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tron meets Ironman: mit dem Audi R8 e-tron durch die Strassen von Berlin


Ich gabe zu, ich habe den neuen Ironman-Film gar nicht gesehen. Dort spielt der Audi R8 e-tron ja eine durchaus tragende Rolle – habe ich mir sagen lassen. Ich kann insofern zur Cocktail-Unterhaltung beitragen, als dass ich bestätigen kann, dass keiner der von mir in Berlin gesehenen Audi R8 e-tron über eine Anhängerkupplung verfügt hat. Aber egal.

Audi R8 E-tron. Achja, dieser R8 mit Elektro-Antrieb, der nie verkauft werden wird. So ist es. Ich fand ganz interessant, dass der Wagen, obwohl er sich die Form und das Kürzel mit dem Verbrenner-Pendant teilt, über lediglich 9 gleiche Bauteile verfügt. Da wären die Türen, die Spiegel und noch ein paar andere Kleinigkeiten, die ich schon wieder vergessen habe. Ansonsten präsentiert sich der Elektro-Renner als echter Technologie-Träger, der uns zeigen kann, was in den kommenden Jahren bei Audi passieren wird.

Und ich hatte das Vergnügen, eben diesen Renner – von dem es nur eine limitierte Anzahl von Fahrzeugen gibt (eine genaue Stückzahl hat man uns nicht genannt, sie wird wohl aber über 20 und unter 50 liegen) – durch die Straßen meiner geliebten Geburtsstadt Berlin zu lenken. Ok, dummerweise hatten die Fahrradfahrer Berlin am gleichen Tag eine dicke Sternfahrt durchgeführt, so dass die von uns angedachte Route geändert werden musste, es war trotzdem ein richtig tolles Erlebnis für mich. Und das meine ich nicht so blabla, sondern ehrlich. Und ich habe in den letzten Monaten ja schon einiges erlebt. Jens und ich haben an dem Abend auch noch gleich ein kleines Video erstellt, was ihr Euch nachstehend ansehen könnt:

Am Sonntag abend sind wir durch Berlin gefahren, am Montag hatten wir die Gelegenheit, den Audi R8 e-tron auf einem abgesteckten Parcours auf dem ehemaligen Flughafengelände Tempelhof um die Pylonen zu jagen. Alltagstauglichkeit first, Rennsport-Ambitionen next.

Natürlich ist der Audi R8 e-tron nicht wirklich ein Fahrzeug, von dem man ausgeht, dass man ihn tagein tagaus zum Fahren in die Stadt oder zum Pendeln zur Arbeitstelle verwendet. Würde man einen „normalen“ R8 denn für so etwas nutzen. Der Punkt ist wohl aber, dass man es könnte. Egal, ob nun mit Verbrenner oder eben mit dem Elektroantrieb. Als schnittiger Zweisitzer bietet der Audi R8 etron sogar einen kleinen Kofferraum (Golfbag passt nicht, wohl aber ein Bord-Trolley) und auch ein paar Ablageflächen im Innenraum (Ich mochte besonders das kleine Fach in der Rückwand der Fahrgastzelle, zeigen wir im Video), so dass man damit zumindest als Single oder DoubleIncomeNoKids prima auskommen kann. Die Reichweite beträgt laut Audi Reichweite 215 km, so dass man selbst bei ineffizienter Fahrweise die üblichen 50 Kilometer vom trauten Heim zum Büro locker überbrücken kann.

Ich hatte ja „Technologie-Träger“ geschrieben. Zu nennen ist da auf jeden Fall der Innenspiegel, der aus einem AMOLED besteht. Einen hachdünnen, gestochen scharfen Bildschirm, der sein Bild von einer Kamera auf dem „Rücken“ des etron erhält. Das Bild wird on-the-fly noch aufbereitet, so dass man auch nachts stehts gute Sicht nach hinten hat. Ich war ja erst sehr skeptisch. So ein herkömmlicher Spiegel macht doch seine Sache auch sehr gut. Meines Erachtens macht es der digitale Spiegel aber deutlich besser. Ich freue mich schon darauf diese Form von Spiegel alsbald (2-3 Jahre?) in den Volumenmarkt-Fahrzeugen (also die Autos, die den Herstellern das Geld bringen) der Premium-Hersteller zu sehen.

