#smooth, #offen, #stilsicher – das neue 2013 Mercedes-Benz E400 Cabriolet (A207)

Wer kennt sie nicht, die unsäglichen Vorstellungsrunden, wo man sich stets mit drei Wörtern (jung, dynamisch, erfolgreich) beschreiben soll. Während ich bei mir selbst immer nach den passenden Wörtern suchen muss, ist es mir bei dem neuen 2013 Mercedes-Benz E400 Cabriolet (A207) sehr einfach gefallen. Smooth ist der V6-Motor in Verbindung mit der 7G-Tronic zu jederzeit und beschert dem Fahrer ein herrliches Cruiser-Gefühl. Offen bezieht sich selbstredend auf die Bauform und ich darf schon jetzt vorab schicken, dass es wirklich und wahrlich eine Menge Spass macht, mit dem neuen E-Klasse Cabrio offen durch die Gegend zu fahren. Stilsicher ist man meiner Meinung nach auf jeden Fall mit dem neuen Mercedes E-Klasse Cabrio unterwegs – egal ob offen oder geschlossen, in Eile oder auf Vergnügungsfahrt, alleine oder auf einem Doubledate. Damit habe ich doch eigentlich schon alles geschrieben, oder? Nein? Du willst mehr Informationen? Dann empfehle ich die Lektüre meiner nachstehenden Zeilen und explizit auch den Kosum des fast 9minütigen Videoclips, welches ich gemeinsam mit Jens im Rahmen unseres Video-Formats Ausfahrt.tv erstellt habe.

Also noch mal ganz von vorne, nachdem ich ja schon das Vergnügen hatte, die neue Mercedes-Benz E-Klasse (als E500 Limousine) im Rahmen unseres Road-Trip #mbrt13 von los Angeles nach Detroit zur Weltpremiere zu begleiten, war es mir ebenfalls vergönnt, das T-Modell als 2013 Mercedes-Benz E 250 CDI T-Modell wie auch die Limousine in der AMG-Version als Mercedes-Benz E63 AMG S 4MATIC bereits zu fahren (Hinter den Links befinden sich die entsprechenden Fahrberichte von mir, allerlei Fotos und auch jeweils ein Video). Nun hatte mich der Daimler eingeladen, um auch das Cabriolet und das Coupé der neuen E-Klasse Generation (sie nennen es Facelift, aber wir wissen ja mittlerweile alle, dass es ein wenig mehr als “nur” ein Facelift ist) zu fahren. In meinem Fall hiess dies, gemeinsam mit Jens im 2013 Mercedes-Benz E400 Cabriolet (A207) – der Basispreis liegt bei 60.630 Euro – von Hamburg nach Sylt – inklusive passivem Fahren auf dem Autozug – und dann am nächsten Tag mit dem 2013 Mercedes-Benz E500 Coupé (C207) von Sylt wieder zurück nach Hamburg (diesmal per Fähre und via Dänemark).

