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Familienfreund im Schnee – Probefahrt mit dem 2012 Skoda Yeti 4×4 2.0 TDI Elegance

Jaja. Bielefeld? Yeti? Gibt es doch alles nicht. Ok, darf ich mich jetzt dem Fahrzeug zuwenden? Laut Wikipedia ist der Škoda Yeti ist ein Kompakt-SUV. Ich sehe in ihm eher eine eigene Fahrzeug-Gattung. Diese ganzen familienfreundlichen, hochgebauten Kompakten sollten meines Erachtens ein eigenes Segment bekommen. Prädikat Familienfreundlich. Und das ist der Skoda Yeti meines Erachtens durch und durch. Man darf sich nicht von der Seitenansicht täuschen lassen. Als ich zum ersten Mal vor dem Yeti stand (bin ich weggelaufen haha), dachte ich Hat der überhaupt einen Kofferraum? Hat er. Und der ist mit gut 400 Litern Fassungsvermögen alles andere als klein – zumal man hinten auch schön nach oben stapeln kann. Wer mag nutzt die Gepäcknetze – fand ich erst sehr nervig das Zeug im Innenraum, mein Fotokoffer lies sich aber prima damit fixieren. Zudem kann man die Einzelsitze der Rückbank noch etwas nach vorne schieben und so das Ladevolumen noch vergrößern. Sei es nun für die Fahrt in den Urlaub oder wenn der Wochenendeinkauf deutlich üppiger ausgefallen ist. Und selbst bei vorgezogener Rücksitzbank hat der Nachwuchs noch ausreichend Platz. Wollen hingegen Erwachsene eine längere Strecke im Fond mitfahren, sollte man die Rücksitzbank aber schon nach hinten schieben. Dann haben zumindest 4 Erwachsene ausreichend Platz und Komfort (die Rückenlehnen lassen sich ein wenig nach hinten stellen), die Lehne des mittleren Platzes hinten lässt sich dann umklappen, im Rückenteil sind Getränke-Halter integriert. Braucht man noch etwas mehr Platz lassen sich die Rücksitze nicht nur umklappen, sondern auch wegklappen und auch relativ einfach ganz herausnehmen. Das (und noch einiges mehr, zum Beispiel die Funktion des Einpark-Assistenten ) zeigen wir Euch in unserem nachstehenden Video:

Sieht man mal von den losen Gurtpeitschen (Liebe Konstrukteure, lasst Euch von Kindern doch mal zeigen, wie schweirig es ist, sich so selbst anzuschnallen) hinten ab, gibt sich der Skoda neben dem Platzangebot an sich auch sonst sehr kinderfreundlich. Die Kleinen können die Türablage gut erreichen und auch die Taschen am Rücken der Vorderseite nutzen. Auch eine Leseleuchte an den Seiten gibt es, da könnte das Licht vielleicht noch etwas heller und gebündelter kommen. Leider – meine Kinder finden das extrem doof – lassen sich die Seitenscheiben nicht vollständig in den hinteren Türen versenken.

Auch als Fahrer und Beifahrer sitzt man gut, mit ausreichend Platz und bequem, die Sitzheizung funktioniert prächtig, hat aber meines Erachtens einen kleinen Bereich zwischen Sitzfläche und Lehne, der nicht so ganz warm werden will. Das Lenkrad unseres Testwagens in der gehobenen Elegance-Ausstattung (Basispreis mit dem 2 Liter Diesel und manueller 6-Gangschaltung 29.850 Euro) lies sich in in vier Richtungen verstellen, was ich ungemein wichtig finde – ich habe das Lenkrad gerne nah bei mir. Peinlich ist mir, dass ich beim Pairen meines iPhones gescheitert bin. Der Yeti war noch mit der alten Version des Columbus-Infotainment (Aufreis knapp 2000 Euro, dann aber inkl. Navigationssystem, was sehr ordentlich funktioniert) ausgestattet, bei dem man über die Funktionen des MFA das Handy per Bluetooth verbindet. Jens hat mir dann aber ein paar Tage später gezeigt, dass es geht. Generell mag ich die Infotaiment-Systeme von Skoda, da sie logisch aufgebaut sind, der Touchscreen nicht zu träge ist und ich die grünen Elemente einfach schick finde (siehe auch meine Beiträge zum Skoda Roomster, Skoda Superb und dem ganz neuen Skoda Octavia III). Die helle Leder-Alcantara-Ausstattung „Antilope-Beige“ wäre jetzt nicht so meins, auch wenn sich Alcantara doch recht gut reinigen lässt, es gibt sie aber auch als – aufatmen – „Antilope-Schwarz“. Kostenpunkt: 1720 Euro Aufpreis.