Natürlich hat der Audi R8 e-tron, wie alle sportlich angehauchten Fahrzeuge aus Ingolstadt einen „Drive Select“-Schalter, wo man zwischen wonnig und wild wählen kann. Wonnig heisst bei Audi „Efficency Mode“ und bedeutet beim R8 e-tron dass man eher Wert auf dei Reichweite legt als denn auf die Beschleunigung. Also das ideale Programm für unsere kleine Sightseeing-Tour durch Berlin.

Wählt man das Programm „dynamic“ Modus, dann kann der R8 auch wild. Das habe ich dann auf dem abgesperrtem Flugfeld erleben dürfen. Ich weiss ja mittlerweile, dass „elektrisch“ nichts mit langsam zu tun hat. Und das hat auch der R8 e-tron belegt. Die Hinterräder werden einzeln angetrieben. Jedes Rad hat einen eigenen Motor, der jeweils 140 kW leistet. Beide zusammen sorgen für ein maximales Drehmoment von ca. 820 Nm – was natürlich eine Wucht ist. Auf der Strasse am Sonntag hatten wir noch Regen und da merkte man auch, dass die geballte Kraft manchmal nicht so recht auf der Strasse haften wollte. Am zweiten Tag auf der Flugfeld-Rennstrecke war dann aber alles schön abgetrocknet.

Ich bin erst ein paar Runden mit Jens gefahren. Also auf dem Beifahrersitz. Mein Magen kann bestätigen, dass der Schub, den man bekommt, be_merk_enswert ist. Grosses Kino. Selbst fahren macht aber mehr Spass und den hatte ich auch bei der Jagd um die Pylonen. Audi verwendet beim Audi R8 e-trom zum ersten Mal Federn aus glasfaserverstärktem Kunststoff? Warum? Zum einen, weil man den Werkstoff mittlerweile genauso fest und zuverlässig verarbeiten kann wie die uns geläufigen Stahlfedern, dabei aber bis zu 40% weniger wiegen. Und das ist ja das A und O der nächsten Jahre. Leichtbau. Unsere Autos müssen leichter werden, damit sie weniger Sprit verbrauchen. So besteht die Karosse des R8 e-tron weitestgehend aus Alu und Kohlefaser.

Die Höchstgeschwindigkeit ist übrigens bei 200 km/h abgeregelt. Ausser in Deutschland würde die wohl niemanden stören. Die Kappung der Höchstgeschwindigkeit ist dem Batterie-Betrieb geschuldet. Ab 200 km/h saugt der Motor wohl so viel Strom aus dem Akku, dass sich die Ingenieure entschlossen haben, schön früh abzuregeln. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h liegt bei 4.2 Sekunden. Konnte ich jetzt auch nicht direkt nachmessen und bei unserem Test im Video sieht man ja, dass der nasse Fahrbahn nicht gerade die idealen Voraussetzungen erfüllt, die man für so einen Test benötigt. Aber gefühlt – gefühlt beschleunigt die Elektro-Flunder viel schneller. Gerade aus dem Kurven heraus, war es ein reines Vergnügen. Und ja – blabla, EPS kann man nicht ganz ausschalten bla bla aber wer braucht das auch wirklich bla bla der ESP-Sportmodus bla bla macht auch Spass und das Heck kann man lustig nett kontrolliert ausbrechen lassen.

Bums. Warum wird der Audi R8 e-tron nicht in Serie gebaut? Soweit ich das verstanden habe, ist er einfach zu teuer und man wollte nicht – wie andere Hersteller – das Auto über die Volumenmodelle quer finanzieren. Aber was verstehe ich schon von Autos …

Weit mehr technische Fakten gibt es bei Jens in seinem Beitrag „Fahrbericht Audi R8 etron – der Wagen von Iron Man bzw. Tony Stark“, Milos umreist bei sich den kompletten Event, es gab ja noch mehr als nur den R8 e-tron zu sehen (da kommt bei mir später noch etwas) und Sebastian war den R8 etron schon vor ein paar Tagen gefahren. Bei mir gibt es wie immer in der nachstehenden Galerie noch viele weitere Bilder: