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2013 Mercedes-Benz C220 CDI T-Modell (S204) – mein Firmenwagen hättest Du sein sollen

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Oft plant man Dinge ja sehr gründlich und dann kommen sie doch ganz anders. So bin ich in die Verhandlung zu meiner letzten Festeinstellung mit dem Ziel gegangen, einen Mercedes-Benz C220 CDI T-Modell als Firmenwagen festzuschreiben. Mein Verhandlungsgeschick in allen Ehren, nach dem Gespräch hatte ich die Schlüssel zu einem Ford S-Max in der Hand. Im Nachhinein war der Ford zwar auch ein gutes Auto, so richtig wertschätzen konnte ich ihn aber nie, denn ich wollte ja einen Mercedes. Nun, mittlerweile habe ich gar keinen Firmenwagen mehr, dafür stand aber eben genau das Modell, was ich seinerzeit eigentlich haben wollte, in meiner Einfahrt. Und auch dieses Mal kam alles anders. Statt den Mercedes ausgiebig zu testen, lag ich die Hälfte der Zeit krank in Bett (darum habe ich auch keine eigenen Fotos machen können, die abgebildeten sind freundlicher Weise von Jens) – wie auch der Rest meiner Familie. Dennoch bin ich mit der C-Klasse einige Strecke gefahren und die haben mich auch rückwirkend bestätigt, dass der Mercedes mich damals glücklicher gemacht hätte als es der Ford tun konnte.

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Der geschätzte Blogger-Kollege Kim Granz residiert mittlerweile in Oldenburg. Zwischen Bielefeld und Oldenburg liegen 175 Kilometer Wegstrecke mit einem hohen Autobahn-Anteil, wobei die A1 zwischen Osnabrück und Bremen mit vielen, lästigen Baustellen garniert ist. Die errechnete Fahrtzeit liegt bei knapp 2 Stunden – eine perfekte Teststrecke für einen potentiellen Firmenwagen. Was meines Erachtens einen Mercedes von einem Audi oder BMW unterscheidet – und hey, ich will das nicht in Stein meisseln, es kann auch meine sehr subjektive Wahrnehmung sein – ist die Art des Reisens. Im Audi bin ich meist immer Vollgas von A nach B gefahren. Defensiv natürlich. Aber da wo es eben gibt, stand das Gaspedal stehts unter voller Belastung. Das Mercedes-Benz C220 CDI T-Modell hingegen hat mir das Gefühl gegeben, dass ich entspannt von A nach B komme und dass 160 km/h (da wo erlaubt) auch eine sehr passable Reisegeschwindigkeit darstellen. Auch wenn der 220 CDI locker die 220 km/h-Marke erreicht und sich dabei keines Falls anstrengend verhält – er verleitet nicht zum Schnellfahren (Meine Schwester wird mir den Kopf abreissen, dass ich 160 km/h als NICHT Schnellfahren bezeichne, aber ich denke ihr wisst, was ich meine.). Das Automatikgetriebe 7G-TRONIC PLUS wählt geschmeidig zwischen den Gängen und beschert dem Fahrer eine angenehme Reiseakkustik. Und ist man doch einmal genötigt, dem Kombi die Sporen zu geben, so bedient man eben manuell den Gangwahlhebel (der in der C-Klasse sich aktuell noch in der Mittelkonsole befindet und damit einen Hinweis darauf gibt, dass die C-Klasse der Baureihe 204, die 2007 vorgestellt wurde, wohl auch bald mittels einer Modellpflege verjüngen wird und dann der Wahlhebel, wie bei allen anderen aktuellen Modellen ans Lenkrad wandern wird – und ja, das war ein Satz). Der 2.2 Liter Biturbo-Dieselmotor mit Common-Rail-Direkteinspritzung leistet 170 PS, die dem T-Modell gut stehen. Mehr geht natürlich immer, muss aber nicht sein.

Gerade wer mit dem Firmenwagen viel Autobahn fährt, wird schnell das Fahrassistenz-Paket PLUS des Mercedes-Benz C220 CDI T-Modell für 2.320 Euro Aufpreis zu schätzen wissen. Dazu gehören DISTRONIC PLUS (Tempomat, der auch autonom den Abstand zum Vordermann hält – so ein Komfortgewinn in Baustellen oder 120 km/h_Abschnitten), Brems-Assistent BAS PLUS, PRE-SAFE® Bremse (beides Systeme um Kollisionen zu verhindern), Aktiver Totwinkel-Assistent (Nein, den MUSS man nicht haben und NEIN, man sollte sich nicht ausschliesslich drauf verlassen, aber ihn als Absicherung zu haben, ist mehr als angenehm. Mich hat er schon 3 Mal vor unangenehmen Kaltverformungen bewahrt) sowie Aktiver Spurhalte-Assistent (Scannt die Begrenzungslinien der Fahrbahn und hält ab Geschwindigkeiten von 65 km/h für ein paar Sekunden selbstständig die Spur bzw unterstütztd en unachtsamen Fahrer). Für mich bildet das Paket nicht nur eine zusätzliche Sicherheit, für mich ist es ein deutlicher Komfortgewinn.

