Mit dem 2013 Škoda Octavia III Combi 2.0 TDI DSG durch den bayrischen Regen.


Mein Auto des Herzens 2013 ist definitiv der Mercedes-Benz CLA, aber als “mein” Auto der Vernunft 2013 hat sich gestern auf der Fahrveranstaltung im Münchener Umland definitiv der neue 2013 Skoda Octavia III Combi 2.0 TDI DSG empfohlen. Ich bin ja schon im Februar den neuen Skoda Octavia als Limousine gefahren und war durchaus beeindruckt und angetan. Mein positives Urteil von damals hat der neue Skoda Octavia Combi jetzt noch einmal ganz deutlich unterstrichen. Skoda bietet mittlerweile ein außerordentliches Maß an Komfort wenn nicht gar Luxus für denjenigen, der nicht auf Firmenkosten ein Auto bestellen darf oder eben nicht, dass Einkommen hat, um ein Fahrzeug eines deutschen Herstellers zu bestellen. Jens und ich haben uns natürlich wieder ein Fahrzeug geteilt und Euch ein nicht ganz so kurzes Video als Appetizer mitgebracht:

Diese Fahrveranstalltung war im Übrigen die Erste, die ich erlebt habe, wo es während der kompletten Fahrtzeit geregnet hat. Und wenn es nicht richtig geregnet hat, dann hat es wenigstens ein wenig geregnet. Das drückt auf die Stimmung und senkt auch die Qualität von Foto und Video-Material. Und in der Regel bleibt dann auch ein Hauch dieser schlechten Stimmung am Auto hängen, aber am neuen 2013 Skoda Octavia III Combi 2.0 TDI DSG habe ich – wie schon im Video gesagt – nichts auszusetzen.

Interesse an dem Fahrbericht zur neuen Skoda Octavia III Limousine? Hier ist der passende Beitrag: Erste Probefahrt in der neuen Skoda Octavia III 2.0 TDI 150 PS Limousine

Komfort im neuen Skoda Octavia Combi
Es fängt schon beim Einsteigen an. Die Kofferraumklappe öffnet sich selbstständig und auch recht fix und leise. Dahinter befindet sich das Gepäckabteil, in dem sich mein Kabinen-Trolley schon fast ein wenig einsam vorkommt. 610 Litern Kofferraumvolumen hat der neue Skoda Octavia Combi – da passt ganz locker das Urlaubsgepäck der Familie hinein. Und wenn man mal wieder bei Ikea nur ein paar Kerzen kaufen wollte, kann man auch die Rückbank umklappen und dann die “Kerzen und das andere Zeug” mal eben auf 1.740 Liter verteilen. Leider klappt die Rücklehne nicht ganz nach unten, man hat keine plane Fläche. Und meine werte Gattin würde auch monieren, dass es eine Ladekante gibt.

Ist das Gepäck verstaut, lässt man sich auf den ansatzweise sportlich ausgeformten – auf jeden Fall aber – höchst bequemen Fahrsitz gleiten. Die Verstellung des vorderen Gestühls in unserem Fahrzeug erfolgte elektrisch und liess keinen Wunsch offen. Bemerkenswert ist durchaus, wie weit man mit dem Sitz nach vorne kommt – ein Pluspunkt für Menschen mit kurzen Beinen. Das Lenkrad lässt sich auch verstellen – und bietet eine ganze Menge Spielraum zum Verstellen. Jens und ich haben ja sehr unterschiedliche Sitzpositionen, da merkt man immer sehr schnell, wie sehr sich das Lenkrad verstellen lässt. Im Octavia auf jeden Fall ein weiteren Pluspunkt wert. Die Sitzheizung heizt angenehm Rücken und Gesäß auf. Also kurz einmal auf den Startknopf gedrückt (in unserem Fahrzeug hatten wir das Keyless-System) – tritt man übrigens dabei auf die Bremse (bei verbautem DSG) so startet der Motor, lässt man den Fuss neben dem Bremspedal, so wird lediglich die Zündung aktiviert.

