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NAIAS13: Chevrolet Camaro ZL1


Im Shuttle auf dem Weg vom Flughafen in Los Angeles zum Mercedes-Benz Advanced Design Center tauschen der amerikansiche Blogger-Kollege Omar und ich uns über das letzte halbe Jahr aus. Wir haben uns ein Weilchen nicht gesehen. Schliesslich zückt er sein Notebook und zeigt mir die Fotos seiner letzten Testfahrzeuge. Trotz Globalisierung haben die Amis ja doch noch ein paar Fahrzeuge drüben, die wir hier in der Form nicht in die Finger bekommen – beispielsweise Buick, die im Prinzip Opel-Fahrzeuge im Badge-Engineering-Design anbieten, ein paar Ford-Modelle, die es wohl ob ihrer Größe nicht über den Teich schaffen werden und eben jeder gelbe Chevrolet Camaro ZL1, der er mir mit Begeisterung auf dem Computer-Schirm zeigt.

Ich selbst hatte ja Anfang 2012 das Vergnügen, den “normalen” Chevy Camaro V8 drei Tage durch Ostwestfalen zu schubsen und war ja mehr als nur angetan von dem Fahrzeug. So kann ich auch nachvollziehen, dass der amerikanische Kollege plant, sein 1ser Coupé abzustossen und stattdessen auf einen Chevrolet Camaro ZL1 umzusteigen. So viel mehr Fahrspass! lässt er mich wissen. Ich selbst bin leider nicht mehr Anfang 30 und habe zudem auch noch zwei Kinder. Ja, die kann man zur Not auch in einem Camaro zur Musikschule und zum Sport gurken, aber dann bleibt immer noch der deutsche Benzin-Preis als Argument, um den Chevrolet Camaro ZL1 eher ins Reich meiner Tagträume zu verbannen.


Einen Road Trip später stehe ich auf der NAIAS 2013 in Detroit eben vor genau so einem Modell. Einem quietschgelben Chevrolet Camaro ZL1 – allein die Farbe zieht mich ganz böse in ihren Bann. Wir hier in Deutschland haben nur Zugriff auf den Camaro in zwei unterschiedlichen Motor-Versionen LS3 (318 kW/432 PS) oder LS99 (298 kW/404 PS). Die Ausstattung entspricht in etwa der amerikanischen SS bzw RS-Ausstattungslinie. Die LED-Heckleuchten gibt es nur auf dem Europäischen Markt.

Den ZL1 gibt es bei uns nur über Importeure zu beziehen. Er zieht aus dem 6.2 Liter-V8 580 PS (432 kW) und schafft ein Drehmoment von 754 Nm. Im Prinzip ist dies aber nur die sogenannte Spitze des Einsberges – die Modifikationen des ZL1 im Gegensatz zum Serien-Camaro SS betreffen stolze 30% des Fahrzeuges. Und dies ist nicht, wie das Äussere denken lässt, auf Krawall gebürstet, sondern für die Rennstrecke präpariert. Die 20″ Felgen kleiden sich mit Goodyear-Pneus in den Dimensionen 285/35ZR-20 vorne und 305/35ZR-20 hinten. Das Performance Traction Management (PTM) stammt aus der Corvette ZR1 und Motor, Getriebe wie auch das hintere Differenzial haben ein spezielles Kühlsystem spendiert bekommen. Auch die Brembo Bremsen sind für den Rennstrecken-Einsatz ausgelegt.


Hach. Nackt und als Schalter kann man den Chevrolet Camaro ZL1 ab US$56.550 kaufen. Mit ein paar Optionspaketen ist man auch auch schnell über US$60.000. Bei Mobile.de finde ich gerade mal ein Import-Modell zum Preis von stolzen 66.770 EUR. In der Leistungsklasse wäre wohl am nächsten der Nissan GT/R mit seinen 550 PS und einem Preis von 100.000 Euro. Ein Mercedes-Benz C 63 AMG Coupé kostet nackt bereits über 73.000 Euro. Ich möchte den ZL1 gerne mal fahren. Vielleicht klappt das ja sogar in diesem Jahr noch. Wenn der Kollege seinen 1ser gegen den Chevrolet Camaro ZL1 eintauscht.