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angefahren: playmobil hot rod (5172 Heat Racer)

Verdammt. Da stehe ich neben meinem Sohn im Supermarkt vor dem playmobil-Regal und kann mich nicht losreissen. 1971 geboren, gehöre ich zur ersten Playmobil-Generation überhaupt und kann mich auch noch ziemlich genau an meinen ersten Bauarbeiter-Lastwagen erinnern, von dem sich immer noch ein paar Fragmente in unserem Haus finden lassen. Ich habe damals all mein playmobil aufgehoben und dann etwa 30 Jahre später meiner Tochter vererbt. Mittlerweile ist mein Sohn in die Erbfolge nachgerutscht, wobei er sich ein wenig als schwarzes Schaf entpuppt und mit LEGO! spielt. Nun denn.

Ich stehe also mal wieder im Supermarkt vor dem playmobil Regal und staune, was es nicht wieder für viele tolle neue Sachen gibt. Ich will jetzt nicht schwülstig schreiben, dass man sich da wünscht, noch einmal jung zu sein. Aber irgendwie meine ich genau das. So wie dieser Hot Rod. Als erwachsener Mann vor dem Spielzeug-Regal im Supermarkt zu stehen und dann auch noch zu schwärmen ist ja eher uncool. Sei’s drum. Bin ich eben uncool.

Ich reisse mich irgendwann los. Vergesse den Hot Rod aber nicht. playmobil selbst ist so freundlich und stellt mir ein Rezensions-Exemplar zur Verfügung. Während des Eintreffens der Ware liege ich schon im Fieber. Die kommenden Tage werden für meinen Sohn zum Martyrium. Papa, darf ich den jetzt auspacken? Nein. Bin noch zu schlapp, vielleicht morgen. Gestern – 5 Tage musste der Bengel warten – war es dann soweit. Und ich habe seit wenigensts 25 Jahren das erste Mal wieder das Gefühl von leichter Aufregung beim Öffnen einer Playmobil-Verpackung.

Als Erstes rutscht der Body des Hot Rod aus Verpackung und dann noch zwei Plastiktüten mit Kleinteilen. Ich befreie erstmal das play-Männchen. Bei den neuen Männchen bin ich immer hin- und hergerissen. Wir hatten ja früher nicht. Das haben sie Männchen gerade mal gegrinst und den Rest haben wir mit unserer Fantasie ausgemacht. Helge nennen ich das Männchen sofort. Helge ist tätowiert, trägt Koteletten und Sonnenbrille. Auf der Rückseite seiner Weste – wie auch auf seinem T-Shirt – brennt eine schwarze Billiard-Acht. Die braune Schnürjeans passt farblich nicht so ganz zum roten T-Shirt, aber was kümmert Helge das.

Die kurze Frontscheibe muss in den Hot Rod eingesetzt werden. Danach noch die Gummireifen auf die Plastikfelgen. Vorne 18″, hinten 22″. Starre Achsen. Natürlich. Wir reden doch über einen Hot Rod. 8 Zylinder. An den Seiten 4in2-Pipes. Loud pipes save lifes! Öffnen lässt sich die Motorabdeckung nicht. Scheint ein wartungsarmes Aggregat zu sein. Helge muss das nicht kümmern. Er bekommt seinen mit Flammen verzierten Jethelm auf den Kopf und darf in den Innenraum klettern (die Türen sind zugeschweisst worden, wohl für die maximale Festigkeit des Aufbaus).

Aus eigener Kraft kann Helge den Hot Rot nicht starten. Es bedarf da ein wenig Hilfe – vorzugsweise durch Kinderhände. An der Hinterachse befindet sich (quasi ein Hybrid!) ein Aufziehmotor. Bei voller Ladung flitzt der Heat Racer (so hat playmobil das Fahrzeug benannt) dann auch gemächlich los. Nach ein paar Zentimetern nimmt es gut Fahrt auf und sorgt für glänzende Kinderaugen. Optional gibt es eine Art Startrampe, aus welcher der Hot Rod aber nicht gerade herauskatapultiert wird. Diese ist wohl eher für den Start von Rennen gedacht, wenn zwei Kinder ihre Flitzer gegeneinander starten lassen wollen. Für die “Spiesserkinder” gibt es noch drei eher konventionellere Modelle.

Während ich diese letzten Zeilen schreibe, rauscht der playmobil Hot Rod immer wieder zwischen meinen Füßen hin und her. Der Nachwuchs hat Spass. Einen Spass für den man aktuell um die 18 Euro bezahlt. Aktuelle sollte man den playmobil Heat Race (5172) in jeder besser sortierten Spielwarenabteilung bekommen oder eben direkt bei Amazon.