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Probefahrt-Erfahrungen mit dem 2013 Nissan Murano 2.5 dCi Executive


Als ich unser Video (siehe unten) zum Nissan Murano geschnitten habe, musste ich ein wenig schlucken. Höre ich mich doch – vor allem im Rohmaterial an, wie ein Nissan-Markenbotschafter. Aber es ist eben, wie es ist. Der 2013 Nissan Murano 2.5 dCi Executive, den wir hier für 2 Wochen in Bielefeld hatten und mit dem ich auch einige Kilometer gefahren bin, hat mir wirklich gut gefallen. Und das, obwohl es ein SUV – Verzeihung – Crossover ist, somit also zu den Fahrzeugen gehört, die mir per se schon nicht so wirklich zusagen. Als mir Jens sagte, er hätte uns einen Nissan Murano als Testwagen angefordert habe ich ihn auch fragen müssen, was das für ein Wagen sei. Seine Antwort – ein SUV – half da nicht viel. Größer als der Qashqai, kleiner als der Passfinder, äußerlich dem Juke ähnlich. Ok, darunter konnte ich mir dann etwas vorstellen. Der Murano wurde von Nissan Design Amerika (dort gibt es den Murano übrigens seit 2011 auch als Cabrio) entworfen und ist seit 2003 auf dem Markt. Seit 2008 gibt es die zweite Modellgeneration, die wiederum 2011 ein zweites Facelift bekam. Eben jenes Modell hatten wir also zum Testen vor Ort. Und im nachfolgenden Video könnt Ihr lieben Leser euch einen flotten ersten Eindruck verschaffen:

Ja, warum hat er mir denn nun so gut gefallen, der Nissan Murano? Nun, das hat wohl eine ganze Menge mit der Executive-Ausstattungslinie zu tun. Ich bin in das Auto eingestiegen und habe wirklich gepfiffen. Während die Japaner ja durchaus beim Interieur eher auf Plastik-Charme setzen, zeigt sich der Nissan Murano innen schon mal von einer sehr schönen Seite. Dabei hat man gar nicht so viele andere Werkstoffe einfliessen lassen, wohl aber den Kunststoff aufwendiger zubereitet. So ist das Dashboard hübsch in schwarz aufgeschäumt und nicht nur einfach ein schwarzes Plastikteil. Die Lederausstattung der Sitze macht ebenfalls einen guten Eindruck. Ich habe mich von der ersten Minute an im Innenraum wohl gefühlt. Das Luxusgefühl ist aber auch nicht ganz preiswert, der Basispreis für den Nissan Murano liegt bei 47.400 Euro mit dem Diesel und der 6-Gang-Automatik-Schaltung, in der Executive-Ausstattung bei 51.400 Euro. Wer ihn nicht in schwarz fahren möchte, zahlt nochmal 870 Euro für eine andere Farbe. Das ist dann aber auch schon der Endpreis, weil Executive einer Vollausstattung (inkl. bspw Leder, Navi, Xenonlicht, Tempomat, Keyless-Go und elektrischer Heckklappe) entspricht. Der Benziner ist etwas preiswerter, kommt dafür mit einem von mir ungeliebten CVT-Getriebe.

Ich sitze also mit der ganzen Familie im Auto. Die Sonne scheint. Also wird erstmal die Verdunkelung des zweiteiligen Glasdachs elektrisch versenkt. Im hinteren Bereich ist das Glasdach nicht allzu gross, man (auch die Kinder) kann aber hübsch nach oben gucken. Vorne ist die Glasfläche einen Tick größer und lässt sich auch öffnen. Prima. Das iPhone ist schnell mit dem Infotainment-System verbunden und die verbauten BOSE-Lautsprecher geben den Massive Tönen ordentlich Feuer. Audiophile Menschen würden sich vielleicht noch ein wenig mehr Klar- und Natürlichkeit im Klang wünschen, für die anderen 97% aller Autofahrer hört sich das System sehr ordentlich an. Das Navigationssystem leitet uns unspektakulär von A nach B, so wie man sich das wünscht. Später erzählt mir Jens ganz aufgeregt, dass das System sogar die Bluetooth-Übertragung seiner Spotify-Songs unterstützt – sogar mit Titelanzeige. Allright.

Den Wahlhebel der Automatik erst einmal auf Rückwärtsfahrt gedrückt. Und schon erscheint im Display das Bild der Rückfahrkamera. Ordentlich und brauchbar, auch wenn der Nissan Murano nicht wirklich unübersichtlich ist. Zumindest nicht nach hinten. Nach vorne habe ich so meine Probleme die Abmessungen des Crossovers richtig einzuschätzen. Ein kurzer Tastendruck auf den Button “Camera” hilft da. Im rechten Aussenspiegel ist eine Kamera verbaut, die mir anzeigt, wieviel Platz ich nach vorne habe. Und ja. Eine zusätzliche Kamera im linken Spiegel wäre auch toll gewesen. Aus der Parklücke befreit (mit einem Wendekreis von gerade mal 12 Metern – bei den 20″ Alus, die der Executive trägt – lässt sich der Murano auch sehr bequem durch die Strassenschluchten von Bielefeld lenken.), nehme ich dann mal Fahrt auf.

