Mit dem 2013 BMW M6 Gran Coupé durch den Norden von München

Ich freue mich, von meiner ersten BMW-Fahrveranstaltung berichten zu können. Zum ersten Mal haben uns die Kollegen von den Bayrischen Motoren Werken mit einer Einladung bedacht. Und so bin ich in der glücklichen Lage, Euch meinen lieben und treuen Lesern meine ersten Eindrücke von der Probefahrt mit dem nigelnagelneuen Flaggschiff der BMW M GmbH schildern zu können: Ich bin 2.5 Stunden mit dem neuen 2013 BMW M6 Gran Coupé durch das nördliche Umland von München gefahren.

Ich darf hinzufügen, dass die ganze BMW-Welt noch sehr neu für mich ist. Ich bin Anfang letzten Jahres das erste Mal seit Ewigkeiten einen BMW gefahren, damals einen 2012 BMW Z4. Und so ist es für mich ganz spannend, mich mit dem Fahrzeug auseinander zu setzen, weil eben nicht alles so selbstverständlich bekannt ist, wie beispielsweise bei den Mercedes-Benz Fahrzeugen.

Das BMW 6er Gran Coupé (F06) wurde letztes Jahr in Genf vorgestellt. Nun, ein Jahr später, haben die Bayern das viertürige Luxus-Coupé von den Jungs der BMW M GmbH sportlich aufwerten lassen. In Zahlen ausgedrückt heisst dies – der 4.4 Liter V8 mit seinen beiden Turbolader mit Direkteinspritzung leistet im Gegensatz zum BMW 650i, der mit 450 PS schon sehr üppig ausgestattet ist, 560 PS. 680 Nm werden über ein 8-Gang-Automatikgetriebe an die Hinterachse weitergegeben. In 4.2 Sekunden beschleunigt der V8 das BMW M6 Gran Coupé von 0 auf 100 km/h, in 12.7 Sekunden kann man die 200 km/h-Marke erreichen. Bei 250 km/h wird erstmal abgeregelt. Es sei denn, ja, es sei denn man ordert das M Driver’s Package. Damit endet der Geschwinigkeitsrausch erst bei 305 km/h. Genug, der Zahlen. Jens und ich haben Euch ein kleines Video mitgebracht:

Das 2013 BMW M6 Gran Coupé, was wir gefahren sind, kostet in der Grundausstattung 128.800 Euro. Das uns zur Verfügung gestellte Fahrzeug hatte einen Verkaufswert von 151.900 Euro. Die M Keramik-Bremsanlage mit 8.800 Euro, das Navigationsionspaket ConnectedDrive mit 3.400 und das Bang & Olufsen Premium-Soundsystem mit 4.950 Euro stechen in der Konfigurationsbeschreibung als teuerste Komponenten heraus. Im Basispreis inbegriffen sind hingegen die Lackierung mit dem schönen Namen “BMW Individual Frozen Grey metallic”, die Komplettlederausstattung in der Farbe “Merino cohiba braun” und die 20″ Doppelspeichenfelgen.

Und selbstverständlich steigt man nicht in ein 152.000 Euro teures Fahrzeug ein und findet viel zum meckern. Das Interieur war für mich als BMW-Neuling ungewöhnlich, aber besonders der lederne Schwung durch die Mittelkonsole hin zum Feifahrer-Dashboard finde ich optisch sehr gelungen. Das Leder hat eine herrliche Beschaffenheit und ich mag die Farbe. Die Sportsitze sind sehr angenehm, die elektrische Verstellung erfolgt allerdings blind, das sich die Bedienelemente für die Verstellung unten an der äußeren Sitzseite befinden.

Das Entertainment-Paket, mit dem ich erst einmal nicht so ohne weiteres klar gekommen bin, hat ein riesiges Display, auf dem meist mittels Splitscreen zwei Informationsbereiche gleichzeitig angezeigt werden (bspw Musik und Navigationssystem). Viel Zeit zum Herumspielen hatten wir nicht, aber das Navi hat prima funktioniert und auch mein iPhone liess sich problemlos einbinden. Der Klang des Bang & Olufsen Systems ist von bekannt hervorragender Qualität. Als Highlight fährt aus dem Dashboard der Centerspeaker – zumindest dessen Hochtöner elektrisch aus, wenn man das Auto startet oder das Radio/Entertainmentsystem einschaltet. Einen Internetzugang hatte das System wohl auch zu bieten, das muss ich mir bei nächster Gelegenheit mal ganz in Ruhe ansehen. Gesteuert wird das System über eine Einheit aus Buttons und einem Drehregler in der Mittelkonsole.