Die reicht mir schon, um mein iPhone fix mit dem Columbus-Infotainment-System zu verbinden. Das geht fix und problemlos. Spielt man seine Musik via Bluetooth per iPhone ab, werden sogar die hinterlegten Cover angezeigt – gleiches gilt übrigens für die Nutzung der Spotify.app. In unserem Fahrzeug sind wir in den Genuss des Premium-Sound-Systems gekommen, was von Canton gestellt wird. Der Klang ist sehr ordentlich – für meinen Geschmack ein Tick zu frontlastig abgestimmt und es fehlen mit auch ein wenig die Mitten, dies lässt sich aber über den Equalizer nachjustieren. Das 8″ große Touchscreen-Display, welches über einen Annäherungssensor verfügt und somit während der Fahrt nur die relevanten Daten anzeigt, dann bei Näherung der Hand aber weitere Optionen einblendet, gibt ein gestochen scharfes Bild und lässt sich sehr gut ablesen. Das Navigationssystem arbeitet ordentlich und die Ansagen sind sehr präzise. Das Ein- und Aus-Zoomen aus den Karten erfolgt angenehm flott und kann intuitiv über den rechten Drehregler gesteuert werden. Unter der Steuerung der Klimaanlage befindet sich ein USB- und ein Klinkenstecker-Eingang – im Handschuhfach (in unserem Testfahrzeug liess es sich per Drehregler kühlen.) ist das DVD-Laufwerk verbaut, was noch zwei SD- und ein SIM-Kartenslot bietet.

Die simply clever Lösungen im neuen Skoda Octavia Combi und die Familienfreundlichkeit
Skoda hat dem neuen Octavia ein paar pfiffige Details spendiert. Beispielsweise ein Fach für die Warnweste unter dem Fahrersitz, ein Eiskratzer an der Tankklappe oder auch diverse, ausklappbare Gepäckhaken im Kofferraum zeigen, dass die Ingenieure mitdenken. Mal vom enormen Platzangebot im Kofferraum abgesehen, hat man auch auf der Rückbank viel – wirklich viel – Platz. Die Kopffreiheit wie auch die Beinfreiheit lassen keine Klagen aufkommen. Für erwachsene Passagiere im Fond, sind die beiden Aussensitze angenehm ausgeformt, die Kinder freuen sich über starre Gurtpeitschen, mit denen sie sich selbstständig problemlos anschnallen können.

Zudem freut sich die Generation Nintendo – genau wie der Gadget-Vati – auch über die 220 Volt-Steckdose die sich im Ford zwischen den beiden Vordersitzen befindet. Niemand – auch nicht die Passagiere im Fond – werden sich bei den elektrischen Fensterheber die Finger klemmen – alle vier Fenster sind mit einer Einklemmschutzfunktion versehen. Die Sicht nach draussen ist im Fond auch sehr angenehm großzügig. Das kann nur noch durch das große Panorama-Schiebedach getoppt werden, was in unserem Testfahrzeug leider nicht verbaut war.

Sicherheit im Skoda Octavia durch Assistenz-Systeme
Drei Assistenten waren in unserem Fahrzeug verbaut. Der Einpark-Assistent hat mich wirklich beeindruckt. Wer wissen will warum, sollte sich das Video ansehen. Da hat der Octavia sich mal eben selbstständig in einer schmale Parklücke gezwängt. Erwähnenswert ist auch, dass man auf zwei Arten einparken kann – in Parkplätze, die sich in Fahrtrichtung links oder rechts des Autos befinden, aber auch in Parklücken, die sich im 90° Winkel zu dem Wagen befinden.

Den Active Lane Assistent fand ich zuerst sehr befremdlich. Dieses System scannt die Strasse nach Begrenzungslinien ab. Hat es beide Linien gefunden, so wird die durch einen Farbwechsel des entsprechenden Icons von orange auf grün visualisiert. Nun lenkt der Skoda Octavia selbstständig mit. Gerade auf der Autobahn fühlt sich das erstmal seltsam, wenn nicht bevormundend an. Nach 50 Kilometern hatte ich mich aber daran gewöhnt. Man kann das System natürlich auch deaktivieren – und das auch mit eine einfachen Tastenklick. Zudem funktioniert das System erst ab einer Geschwindigkeit von 60 km/h.

Der Tempomat verfügt zusätzlich über ein System, was den Abstand zum Vordermann einhalten kann. Will man also gemütlich mit 120 km/h von A nach B kommen, aktiviert man fix das System und sollte der Vordermann mal langsamer werden oder bremsen, hält der Skoda Octavia Combi automatisch den Abstand. Das ist nicht nur ungemein praktisch, sondern ermöglicht auch sehr stressfreies Autofahren. Die System werden auch immer besser und die Zeiten, wo sie bei einer Autobahn-Abfahrt/Auffahrt plötzlich abbremsen scheinen wohl der Geschichte anzugehören.

