit einem neuen Reifen konnte er uns aber leider nicht aushelfen. Unsere Fahrzeuge hatten die in den USA eher unbekannten Winterreifen und so blieb ihm auch nichts anderes übrig, als das Notrad aufzuziehen.

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Sehr versöhnlich war dann aber der Abschluss des Abends. Wir waren noch in einem sehr feinen Steak-House essen und haben Heike verabschiedet, die uns schon in Chicago verlassen hat. Zu Fuss sind wir ein Blocks gelaufen, um das Restaurant zu erreichen. Ich bin von der Damenwelt in Chicago wirklich beeindruckt. Es war ja Samstag abend. Es war dunkel. Es war kalt. Es hat geregnet und Chicago hat seinem Beinamen “Windy City” alle Ehre gemacht – es war wirklich windig. Dennoch habe ich schon lange nicht mehr so viele Frauen in High Heels und Miniröcken auf einmal gesehen. Die scheinen da echt hart im Nehmen zu sein. Gegen Mitternacht bin ich ins Bett gefallen.