Hat man sich den Fahrersitz und das elektrisch verstellbare Lenkrad passend eingestellt, kann man den V8 mittels der Start-Knopfes zum Leben erwecken. Dieser meldet sich auch dezent, aber hübsch blubbernd zum Dienst. Wer mag, kann mittels drei Tasten links neben dem Automatikwahlhebel die Lenkung, das Fahrwerk und das Ansprechverhalten verstellen – Normal, Sport und Sport+ heissen die Programme, die sich unabhängig voneinader einstellen lassen. Den Wahlhebel der sehr angenehm schaltenden Automatik auf Drive und dann geht es eben los. Den Druck aufs Gaspedal quittiert das BMW M6 Gran Coupé stets und umgehend. Über Fahrleistung und Beschleunigung verliere ich nur zwei Sätze: Wenn man bei 150 km/h auf der Autobahn noch einmal ordentlich aufs Gas latscht und der Wagen dann nach vorne schnellt, als würde man gerade an einer Ampel starten, dann ist mehr als ausreichend Leistung unstrittig vorhanden. Ansonsten kann man mit dem 2013 BMW M6 Gran Coupé auch schön beschaulich durch die Gegen cruisen, die Autobahn würde ich der Landstrasse in dem Auto stets vorziehen. Zweifellos ist das BMW M6 Gran Coupé ein sehr sportliches Auto. Aber durch den ganzen Komfort und Luxus eben auch kein leichter Wagen. Das macht sich beim Fahren nicht negativ bemerkbar, aber “Kurven räubern” bringt man mit dem Coupe auch nicht wirklich in Verbindung.

Vorne wie hinten hat man Platz ohne Ende. Dagegen wirkt der Kofferraum mit seinen 460 Litern Fassungsvermögen schon fast als klein. Aussen zeigt sich das M6 Gran Coupé als schöner Viertürer, der BMW-üblich über eine laaaange Motorhaube verfügt. Beim genauen Hinsehen fand ich die hinteren Türen im Vergleich zu den Vorderen ein wenig kurz. Typisch M ist die Kieme vorne, in die der Seitenblinker eingearbeitet ist. Schön wie edel ist das Zweispeichen-Thema, was sich im Grill, an den Felgen und auch am Lenkrad wiederfindet. Den Kühlergrill an sich finde ich sehr gelungen. Die Front im Ganzen gefällt mir am Besten an dem BMW M6 Gran Coupé.

Das Dach des M6 Gran Coupé besteht übrigens aus Carbon (wie auch der Diffusor) und hat in der Mitte eine Sicke. Diese lässt den Wagen noch etwas flacher erscheinen und soll gleichzeitig eine Homage an den Rennsport sein. Im Innenraum wird das Thema auch aufgegriffen. Die Himmel ist innen mit Alcantara ausgekleindet, in der Mitte befindet sich ein schwarzer Lederstreifen. Das ist schick, wenn man es denn bemerkt.

So. Mehr kann ich nicht sagen. Wir hatten das 2013 BMW M6 Gran Coupé für 2.5 Stunden, haben uns einen Fahreindruck verschafft und nebenbei noch das Video gedreht und Fotos geschossen. Gerne würde ich mich bei Gelegenheit detaillierter mit dem Entertainment-System ConnectedDrive auseinander setzen. Mein Top? Das Head-Up-Display. Im Gegensatz zu dem Display unter den Rundinstrumenten, die ich schwer ablesbar fand, war die Darstellung der Informationen im HUD (aktuelle Geschwindigkeit, aktuelles Tempolimit und Navigationsanweisungen) prima in meinem Blickfeld, gestochen scharf und auch noch hübsch in Farbe. Super. Das System wünsche ich mir auch bei anderen Autobauern.

Ihr wollte noch mehr zu dem Auto erfahren? Ich war bei der Veranstaltung mit Sebastian, Jens und Thomas, die auch alle lesenswerte Beiträge zu ihren Erfahrungen mit dem 2013 BMW M6 Gran Coupé verfasst haben. Weitere Ansichten vom 2013 BMW M6 Gran Coupé und auch einige Detailbilder findet ihr wie immer in der nachstehenden Galerie: