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Probefahrt mit dem polar-silbernen 2012 Ford Ranger Limited Doppelkabine 2.2 TDCi 150 PS Automatik

Konny Reinmann war Anfang letztes Jahres in drei kurzen Clips Markenbotschafter für den neu vorgestellten Ford Ranger. Das passt meines Erachtens wie die Faust aufs Auge, denn der Ford Ranger ist ein sympathisches Arbeitstier mit leichtem Glamor und Ami-Faktor. Ich bin eine Woche in einem polar-silbernen 2012 Ford Ranger Limited Doppelkabine 2.2 TDCi mit 6Gang-Automatikgetriebe unterwegs gewesen und war überrascht, dass der Pick-up sich auch durchaus als Familientransporter bewährt hat.

Gemeinsam mit Jens Stratmann haben wir zudem mit dem Ford Ranger Limited für unser Video-Format ausfahrt.tv eine kurze Folge gedreht, in dem wir Euch das Arbeitstier von Ford kurz vorab vorstellen:

Der Fokus beim Ford Ranger liegt ganz deutlich auf dem Transport von Dingen. Dabei macht es erstmal keinen Unterschied, welche der drei Karosserie-Varianten (Einzel- [1 Sitzreihe], Extra- [1.5 Sitzreihen - Zugang hinten über eine halbe Flügeltür] oder Doppelkabine [2 Sitzreihen]) man wählt. Je kürzer die Kabine, umso länger ist eben die Ladefläche (2.31m, 1.84m oder 1.56m). Die Version mit der Einzelkabine als auch der Doppelkabine gibt es sowohl mit Heck- als auch mit Allradantrieb, die Karosserie-Varianten Extrakabine wird ausschliesslich mit (zuschaltbarem) Allradantrieb ausgeliefert. Das zulässige Gesamtgewicht beträgt bei allen allradgetriebenen Varianten 3.2 Tonnen. Mit einem Leergewicht von 2.176 Tonnen erlaubt unsere Doppelkabine mit dem 2.2 TDCi und Automatikgetribe die Beförderung einer Nutzlast von 1.029 Tonnen. Dazu lassen sich an der optionalen Anhängevorrichtung (774 Euro Aufpreis) noch weitere 3.35 Tonnen Anhängelast ziehen (nur die Allrad-Modelle, dafür dann aber bis 12% Steigung mit gebremsten Anhänger). So kann der 2012 Ford Ranger Limited Doppelkabine 2.2 TDCi also mal eben 4.3 Tonnen Nutzlast durch das Land bewegen. Das ist doch schon mal eine Ansage. Die Ladefläche der Doppelkabine misst 1.56m x 1.139m (zwischen den Radkästen), so dass man durchaus eine EURO-Palette auf der Ladefläche unterbringen und über zahlreiche Ösen und Schienen verzurren kann. Für die Container-Palette mit ihren Maßen 114×114 cm fehlt ein Milimeter – ich habe es nicht ausprobiert, aber ich denke, da kann man zur Not etwas passig machen.

Wem es hingegen um die Offroad-Eigenschaften des Ford Pick-ups geht, der darf sich über eine Bodenfreiheit im unbeladenen Zustand von 232mm freuen, die u.a. eine Wattiefe von 80cm zulässt. Der Ford Ranger bewältigt zudem Rampenwinkel von bis zu 24° und einen Kippwinkel von 35°. Der maximale Böschungswinkel im unbeladenen Zustand beträgt vorne 28° und hinten 26°. Insgesamt sind das schon beachtliche Zahlen mit denen sich der Ford Ranger durchaus als geländetauglich zeigt. Allerdings gibt es für den Ford Ranger in Deutschland keine optionale Hinterachssperre.

Den 2.2 Liter Duratorq TDCi Motor, ursprünglich für den Ford Transit entwickelt und auch in einer leistungsreduzierten Version mit aktuellen Land Rover Defender zu finden, liefert Ford als 125 PS und 150 PS Variante aus (alternativ gibt es noch einen 3.2 Liter TDCi mit 200 PS). Mein 2012 Ford Ranger Limited war mit dem 150 PS Turbodiesel bestückt, der ein maximales Drehmoment von 375 Nm hat. Laut Herstellerangaben verbraucht der Ford Ranger Limited Doppelkabine 2.2 TDCi ivm mit dem Automatikgetriebe im Durchschnitt 9.4 Liter Diesel, bei einem Tankinhalt von 80 Litern kann man da auf der Autobahn auch eine Strecke von gut 800 km zurücklegen. Im Geländeeinsatz und unter voller Beladung wird der Verbrauch natürlich deutlich höher liegen. Der Ranger wird bei der Höchstgeschwindigkeit 175 km/h abgeregelt.

