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2013 Peugeot 208 GTi – erste Probefahrt mit dem kompakten Rennlöwen

Nachdem wir eine Stunde lang Video-Content erstellt haben, sagt Jens zu mir “Jetzt kannst Du fahren.” Jens vom Steuer eines Fahrzeugs zu extrahieren ist nicht einfach, wenn er also freiwillig seinen Lieblingsplatz anbietet, dann kann das zwei Gründe haben. Entweder sehe ich mächtig genervt aus oder ihm macht das Auto kein Spass. Ich lasse mich also auf dem Fahrersitz des kleinen weißen Peugeot 208 GTi nieder, schnalle mich an und los geht es. Der kleine Löwe mit dem 200 PS starken Herzen beschleunigt in 6,8 Sekunden von null auf 100 km/h. Wie wenig doch Zahlen aussagen. Denn die gefühlte Beschleunigung ist viel imposanter. Das liegt wohl daran, dass ich ich einem Kleinwagen sitze. GoKart-Gefühle kommen auf, als ich den neuen Peugeot 208 GTi über die kurvige Landstrasse lenke. Die Lenkung ist dabei sehr angenehm direkt, keine langen Lenkwege stören den Fahrspass. Auch das manuelle 6-Ganggetriebe lässt sich herlich schnell und knackig schalten. Linkskurve. Rechtskurve. Linkskurve. Gerade. Ich habe richtig Spass. Die beheizbaren Sitze bieten einen sehr guten Seitenhalt während ich meine Testkilometer geniesse. Das Fahrwerk ist straff, stösst mir aber zu keiner Zeit als unkomfortabel auf. 70. Grmpf. Warum denn gerade jetzt eine Geschwindigkeitsbegrenzung. Ich nutze die Zeit um meinen Blick über das Interieur schweifen zu lassen.

Schick ist es. Ganz in Schwarz und Rot gehalten präsentiert sich der Innenraum. Besonders hübsch finde ich die Farbverläufe in den Türgriffen und der Mittelkonsole von Rot zu Schwarz. Wer mag, kann auch noch die Runge um die “eckigen Rundinstrumente” rot leuchten lassen. Auf diese guckt man übrigens nicht durch das Lenkrad, sondern über das Lenkrad. Gerade beim Tacho wünscht man sich (zumindest in meinem Alter) etwas größere Zahlen. Immerhin kann die aktuelle Geschwindigkeit auch digital abgelesen werden – und das funktioniert selbst für mich sehr gut. Neben den Türgriffen prangt auf den kleinen Lautsprechern das JBL-Logo. Der Wagen ist also mit einem Premium-Lautsprechersystem ausgestattet. Unten in der Mittelkonsole finden sich neben einem Klinkensteckereingang und einem 12-Volt-Anschluss auch gleich zwei USB-Ports. Irgendwer hatte mal kritisiert, dass ich so ausgiebig darüber schreibe. USB. Ich finde sowas mittlerweile wirklich wichtig. bei all den Geräten, die man heuer so mitschleppt. Vor allem weil die Akkulaufzeit ja meist sehr beschränkt ist. Ich verkabele mein iPhone also mit dem Entertainment-System und bin durchaus angetan von dem Klang der Boxen. Klang. Stimmt. Irgendwas fehlt. Der Motorsound – man erwartet bei so einem Rennzwerg doch richtiges akustisches Feuer – ist sehr dezent. Der Löwe brüllt nicht, der Löwe schnurrt eher. Ich finde das wenig dramatisch und die Zulieferindustrie wird sich freuen.

Natürlich will Peugeot mit dem 208 GTi nicht Familie ansprechen, mich interessiert trotzdem, ob ich auch als Erwachsener im Fond sitzen kann. Den Vordersitz kann man zum Einsteigen in den Fond weit nach vorne schieben. Und wäre ich etwas schlanker, wäre wohl auch das Einsteigen weniger umständlich – der Schwiegermutter will man das nicht zumuten. Sitzt man aber erst einmal auf einem der beiden hinteren Plätze, so hat man sowohl ausreichend Kopffreiheit (zumindest ich mit meinen 180cm Körpergröße) als auch Beinfreiheit (es sei denn, der Vordermann schiebt seinen Sitz ganz nach hinten). Die Sitze im Fond sind sogar sehr schön ausgeformt – ich würde sie als sehr komfortabel bezeichnen. Leider hat Peugeot aber auf starre Gurtpeitschen (Alle Gurte verfügen übrigens über einen roten Streifen, Ror wird also sehr konsequent eingesetzt.) im Fond verzichtet, so dass das Anschnallen von Kleinkindern nicht nur wegen des ansatzweise engen Einstiegs alles anderes als ein Vergnügen sein dürfte. Wer mit der Familienplanung noch nicht einmal begonnen hat, kann die Rücksitzbank auch umklappen und somit das Kofferraum-Volumen von 285 Litern auf über 1000 Liter vergrößern. Die Heckablage ist leicht und pappig. Früher konnte man in diese Dinger ja noch Boxen einbauen, heute dienen sie alle Mal als Sichtschutz.

Das Herz des kompakten Löwen ist ein 1.6 Liter große THP-Turbobenziner mit Direkteinspritzung. Ich finde, dass er seine Kraft sehr sportlich verteilt und nie Probleme hat, die 1.260 Kilogramm Leergewicht in Wallung zu bringen. Wir sind nicht auf der Autobahn gewesen, laut den Angaben von Peugeot liegt die Höchstgeschwindigkeit bei 230 km/h. Wer nicht die ganze Zeit Vollgas gibt, soll den Peugeot auch mit sechs Liter auf 100 Kilometer bewegen können. Je nach per Gaspedal eingefordertem Fahrspass kann man da dann relational ein, zwei oder auch drei, vier Liter dazu addieren. Der Basispreis des Peugeot 208 GTi liegt bei 22.900 Euro.

Mein Fazit: Der Peugeot 208 GTi macht Spass! Und bietet im Innenraum auch neben Komfort durchaus viel für das Auge. Peugeot hat sich einen Gefallen getan, nach Jahren der Abstinenz den GTI wieder neu beleben.

Ich habe neben dem Video (siehe oben) eine ganze Reihe Fotos und Detailaufnahmen vom Peugeot 208 GTi mitgebracht, die ihr in der nachstehenden Galerie findet. Jens (der seinen Fahrbericht zum Peugeot 208 GTi ebenfalls schon online gestellt hat) und waren sehr spät dran mit dem GTi, so könnt ihr auch bei Moritz, Nicole, Stefan oder Johannes ( alternativ bei Newgadgets) weitere Stimmen zu dem kleinen, flinken Löwen lesen. Oder ihr scheint bei Freude am Erfahren vor, da gibt es eine praktische Zusammenfassung zum 208 GTi.