Begeistert waren die Kinder auch von dem Panoramadach, was seine Namen alle Ehre macht, sich zudem wirklich weit öffnen lässt (sieht man im Video auch schön) und für einen Aufpreis von 1095 Euro zu ordern ist. Erwähnen möchte ich noch eine Kleinigkeit: In den Seitenablagen befindet sich ein einfaches (naja, nicht ganz so einfach, ihr wisst was ich meine) Gummiband, hinter das man sehr gut Papiere oder Karten klemmen kann. Kleine Sache, große Wirkung bei mir – simply clever lautet der Slogan von Skoda, hier zeigt er sich meiner Meinung nach von seiner besten Seite.

Machen wir uns nichts vor, der 2012 Skoda Yeti ist eine kleine Schrankwand und kein schnittiger Sportwagen. Mit Windgeräuschen an der Frontscheibe muss man leben, sie sind aber nicht zu aufdringlich. Auf der Autobahn war bei 190 km/h Schluss und so richtig zackig hat der 140 PS 2 Liter TDI den Wagen auch nicht zur Höchstgeschwindigkeit geführt. Aber man kann durchaus zügig von A nach B kommen und muss sich wirklich nicht auf der rechten Spur verstecken. In der Stadt hingegen hat man für meinen Geschmack hübschen Vortrieb. Wer sich den aktuellen Verbrauch im MFA anzeigen lässt, kann zudem den Spritverbrauch in Grenzen halten, dazu will das 6-Gang-Getriebe (unauffällig und somit prima) stets zur rechten Zeit geschaltet werden. 7 Liter auf 100 km gibt Skoda als Verbrauch innerorts an (6 Liter im Normmix), bei mir war es erwartungsgemäß ein wenig mehr, ich fahre die Testfahrzeuge aber selten verbrauchsoptimiert. Vom permanenten Allrad-Antrieb des 2012 Skoda Yeti 4×4 2.0 TDI habe ich – trotz leichtem Schneefalls – nicht so richtig profitieren können. Ich finde den trotzdem sehr interessant. Wir wohnen ja in der flachen Stadt, haben aber Bekannte, die am (für Süddeutsche – sehr flachen) Berg wohnen, wenn ich dort wohnen würde, dann hätte ich auf jeden Fall ein Fahrzeug mit Allradantrieb. Aber auch so gut der Allradantrieb zumindest eine psychologische Sicherheit …

Mein Fazit? Der 2012 shark-blau metallic lackierte Skoda Yeti 4×4 2.0 TDI Elegance, der uns zum Test zur Verfügung stand, ist schon ein feines Familienauto ohne für mich erkennbare echte Schwächen. Das Platzangebot ist für mich als Familienvater schlichtweg optimal. Das Panorama-Dach würde ich auf jeden Fall auf meinen Wunschzettel setzen. Ich selbst bin allerdings nicht so ein Fan der Bauart dieser Fahrzeuge. Viel Kopffreiheit und extra Platz nach oben im Kofferraum ist eine tolle Sache, meinen Geschmack trifft die äußere Form aber nicht. Für eine Vernunftsentscheidung könnte mich meine Frau aber durchaus zu einem Yeti überreden.

Weitere Stimmen gefällig? Jens hat seinen Fahrbericht zum 2013 Skoda Yeti 4×4 auch schon geschrieben. Fabian Mechtel hat den Skoda Yedi mit dem 110 PS Diesel getestet. Milos war mit dem Yeti in der Wüste. Um wie immer mehr Bilder in der nachstehenden Galerie: