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2013 Citroen DS3 Cabrio THP 155 SportChic – erste Probefahrt durch Valencia und viele Bilder

Bereits 1999 zeigte Citroen in Frankfurt auf der IAA einen Prototyp einer Kleinwagen-Cabrio-Limousine namens Pluriel. Wie so oft in der Geschichte von Citroen war es ein extravagantes, innovatives Fahrzeug-Konzept, was seiner Zeit ein wenig zu weit voraus war. Die äußere Form war an den Citroen C3 angelehnt, allerdings verfügte der Kleinwagen über ein Faltdach, was man bis zur Kofferraum-Kante öffnen konnte. Soweit nicht zu neu, denn früher gab es einige Cabrio-Limousinen mit langem Rolldach, wie den Opel Olympia aus den 30iger Jahren, den Fiat Nuova 500 aus den späten 50iger Jahren oder auch die Ente aus eigenem Hause, um nur zwei Beispiele zu nennen. Neu bei Pluriel war hingegen, dass man die Dachholme auch noch relativ einfach demontieren konnte und somit einen Kleinwagen im Spider-Format durch den Sommer bewegen konnte. Seit 2003 konnte man den Pluriel dann auch kaufen, 7 Jahre später wurde die Produktion eingestellt. Ich selbst kenne zwei Personen, die den Pluriel einfach nur geliebt haben.

Zweieinhalb Jahre nach Produktionsende stellte Citroen in Paris das Citroen DS3 Cabrio vor. Das Citroen DS3 „Cabrio“, wie ich es nennen würde, denn auch dieses Fahrzeug tritt eher in die Fussstapfen der Ente. Die beste Bezeichnung wäre auch hier sicherlich Cabrio-Limousine. Die Vorstellung des Fahrzeuges ist mehr als konsequent für den französischen Autobauer. Mit der neuen DS-Linie hat man viele Neu-Kunden gewinnen können – 60% aller DS-Käufer sind vorher nicht Citroen gefahren. Zudem ist der DS3 mit nicht ganz 200.000 Einheiten das erfolgreichste Modell der erst 30 Monate alten (neuen) DS-Linie. Die Käuferschaft des Citroen DS3, der jüngst von den Auto-Bloggern zum Kleinwagen 2013 gekrönt wurde, besteht aus 60% aus Frauen. Anvisiert war ursprünglich eine eher junge Käuferschaft, aber auch in anderen Altersgruppen hat der Citroen DS3 viele Freunde und Käufer gefunden. Und eben all diesen Fans und anderen Kaufwilligen bietet Citroen jetzt (Der Verkaufsstart ist der März 2013) die Möglichkeit, die Sommersonne (Wann wird es endlich wieder Sommer?) in einem geöffneten Citroen DS3 zu geniessen. In einem Citroen DS3 Cabrio.

Ich hatte letzten Montag das Vergnügen, mit dem Citroen durch Valencia und dessen Vororte zu fahren und schildere im Folgenden, wie ich das Auto auf der ersten Probefahrt erlebt habe (auch kurz zusammengefasst in dem nachstehenden Video):

Als wir am Flughafen ankamen, um das Citroen DS3 Cabrio zu übernehmen, war noch eine freie Farbwahl möglich. Ich mag gelb. Und Autos in gelb/schwarzer Farbkombination sowieso. Die freundliche Dame, die uns zum Auto begleitete erklärte uns auch noch schnell die wissenswerten Besonderheiten.

Das Faltdach und das Cabrio-Gefühl
Das Faltdach (aus dem Hause Webasto) lässt sich stufenlos von vorne nach hinten öffnen, es hat aber vier verschiedene Stufen:

  1. ganz offen, dass heisst, auch die Heckscheibe verschwindet
  2. offen bis zur hinteren Dachkante, dass heisst die Heckscheibe bleibt stehen.
  3. im vorgenannten Zustand mit mehr oder weniger geschlossenem Dach
  4. geschlossen

Mit geschlossenen Dach ist es in dem Auto wirklich so ruhig, wie es einen die Marketingtexte von Citroen glauben lassen wollen. Bis zu 130 km/k merkt man meiner Meinung nach nicht, ob man gerade in der Cabrio-Limousine unterwegs ist oder einem normalen DS3. Auf der Pressekonferenz habe ich gelernt, dass die an die vier unterschiedlichen Lagen des Verdecks liegt. Die zum Innenraum gewandet Lage besteht aus einem Akustikstoff, der Windgeräusche aus dem Innenraum fern halten soll und dies auch tut.