Hamburg zeigte sich wider Erwarten und entgegen aller Prognosen von seiner sonnigen Seite bei unsere Abfahrt und so haben wir es uns nicht nehmen lassen, unsere Fahrt mit heruntergeklappten Verdeck zu beginnen. Das Verdeck öffnet und schliesst sich selbstredend elektrisch und wird auch vollständig im Heck versenkt, was natürlich zu Lasten des Kofferraum-Volumens geht. Wer es eilig hat oder auch vom Regen überrascht wird, der kann das Verdeck auch bei Geschwindigeiten von bis zu 40 km/h während der Fahrt öffnen und schliessen. Und wenn ich überhaupt einen ernsthaften Kritikpunkt am neuen Mercedes E-Klasse Cabrio habe, dann ist es die Zeit, die das Verdeck benötigt, um sich zu öffnen bzw. zu schliessen. Nicht ganz 20 Sekunden Geduld benötigt man bis sich das Dach komplett geöffnet oder aber geschlossen hat. Fährt man nun offen – so wie wir durch Hamburg Richtung Autobahn – so stellt Daimler dem potentiellen Kunden zwei Optionen bereit, die das offene Fahren noch ein wenig bequemer machen. Zum einen wäre der – aus diversen anderen offenen Mercedes-Modellen bekannte – AIRSCARF. Hinter diesem unförmigen Wort verstecken sich zwischen Rücklehne und Kopfstütze verbaute Luftdüsen, die bei Bedarf je nach Wunsch mit sehr warmer oder eher lauer Luft den Halsbereich vor böser, kalter Zugluft schützen. Bislang exklusiv für das E-Klasse Cabrio entwickelt und erstmals 2009 gezeigt, präsentiert Daimler mit dem System AIRCAP (wer diesen Begriff google’t wird auch auf Luftpolsterfolie stossen) einen hohen Komfortgewinn für Mitfahrer im Fond. Das AIRCAP-System besteht aus zwei Komponenten und ermöglicht auf Knopfdruck zugfreien Cabriolet-Genuss auch auf den hinteren Plätzen. Auf Wunsch fährt eine Windlamelle aus dem oberen Scheiberahmen und weist den Wind – ähnlich einem Spoiler – auf einem anderen Weg über das Fahrzeug. Zeitgleich fährt das Windschott zwischen den Fondsitzen noch etwas höher. Ist der Effekt auf den vorderen Plätzen nicht so gravierend, so sitzt man in Fond mit aktiviertem AIRCAP doch deutlich angenehmer und wird von Windverwirbelungen geschützt. Wer also plant, des öfteren mit Passagieren im Fond das neue E-Klasse-Cabrio auszuführen, dem empfehle ich auf jeden Fall, AIRCAP zu bestellen – zusammen mit dem AIRSCARF, den ich persönlich auch nicht missen wollen würde – gibt es beiden System im “Cabriolet Komfort-Paket” für 1.250 Euro Aufpreis. Am Rande – die ausgefahrene Lamelle stört durchaus die schöne Linienführung des Cabrios – darum fährt sie auch sofort automatisch ein, wenn man das Fahrzeug mit weniger als 15 km/h bewegt, der Vorteil für die Fondpassagiere ist aber wirklich signifikant, wie wir auch in unserem Video (oben) zeigen. Wer mehr über das AIRCAP-System erfahren möchte, kann sich bei unseren Kollegen vom MB Passion Blog schlau lesen. Kurz aufgreifen möchte ich noch einmal das Kofferraum-Volumen. Es wird mit 300 Litern bei geschlossenem Verdeck angegeben – genug Platz für zwei Kabinentrolleys, 2 kleine Rucksäcke oder Taschen und ein paar Jacken. Schliesst man das Verdeck so soll man bis zu 90 Liter mehr Stauraum erhalten. Das haben wir im Test aber nicht ausprobiert. Eine Schale schützt den Verdeckbereich und die Zeit liess es nicht zu, dass wir probieren konnten, was man mit dieser Schale tun muss, um den Bereich entsprechend zu vergrößern.

Also. Quer durch Hamburg. Die Sonne scheint, das Verdeck liegt fein im Kofferraum, der V6 schnurrt. Was fehlt? Der Soundtrack! Also fix das iPhone mit dem Infotainment-System verbunden, was mit dem COMAND ONLINE (Kostenpunkt 3.153 Euro – eine Menge Geld, ich mag das System aber richtig gerne. ) immer wieder vollkommen problemlos klappt, ob nun per Bluetooth oder USB-Anschluss unter der Mittelarmlehne. Massive Töne – Cruisen empfinde ich als ideale Untermalung, Sekunden später nicken zwei Köpfen zu den Beats. Und doch muss ich dann erst zwei Mal in die Preisliste schauen, um wirklich zu glauben, dass es das von mir so hochgelobte und sehr geschätzte Premium-Sound-System von Bang & Olufsen, was wir in T-Modell und Limousine sehr genossen haben, für Cabrio und Coupé nicht gibt. Schade! Im Coupé wie Cabriolet ist “nur” ein Harman Kardon® Logic7® Surround-Soundsystem (893 Euro – Anschaffung empfohlen!) verfügbar. Das klingt zwar auch alles andere als schlecht, aber das B&O-System hat mir in seiner Klangfarbe wie -breite doch noch besser gefallen. Ein Großteil der potentiellen Kunden wird da vermutlich eh keinen großen Unterschied heraushören. Wichtig ist, dass die Musikleistung mehr als ausreichend ist, um den Wagen auch bei geöffnetem Verdeck und flotter Fahrweise noch gut beschallt. Und das macht das System. Darauf kommt es an. Und im Übrigen macht es auch Spass. Das erste Teilstück der Autobahn gen Norden fahren wir weiter offen, dann schliessen wir auf einem Parkplatz das Verdeck. Jens ist gesundheitlich leicht angeschlagen und ausserdem wollen wir uns anhören, wie sich das Verdeck bei Geschwindigkeit jenseits der 200 km/h verhält. Wie ein Blechdach. Das mehrlagige Textilverdeck beeindruckt wirklich mit seiner Akkustik-Abschirmung. Wer das nicht glauben kann, wir zeigen es im Video! Bis 200 km/h kann man sich mehr als bequem unterhalten und jenseits der 200 km/h werden ja alle Fahrzeuge ein wenig lauter.