Auf dem Rückweg hatte es angefangen zu schneien. Trotz Heckantrieb hatte ich weder auf den Auffahrten noch auf der Autobahn selbst oder auf den Landstrassen auf dem letzten Teil meiner Strecke auch nur im Ansatz Traktionsprobleme. Sicherlich lieben wir alle schnelle, aufregende und wilde Autos. Aber wenn unsere Alltag maßgeblich daraus besteht, sicher von A nach B zu kommen, dann will man ein komfortables Auto, was einen sicher zum Termin und nach Hause führt.

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Firmenwagen. Wer sich glücklich schätzt einen Firmenwagen auswählen zu dürfen, muss sich in der Regel an Budgets halten. Der 2013 Mercedes-Benz C220 CDI T-Modell (S204) mit dem Automatik-Paket (7G-TRONIC) und Avantgarde- (Ich persönlich würde die Elegance-Linie wählen, allein weil ich bei einem T-Modell einen Stern auf der Haube sehen will) Ausstattung liegt bei nicht ganz 44.000 Euro. Das mir zur Verfüg gestellte Modell hatte einen Listenpreis von fast 58.000 Euro. Ich würde da noch ein paar Dinge wegkonfigurieren können. Die palladiumsilber metallic-Lackierung steht dem Wagen zwar gut, ich mag aber weiße Autos, zudem sind die Farben weiß, rot und schwarz nicht aufpreispflichtig. Die serienmäßigen 16″ Zöller (Elegance, beim Avantgarde sind 17″ Serie) sehen an der C-Klasse meines Erachtens schon ein wenig verloren aus. Ich bin wirklich nicht so der „Felgen-Typ“, aber die 830 Euro für 17″ würde ich durchaus in Kauf nehmen. Wer öfters andere fahren lässt, ärgert sich schwarz, wenn er nicht das Memory-Paket ordert, was den Sitz und das Lenkrad (und ja nachdem auch die Spiegel) für 1500 Euro Aufpreis wieder in die angestammte Position bringen. Auf die elektrisch öffnenden Heckklappe (4670 Euro) könnte ich hingegen verzichten. Wie auch auf die PARKTRONIC (840 Euro) und das Fahrdynamik-Paket (1.200 Euro), was zwar praktisch ist, bei mir aber zugunsten des Harman Kardon® Logic7® Surround-Soundsystem vom Bestellzettel verschwinden würde. Das COMAND Online-Infotainment-System ist mit über 3.000 Euro auch ein ziemlicher Brocken auf dem Bestellzettel. Ich habe in den letzten Monaten das System aber durchaus schätzen gelernt und würde es nicht missen wollen.

Wie auch immer. Wer geschickt konfiguriert sollte sich einen sehr anständiges Mercedes-Benz C220 CDI T-Modell zusammenstellen können, was nicht wesentlich mehr als 55.000 Euro kostet. Wer jetzt jammert, dass ein Mittelklasse-Fahrzeug – auch nicht aus dem Premium-Segment – doch keine 110.000 Mark kosten darf, dem nicke ich freundlich zu. Aber die Zeiten haben sich in den letzten 20 Jahren eben geändert. Und ob man sich nun für einen Audi, BMW oder Mercedes entscheidet, am Preis macht sich da meiner Meinung nach gar nicht mehr bemerkbar. Vielmehr sollte man prüfen, welches Auto einen möglichst sicher und punktefrei auf den Geschäftsreisen begleiten soll. Für mich wäre dies im Premium-Segment auf jeden Fall das Mercedes-Benz C220 CDI T-Modell.

Darf es lieber ein wenig mehr sein? Die E-Klasse als Firmenwagen: Firmenwagen mit Familienanschluss – unterwegs mit dem 2013 Mercedes-Benz E 250 CDI T-Modell oder doch einfach nur die C-Klasse mit richtig viel Leistung? Probefahrt: 2012 Mercedes-Benz C 63 AMG Coupé (C204) Oder doch nur eine weitere Meinung zu dem 2013 Mercedes-Benz C220 CDI T-Modell – drüben bei Jens zum Beispiel Fahrbericht: Mercedes C 220 CDI T-Modell oder auch als C220 CDI Coupé