Der neue Skoda Octavia – und sein Design
Design ist Geschmacksache und mir gefällt der neue Skoda Octavia Combi durchaus – ohne allerdings ausserordentlich zu begeistern durch seine Form. Dafür muss man Skoda ein Kompliment für die Gestaltung der neuen Scheinwerfer und Rückleuchten aussprechen, die dem Wagen auch im Dunklen ein eigenständiges Gesicht geben. Zudem mag ich das Konzept, dass sich in den Rückleuchten des Octavia 2 Streifen wiederfinden, im Superb 3 Streifen und im Rapid lediglich ein Streifen – bei stets der gleichen “Lichtform”.

Das Interieur ist unaufgeregt, aber – das kommt uns Deutschen doch irgendwie entgegen – sehr aufgeräumt und wenig verspielt. Ich bin ja ein großer Fan, der inneren Türgriffe, die für die haptische Bestätigung des visuellen Eindrucks noch 2-3 Lagen mehr Metallschichten vertragen könnten. Sehr angetan – das habe ich schon bei meinem Fahrbericht zum Skoda Superb, in meinen Erfahrungen zum Skoda Roomster und auch in meinem Bericht zur Probefahrt mit dem Skoda Yeti geschrieben – bin ich auch von den grünen Elementen des Infotainmentsystems.

Gas geben im 2013 Skoda Octavia III Combi 2.0 TDI DSG
Unser Testwagen hatte einen 2 Liter TDI-Motor mit 150 PS. Das Schalten übernahm das 6-Gang-DSG (das 7-Gang-DSG gibt es bilang nur für den 105 PS TD) in seiner bekannt unaufregenden, bequemen Art und Weise. Ich bin ja nicht so der Schaltwippen-Junkie, aber wer es eben ein wenig sportlicher haben möchte, kann über die Wippen auch selbstständig die Gänge wechseln. Mit seinen 150 PS ist der Skoda Octavia Combi ausreichend motorisiert und man kommt stets flott von A nach B. Wer jedoch einen schnellen Sportwagen sucht, sollte doch eher zum Benziner greifen oder aber noch besser auf den Skoda Octavia RS warten, der ja am 11. Juli 2013 in England vorgestellt wird.

Wer viel laden will – und dank des Kofferraums auch kann – den interessiert ja auch, wie viel die Zuladung wiegen darf. Mit seinem Leergewicht von 1322 kg, darf man dem Combi noch weitere 645 kg zufügen bevor das zulässige Gesamtgewicht von 1892 kg überschritten ist. Dieses erlaubt dann übrigens eine maximale Anhängelast vom Skoda Octavia Combi von 1500 kg (bei 12% Steigung) und 1800 kg (bei bis zu 8% Steigung). Das Skoda-Marketing nutzt ja gerne das Wort “Lademeister” – die Zahlen zeigen, dass sie das nicht ganz zu unrecht tun.

Der Basispreis in der Ausstattungslinie “Ambition” für den 2,0l TDI 110 kW (150 PS) mit 6-Gang-DSG liegt bei 27.140 Euro. Laut Angaben von Skoda soll der Motor mit 4.5 Litern / Diesel auf 100 Kilometern durchschnittlich auskommen. Das kann gut sein, wir während unserer Fahrt keine 7 Liter verbraucht und sind nicht gerade verbrauchsoptimiert gefahren.

Mein Fazit steht ja schon im ersten Absatz und klingt wohl auch durch den ganzen Erfahrungsbericht zum neuen Skoda Octavia Combi durch: für mich ist der Wagen einfach ein vernünftiges, ansatzweise preiswertes und komfortables Auto für das ich mich als Familienvater brennend interessieren würden, wenn ich nicht gerade Autoblogger wäre. Gerne würde ich dem Skoda aber mal bei einem Langzeittest auf den Zahn fühlen und vor allem die ganzen System noch mal etwas genauer betrachten.

Die Sicht von Jens findet ihr in seinem Fahrbericht Skoda Octavia Combi. In der Galerie habe ich jede Menge weitere Fotos zum neuen Skoda Octavia Combi eingestellt, darunter auch einige Detailbilder.