Dabei tuckert der 2.5 Liter Dieselmotor zunächst fröhlich hörbar vor sich hin. Nachdem man dann aber etwas Fahrt aufgenommen hat, wird es ruhig in der Fahrgastzelle und bleibt es auch. Selbst nachdem man auf der Autobahn die Höchstgeschwindigkeit von 196 km/h erreicht hat. Aber ein Sportwagen ist der Crossover natürlich nicht. Der Diesel ist mit 190 PS (450 Nm) zwar durchaus potent ausgestattet, aber das schnelle sprinten liegt ihm naturgemäß nicht. Für den Sprint von 0 auf 100 km/h benötigt er über 10 Sekunden. Was aber nicht heissen soll, dass man in einem behäbigen Auto sitzt. Eher ein wenig wie Balu, der Bär. gemütlichkeit ist angesagt und diese praktiziert man auch gerne. Wer den Nissan Murano so fährt, sollte auch mit den 8 Litern Diesel auf 100 Kilometern zurecht kommen. Ich bin ihn im Schnitt mit 9 Litern gefahren. Das ist natürlich nicht gerade wenig, aber im Vergleich mit anderen Fahrzeugen aus dem Segment nun auch nicht sonderlich viel. Ich habe den Nissan Murano 2.5 dCi als Cruiser wahrgenommen, mit dem man auf der Autobahn auch mal schneller fahren kann. Das 6-Gang-Automatikgetriebe hat mir gut gefallen, weil ich es quasi gar nicht wahrgenommen habe. Positiv ist auch der große Tank mit einem Volumen von 82 Litern hervor zugeben. Bei entspannter und somit verbrauchsschonender Fahrt kann man also auch mal locker 1.000 km ohne Tankstop zurücklegen. Wer im Winter ungern fährt, profitiert beim meist frontgetriebenen Murano von dem automatisch zuschaltenden Allrad-Antrieb, den man aber auch manuell aktivieren kann. Für das Gelände ist der Murano hingegen nicht entwickelt worden. Es ist ein Crossover, kein SUV. Feldwege sollte er trotzdem problemlos bewältigen können. Jens meint, man könne mit dem Murano auch durchaus sportlich fahren. Dafür bieten die Sitze allerdings keinerlei Seitenhalt und für mich persönlich sind die Lehnen auch etwas zu kurz.

Ihr meckert ja gar nicht? Ja, auch die Kinder fühlen sich im Fond sehr wohl. Ohne Kindersitz freut sich die Große über die Sitzheizung auf Ihrem Aussenplatz – auch wenn das Wetter gerade fast sommerliche Temperaturen zulässt. Beifreiheit, Kopffreiheit – alles prima. Allerdings passen 5 Erwachsene nur dann in den Fond, wenn sie nicht zu wohlgenährt sind. Eher gar nicht. Mit 4 Personen kann man hingegen sehr bequem reisen. Und auch der Kofferraum bietet mit seinen 400 Litern Ladevolumen genug Platz für das dazugehörige Gepäck. Und wenn der Einkauf mal ein wenig umfangreicher ausgefallen ist, läßt sich das Ladevolumen durch das Umklappen der Rücksitzbank, auf über 800 Liter vergrößern. Die Anhängelast des Nissan Murano ist hingegen mit 1.6 Tonnen weniger üppig als das seine Bauform erwarten lassen würde.

Mein Fazit: Der 2013 Nissan Murano 2.5 dCi Executive ist ein herrlich entspanntes und angenehmes Familienreise-Auto. Alles, was man sich an Annehmlichkeiten wünscht, bekommt man zum Komplettpreis von 51.400 Euro. Damit empfiehlt er sich – auch mit seinem Verbrauch von 8 Litern Diesel auf 100 km – nicht gerade für Pfennigpfuchser, wohl aber für Menschen, die kein Massenauto fahren wollen.

In der nachstehenden Galerie gibt es noch einige Fotos vom 2013 Nissan Murano 2.5 dCi Executive wie auch ein paar Detailbilder. Wer noch andere Stimmen zu dem Crossover lesen möchte, kann dies sowohl bei Can als auch bei Sebastian tun. Und natürlich hat auch Jens seine Gedanken zu dem Nissan Murano in einem Fahrbericht veröffentlicht.