Erste Probefahrt in der neuen Skoda Octavia III 2.0 TDI 150 PS Limousine

Der Skoda Octavia ist seit langem Skodas Besteller. Allerdings wird nur jeder 10. Octavia als Limousine gekauft – Deutschland ist eben ein Kombi-Markt. Trotzdem kann ich mir durchaus vorstellen, dass sich dieses Verhältnis mit der dritten und somit ganz neuen Modellgeneration verschieben wird. Denn Skoda hat bei der Limousine den Kofferraumdeckel durch eine grosse, weit ausladende Heckklappe ersetzt. In Verbindung mit der herausnehmbaren Hutablage, die man übrigens ganz praktisch hinter die Rücksitzbank schieben kann, ergebt sich dadurch ein Mehr an Platz, was den einen oder anderen Käufer durchaus mit der Limousine liebäugeln lässt. Eben diese Limousine – nigelnagelneu – durften Jens (hier sein Beitrag über den neuen Skoda Octavia) und ich jetzt einen halben Tag fahren:


Der Škoda Octavia III löst die seit 2004 gebaute zweite Generation des Tschechen ab, die noch auf dem Golf V basierte. Der Octavia des Modelljahres 2013 teilt sich nun den modularer Querbaukasten mit dem Golf VII, was einer technischen Verjüngung von mal eben zwei Golf-Generationen gleichkommt. Und die neue frische Hülles des Škoda Octavia kommt bei mir auch gut an. Vor allem die Front wirkt auf mich wesentlich frischer, markanter und auch prägnanter – nicht zuletzt durch die Frontscheinwerfer. Und auch das Heck profitiert von den neuen Heckleuchten, die Skoda mit zwei Leuchtbändern versehen hat. Bei den Rückleuchten will man übrigens baureihenübergreifend spielen – die Leuchten des Rapid zieht ein Band, der Octavia hat zwei Bänder und der neue Superb wird drei Streifen in den Rückleuchten zum leuchten bringen.

Interesse an dem Fahrbericht zur neuen Skoda Octavia III Combi? Hier ist der passende Beitrag: Mit dem 2013 Škoda Octavia III Combi 2.0 TDI DSG durch den bayrischen Regen.

Was mir wirklich gefällt sind diese zahlreichen pfiffigen Lösungen, die Skoda in den neuen Octavia III eingearbeitet hat. Da wäre zum einen der Eiskratzer-Halter in der Tankklappe. Wer kennt das nicht – man kratzt morgens das Auto frei und klopft entweder erst mühsam alle Eisreste vom Kratzer oder aber wirft ihn mit den Resten in die Türablage, wo das Tauwasser dann die dort abgelegten Gegenstände benässt. Zudem ist es doch unglaublich nett, immer zu wissen, wo der Eiskratzer sich befindet, weil er eben einen festen Platz hat – unabhängig vom Ordnungsprinzip der einzelnen Fahrer. Dann wäre da die oben schon angesprochene Hutablage, die man einfach hinter die Rücksitzbank schiebt. Auch das Fach für die Warnweste unter dem Fahrersitz finde ich goldig. Ich bin schon oft genug geflogen, so dass dieser Platz für mich – analog zu den Schwimmwesten unter dem Flugzeugsitz – einfach nur logisch ist. Nach einem Stop habe ich auf dem Beifahrersitz meine Kamera vermisst und bin etwas hektisch geworden. Ich besitze eine grosse, wenn man sie nicht auch riesig nennen will, Spiegelreflex-Kamera. Und diese war fast komplett unter den Beifahrersitz gerutscht. Da ist also richtig viel Platz – perfekt für längere Fahrten mit der ganzen Familie, wenn man Proviant dabei hat.

Der Innenraum unseres Testfahrzeuges präsentierte sich im hellen Leder – nicht unbedingt die erste Wahl für den Familienvater. Für die Hersteller aber in der Regel eine gute Wahl, denn helle Innenräume lassen sich besser fotografieren und wirken optisch größer. Letzteres braucht Skoda Octavia aber nicht, um sein Platzangebot aufzumotzen. Vorne wie auch im Fond hat man ausreichend Platz und auch Kopffreiheit – der heranwachsende Nachwuchs wird es zu danken wissen. Genauso wie die sich vollständig versenkbaren Scheiben in der hinteren Türen. Leuchtende Augen wird die Nintendo-spielende Generation wohl auch bei der 220 Volt-Steckdose zwischen den Vordersitzen bekommen, aber auch für mich als Vater ist das ein feines Ausstattungshighlight, kann man doch zur Not auch mal während der Fahrt sein Notebook aufladen oder sogar auf längeren Strecken auf dem Beifahrersitz arbeiten. Mein persönliches Highlight im Innenraum sind die Türgriffe. Diese sind formschön integriert und es macht einfach Spass die Tür mit ihnen zu öffnen, lediglich einen Hauch mehr an Metallbeschichtung könnten sie meines Erachtens vertragen. Ich bin übrigens ein Freund von Panorama-Schiebedächern. Wirklich. Ich mag es, wenn viel Licht ins Auto kommt. Unser Octavia war mit einem solchen ausgestattet und wir haben uns auch Portugals Mittagssonne ungeschützt bei offenem Dach ausgesetzt. Das Dach ist gross, die Bezeichnung Panorama ist meines Erachtens aber ein ganz wenig übertrieben. Die Windgeräusche bei der Fahrt mit geöffnetem Dach halten sich dafür aber in einem komfortablen Rahmen.