Um diese 200 km/h zu erreichen, muss man den 333 PS-starken 6 Zylinder nicht mal gross bitten. Sehr willig nimmt der mit 3 Litern Hubraum ausgestattete Benziner den Gasfuss des Fahrers an und beschleunigt mit Hilfe der angenehmen 7G-TRONIC PLUS (Automatikgetriebe) das immerhin 1.845 kg schwere Cabrio mal eben in 5.3 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Und auch jenseits der 100 km/h-Marke hat man nicht das Gefühl, als würde die Kraft der Beschleunigung nachlassen. Aber – Hand aufs Herz – so schön schnell sich das neuen 2013 Mercedes-Benz E400 Cabriolet (A207) auch durch Deutschlands Strassen lenken lässt, viel mehr Spass macht es zu Cruisen. Immer mit dem Wissen, dass man auch jederzeit die vorhandene Leistung abrufen kann, sind die 100 km/h auf der Landstrasse einfach ein Genuss. Entgegen kommt dem Wechsel zwischen Jekylll und Hyde dabei eine unscheinbare Taste in der Mittelkonsole mit der man zwischen Eco- und Sportmodus wechseln kann, wie auch noch ein zweite – ebenso unscheinbare – Taste, mit der man die Federung von Komfort zu Sport umschalten kann. Der Unterschied zwischen den beiden Programmen ist deutlich spürbar – sowohl beim Fahrkomfort als auch beim Verbrauch. Dieser wird beim E400 mit 7.9 Litern Super auf 100 km angegeben – wer entspannt unterwegs ist, kann diesen auch erreichen. Wer von einem Ort zum anderen hetzt, kann auch schnell 12 Liter pro 100 Kilometer und mehr durch die Brennkammern jagen. Dann sollte man sich aber auch auf regelmäßige Tankstops einrichten, denn der Tank fasst lediglich 66 Liter.

Bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 2.3 Tonnen ermöglicht das E400 Cabrio eine Zuladung von 470 kg. Als echter Viersitzer (auch hier der Verweis auf das Video – man kann wirklich mit 4 erwachsenen Personen auch längere Strecken reisen) sollten die Mitreisenden dann nicht zu wohlgenährt sein oder sich aber mit dem Gepäck deutlich beschränken, was ja durch den kleinen Kofferraum eh erforderlich ist. Wer mag, kann an das Cabrio auch einen Agrarhaken bauen lassen und damit dann eine Anhängelast von 1.8 Tonnen ziehen. Das sollte zumindest für das kleine Sportboot oder das Rennpferd reichen.

Abschliessend darf ich noch festhalten, dass die von uns gefahrene Variante mit seiner palladiumsilber metallic-Lackierung in Verbindung mit dem begalrotem Verdeck und der bengalroten Lederinnenausstattung nicht unbedingt meinen Geschmack getroffen hat – aber es war eben das Auto mit dem wir am meisten zeit verbringen konnten, so waren wir nicht wählerisch. Mein Favorit wäre ein schneeweißes Cabrio mit schwarzem Verdeck gewesen. Mit dem E400 bin ich aber mehr als glücklich gewesen.

Jens hat seinen Fahrbericht zum Mercedes-Benz E400 Cabriolet schon vor ein paar Tagen veröffentlich, wer also noch eine weitere Stimme zu dem Wagen lesen mag, klickt auf den vorstehenden Link. Aus einem ganz anderen Blickwinkel beschreibt Yvonne von justtravelous.com ihre Erlebnisse mit dem E400 Cabrio. Weitere Berichte von Moritz Nolte (automobil-blog.de) und Phillip Deppe (MB Passion Blog) solltet ihr in den kommenden Tagen als Trackback-Kommentar unter dem Artikel finden, die haben ihre Erfahrungen mit dem 2013 Mercedes-Benz E400 Cabriolet (A207) noch nicht online gestellt.

Wer sich das Video oben noch nicht angesehen hat, sollte dies jetzt nachholen, da zeigen wir noch Sachen, die ich jetzt nicht gedoppelt beschrieben habe, andernfalls biete ich in der nachstehenden Galerie noch diverse Fotos von dem 2013 Mercedes-Benz E400 Cabriolet (A207), darunter auch einige Detailbilder. Zudem habe ich schon vor langer Zeit die Pressemitteilung mit allen Daten und Fakten zum 2013 Mercedes-Benz E-Klasse Coupé (C207)und Cabriolet (A207) in meinem Blog hinterlegt, da kann man lesen, wie der Daimler die beiden Autos beschreibt.