Ich war durchaus angetan von den Fahreigenschaften des Pick-ups. Die Federung kam mir zuerst sehr straff vor, nach ein wenig Eingewöhnungszeit änderte sich da mein Empfinden in Richtung angenehm straff. Ich gehe davon aus, dass der Fahrkomfort noch zunimmt, wenn man den Ranger belädt, da dann die Blattfedern hinten ihre Aufgabe erledigen können. Der Ford Ranger liegt prima auf der Strasse und macht sogar auf kurvigen Strassen bei eingeschaltetem Allradantrieb durchaus Spass. Positiv hervorzuheben ist auf jeden Fall die Lenkung, die man durchaus als direkt bezeichnen kann. Die 6-Gang-Automatik habe ich als unauffällig empfunden, was man positiv auslegen kann. Selbstverständlich ist der 2012 Ford Ranger Limited Doppelkabine 2.2 TDCi kein Rennwagen. Die gefühlte Beschleunigung ist aber voll in Ordnung, im Stadtverkehr schwimmt man nicht nur bequem mit, sondern hat jederzeit Reserven. Auf der Autobahn kann man auch bequem mal auf die linke Spur wechseln ohne die anderen Verkehrsteilnehmern auszubremsen.

Für die Stadt ist der 2012 Ford Ranger Doppelkabine mit seiner Länge von 5.35m und seiner Breite von 1.85m natürlich nicht wirklich konzipiert – auch wenn ihn meine amerikanischen Freunde als Kompakt-Pick-up bezeichnen. Aber nicht zuletzt aufgrund der Sitzhöhe hat man einen guten Überblick. Auch ist der Ranger sehr übersichtlich und dank der großen Aussenspiegel in Verbindung mit der Rückfahrkamera (ab Ausstattunglinie Limited, deren Bild zwar klein aber scharf und deutlich in den Rückspiegel projeziert wird) ist das Einparken alles andere als ein Krampf.

Der von mir gefahrenen 2012 Ford Ranger Doppelkabine 2.2 TDCi, der 2012 und 2013 als Sieger bei der Leserwahl von „Auto Bild Allrad“ in der Kategorie „Allrad-Pickups“ hervorgegangen ist, wurde in der Ausstattungslinie “Limited” geliefert. Diese Linie stattet das Arbeitstier sehr angenehm aus. Die Sitze sind mit Leder ausgekleidet, der Fahrersitz ist elektrisch verstellbar und beide Frontsitze verfügen über eine Sitzheizung (deren Schalter aber eher ungünstig an der zur Tür gewandten Seite des Sitzes liegt und deren einstufige Heizleistung mich nicht überzeugen konnte). Die 2-Zonen-Klimaanlage funktioniert hingehen sehr ordentlich und die beheizbare Frontscheibe war bei den winterlichen Temperaturen wirklich ein Traum! Ob man nun die ganzen Chrom-Applikationen am Auto braucht, muss jeder selbst wissen, sie geben dem Ford Ranger meines Erachtens aber durchaus eine sehr edle Note. Mein Ranger war in polar-silber lackiert, ich denke mal in panther-schwarz und royal-grau kommen die Chrom-Elemente noch besser zur Geltung. Das gilt auch und vor allem für den Überrollbügel mit seiner integrierten Bremsleuchte von dem Jens so in unserem Video schwärmt. Kleines schillerndes Highlight – die Schalen der Türgriffe sind im Innenraum blau illuminiert, was mich ein wenig an den Ford Mustang erinnert, den ich vor ein paar Jahren auf einem USA-Trip gefahren bin.

Nicht mehr wirklich zeitgemäß – nicht mal in so einem Arbeitstier – ist das nur 5″ große Matrixdisplay des Infotainment-Systems, was sich im Limited für 893 Euro dazu konfigurieren lässt. Zwar funktionieren Navigationssystem und auch die Anbindung von iPhone via USB-Kalbel oder Bluetooth prima, mir ist das Display aber deutlich zu klein. Überrascht hat mich hingegen der Klang aus den 4 Lautsprechern und zwei Hochtönern dieses Paketes. So viel Wumms hatte ich nicht in dem Pickup erwartet. Positiv hervorheben möchte ich noch die zahlreichen Ablageflächen (neben 4 Getränkehaltern und einem kühlbaren Fach unter der Mittelarmlehne, findet sich auch ein Brillenfach am Himmel und neben dem wirklich großen Handschuhfach, in dem sogar eine DINA4-Mappe passt noch zahlreiche kleinere Absagemöglichkeiten) im Front, sowie die beiden 12V-Anschlüsse vorne (und ein weiterer für die Rücksitzbank). Auch das Platzangebot in der Doppelkabine hat mich begeistert. Nicht nur auf den Vordersitzen hat man als Erwachsener ausreichend Platz, auch im Fond können bequem 3 Erwachsene sitzen – auch auf längeren Strecken.

Der Ford Ranger Doppelkabine 2.2 TDCi als Limited mit 150 PS und Automatikgetriebe kostet in der Basisvariante 37830 Euro. Unser Testfahrzeug hatte noch die Anhängevorrichtung (774 Euro) und das Navigationssystem (893 Euro) zusätzlich. Mein Fazit? Ich mag den Ford Ranger. Er hat mich wie ein Kumpel begleitet. In der Aussenwirkung punktet er nicht nur bei Familie und Nachbarn, im Alltag zeigt er sich handlicher als gedacht. Im Innenraum des Limited überzeugt mich seine geradezu luxuriöse Ausstattung und sein komfortables Raumangebot.

Bei Jens findet ihr wie gewohnt seinen Fahrbericht zum Ford Ranger Limited. In der nachstehenden Galerie gibt es noch zahlreiche Fotos und Detailbilder zum Ford Ranger.