Das Entertainment-Paket mit dem Canton-Premium-Lautsprecher-System (570 Watt Leistung inkl dem Subwoofer im Kofferraum) lässt mich erst einmal unentschlossen zurück. Die Lautsprecher haben mich nicht gerade verzückt, den Ansprüchen einer Durchschnittsfamilie dürften sie aber locker entsprechen, wenn nicht übersteigen. Das Radio mit dem integrierten Navigationssystem macht einen guten Eindruck und lässt sich auch einfach über den 8″ Touchscreen bedienen. Das System möchte ich mir aber doch gerne noch mal in Ruhe ansehen. Es wollte weder das iPhone 4 noch das iPhone 5 und auch nicht den iPod Touch als USB-Abspielquelle erkennen. Das Pairen per Bluetooth funktionierte hingegen einwandfrei. Da wurden dann sogar die Cover der Alben/Musikstücke mit übertragen und auf der Display angezeigt. Zu den einzelnen Radio-Sender lassen sich übrigens auch kleine Bilder zuordnen, das hatte ich so bislang auch noch nicht gesehen. Und generell bin ich ja von der grünen Farbgebung des Entertainment-Pakets durchaus angetan, dass ich hatte ich bei meinen Testwagen, dem Škoda Superb Combi Elegance 2.0 TDI DSG und Skoda Roomster 1.2 TDI Greenline schon angemerkt.

Auch in Sachen Assistenz-System hat Skoda beim neuen Octavia einen ganze Schippe draufgelegt. Den adaptiven Abstandsassistenten iVm mit dem Tempomaten hatte Jens bei unserer gemeinsamen Ausfahrt auf der Autobahn ausprobiert und für gut befunden. Unser Testwagen war auch mit dem neuen Parklenkassistent ausgestattet, den haben wir aber mangels Zeit genauso wenig testen können wie die Verkehrszeichenerkennung im Fahrerassistenzpaket ‚Traveller‘. Der Spurhalte-Assistent funktioniert (zeigen wir auch im Video). Bis zu 7 Sekunden hält er den Skoda Octavia autonom auf der Autobahn in der Spur (soweit unser erster Test), das Lenkrad korrigiert wie von Geisterhand leicht nach. Nach 7 Sekunden ertönt ein Warnton und der Fahrer wird aufgefordert, das Steuer wieder zu übernehmen.

Was gehört noch zu so einem kurzen Fahrtbericht? Motor. Getriebe. Fahrwerk. Wir hatten uns einen 2 Liter Diesel mit DSG gewünscht und bekommen. Zu dem TDI muss man nichts gross sagen. Ein bewährter Motor, der läuft und läuft und läuft. Der Durchzug ist vollkommen in Ordnung – die Geräuschentwicklung nicht zu beanstanden und das DSG schaltet butterweich. Kein Grund zur Klage. Mit diesem 150 PS starken Diesel-Aggregat kann man eigentlich nichts falsch machen. Das Fahrwerk habe ich als unauffällig empfunden, was ich sehr positiv meine. Es ist zu keiner Zeit auch nur ansatzweise negativ aufgefallen und auch die teils doch recht schlechten Strassen in Portugal hat es komfortabel abgefedert.

Der Smart-Shopper wird sich über den Einstiegspreis von gerade mal 15.990 Euro freuen. Wer mehr wissen will, hier gibt es alle Fakten und Werte zum neuen 2013 Skoda Octavia III. Ich freue mich darauf, den neuen Octavia bald wieder zu sehen. Gerne noch einmal für einen ausführlichen Test in Bielefeld und natürlich auch als Skoda Octavia Combi, der wohl Anfang März in Genf vorgestellt wird. Weitere Bilder und Detailfotos wie immer in der nachstehenden Galerie. Weitere Stimmen zu dem Skoda Ocativa finden sich auch bei Jens, Bjoern, Milos und Fabian. Ein sehr liebevolles Blog zum Thema Skoda betreibt Sebastian.