Schön ist übrigens, dass man das Faltdach bis zu Geschwindigkeiten von 120 km/h öffnen und schliessen kann – eine gute Sache, wenn man auf der Autobahn in eine Regenfront fährt. Der komplette Vorgang vom Öffnen bzw Schliessen des Dachs dauert 17 Sekunden. Ist das Dach ganz geöffnet (s.o. Zustand 1), so ist die Sicht nach hinten doch eher schlecht als recht. Ich habe immer die Öffnungsstufe 2 bevorzugt, auch wenn ich meist nur in die Aussenspiegel schaue.

Im geöffenten Zustand sitzt man unter freiem Himmel. Es zieht ein wenig – Hallo, es ist doch ein Cabrio! – aber nicht so, dass ich es als störend empfinden würde. Was mich bei heutigen Cabrios stört – und ich muss dazu sagen, dass ich schon ein paar Tage älter bin, unter anderem ein Peugeot 304 Cabrio (Bj. 72) und einen Alfa Romeo Spider (Bj. 89, Gummilippe) besessen habe, die beide bei geöffneten Dach quasi nur noch einen zierlichen Scheibenrahmen als Schutz vor Wind und Sonne hatten – ist der breite Scheibenrahmen auf den man erst einmal schaut, wenn man den Blick nach oben schweifen lassen will. Beim Citroen DS3 Cabrio kommen dazu noch die ebenso breiten Dachholme, die bei mir ein echtes Spidergefühl nicht aufkommen lassen wollen. Hebt man den Kopf eher schräg nach oben, so passt das schon wieder. Es ist auf jeden Fall eine spassige Angelegenheit – wie in unserem Fall, die architektonisch wertvollen Gebäude in Valencia durch den nicht vorhandenen Dachhimmel ansehen zu können. Und ja, es macht einen großen Unterschied, dass man nicht durch ein Panorama-Dach schaut, sondern direkten Blick auf das Gebäude hat.

Der Kofferraum und das Platzangebot
Die Besonderheit am Kofferraum, die uns die freundliche Dame gezeigt hat, ist der Mechanismus, der das in Stufe 1 (siehe oben) geöffnete Dach erst einmal automatisch in die Stufe 2 schliesst. Anderfalls bekommt man die Klappe nämlich nicht auf, weil das zusammengefaltete Dach darüber liegt. Ist das Dach soweit geschlossen, lässt sich die Klappe elegant nach oben liften. Die Kofferraumklappe an sich ist aber eher ein Witz. Seinen Wocheneinkauf kann man quasi nur Teil für Teil durch den Schlitz werfen und dann beim Auspacken danach wieder fischen. Nein. Ganz so schlimm ist es nicht, aber auch wenn der Kofferraum mit einem Volumen von 245 Litern der größte des spitzen Fahrzeugsegments ist, den Wocheneinkauf einer 4-köpfigen Familie möchte man lieber im Innenraum verstauen. Wir haben unsere 3 Reisetrolleys – alle drei Lufthansa-Kabinen-tauglich – bequem im Kofferabteil verstauen können. Für den Kurzurlaub eines Päarchens (nein, Jens und ich sind kein Päarchen!!!) ist also genug Platz vorhanden.

Citroen bewirbt das Citroen DS3 Cabrio mit „fünf echten Sitzplätze“. Dem will ich nicht wiedersprechen, aber fünf echte Kerle passen nicht in den offenen Kleinwagen. Auf der hinteren Bank hat man als Erwachsener sowohl Probleme mit der Kopffreiheit als auch mit Beinen. Das soll nicht heissen, dass hinten nicht auch ein Erwachsener sitzen kann, längere Strecken möchte ich aber nicht im Fond verbringen müssen. Nicht getestet habe ich, wie es sich bei offenem Verdeck mit dem Fahrtwind verhält. Der Nachwuchs sollte da aber keine Probleme haben und das Einsteigen in den Fond ist auch mir problemlos gelungen. Das Aussteigen übrigens auch. Die Sportsitze vorne – als Bestandteil der „SportChic“-Ausstattungslinie fand ich komfortable und habe mich über guten Seitenhalt gefreut. Vorne sitzend hat man im DS3 sowieso nichts zu beanstanden, was das Platzangebot angeht.

Motor, Schaltung, Fahrwerk, Fahrspass
Die Hersteller zeigt bei den Fahrveranstaltungen der neuen Produkte selten die kleinsten Motoren oder nicht vollausgestattete Modelle. So kamen auch wir in den Genuss des stärksten Benzin-Motors, den man bislang für das Citroen DS3 Cabrio bestellen kann, den 156 PS starken 1.6 Liter Benziner (ein Produkt aus der Kooperation mit den Bayrischen Motoren Werken), der nur in Verbindung mit dem manuellen 6-Ganggetriebe zu ordern ist. Und den es auch nur in der Ausstattung „SportChic“ zu kaufen gibt – zu einem Basispreis von 23.810,– Euro. Dafür bekommt der Käufer – die Käuferin – einen mehr als spassigen Motor mit einem dazu sehr schön passend abgestimmten Getriebe. Der 50 PS stärkere Citroen DS3 Racing, den ich jetzt schon 3 mal gefahren bin, hat noch einmal deutlich mehr Druck, aber auch der THP 155 lässt sich mit viel Fahrspass um die Ecken schubsen. Das Fahrwerk ist dabei schon ziemlich straff abgestimmt, in anderen Worten hart, mir persönlichen einen Tucken zu unkomfortabel.

Fahrspass. Den hatte ich im neuen Citroen DS3 Cabrio THP 155 SportChic – und zwar ohne Ende. Gerade die Mischung zwischen flotter Fahrweise hier und da und dann dem Cruisen bei offenem Verdeck hat mir sehr gefallen. Ich mag den kleinen Offenen. Die Spanier haben sich unseren Testwagen stets wohlwollend und interessiert angesehen. Also nicht nur bei mir kommt die Cabrio-Limousine gut an.

Mein Fazit? Wer den Citroen DS3 mag und schon immer mal mit einem Cabrio geliebäugelt hat, der wird das Citroen DS3 Cabrio in sein Herz schliessen. Der Wagen fährt sich wie ein normaler DS3, Citroen ist auch stolz, dass man trotz der Versteifungen, die man im Tausch für das Dach einbauen musste, nur 25 kg Mehrgewicht produziert hat. Wer den Citroen DS3 schon immer schick fand und ein neues Auto in der Preisklasse sucht, sollte auf jeden Fall mal eine Probefahrt machen. Bevor ich ein endgültiges Fazit abgebe, muss ich den Wagen noch einmal fahren. 5 Stunden reicht da nicht aus. Mein erster Eindruck ist positiv.

PS: Das letzte Bild zeigt die Rückleuchten in neuen 3d-Design. Diese Dinger sind meiner Meinung nach ziemlich abgefahren. Der 3d-Effekt wird über zwei Spiegel im Gehäuse der Rückleuchte erzeugt. Es gibt nämlich nur einen Ring von LEDs, der das eigentliche Rücklicht bildet – alle weiteren Ringe werden durch die Spiegel erzeugt. Ich habe mir fast die Nase an dem Ding platt gedrückt, weil ich es nicht verstanden habe, dass die Spiegelung nach ein paar Mal aufhört. Das ist mit meinem Grundwissen Physik nicht zu vereinbaren. Die Spiegelungen müssten ja ins unendliche laufen. Und wenn man genau hinsieht, tun sie das auch, bloss wird das Licht pro Spiegelung eben immer schwächer, so dass man die Ringe irgendwann nicht mehr richtig sehen kann.

Ich war natürlich zusammen mit Jens in Valencia, wie man in dem Video oben auch unschwer erkennen kann – er hat seine Meinung zu dem Citroen DS3 Cabrio bereits am Montag zusammengefasst. Ich habe auch alle Daten und Fakten zum Citroen DS3 Cabrio im Blog abgelegt. Und jede Menge Bilder habe ich auch mitgebracht, die findet ihr wie immer in der nachstehende Galerie.