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Probefahrt mit dem 2013 Nissan 370Z nismo: Die Fairlady hat aggressives Rouge aufgelegt


Nüchtern betrachtet, ist der neu vorgestellte 2013 Nissan 370Z nismo ein von innen weniger, dafür von aussen umso mehr aufgepeppter Nissan 370Z (mein Beitrag zur Probefahrt mit dem 2012 Nissan 370Z GT-Edition vom letzten Jahr). Ein paar PS mehr – 15 um genau zu sein, ein Bodykit und ein etwas sportlicher abgestimmtes Fahrwerk. Das Ganze verpackt als Vollausstattungspaket für 44.900 Euro.

Aber mal ganz im Ernst – wer möchte denn bitte einen Nissan 370Z – ob nun in der nismo-Variante oder auch nicht – nüchtern betrachten.

Emotional wird ein Sportwagen gekauft. Emotionen soll das Rouge auch bei uns wecken, welches die Fairlady im nismo-Gewand für uns aufgelegt hat. Ich gestehe. Vor dem Losfahren vom Köln/Bonner Flughafen bin ich schon mit einem breiten Grinsen um das Auto gehopst. Absolute Vorfreude. Normaler Weise fährt Jens immer zu erst, wenn wir uns ein Auto teilen. Diesmal nicht. Der Nissan 370Z ist „mein Baby“. Also bin ich entsprechend gespannt, wie sich die nismo-Version fahren wird. Der Unterschied zwischen dem normalen Juke und dem Nissan Juke nismo (Link zur Probefahrt mit dem 2013 Nissan Juke nismo im Februar) war ja in jeder Hinsicht gravierend, somit meine Erwartungshaltung auch dementsprechend hoch. Und habe ich mein Fazit im nachstehenden Video auch noch unter dem direkten Einfluss von Endorphinen gesprochen, so habe ich in diesem Beitrag doch noch ein paar Dinge nachzureichen.

Ich möchte jetzt nicht im Einzelnen darauf eingehen, wie toll ich den Nissan 370Z finde. Ich habe dazu schon einen langen Beitrag verfasst. Auch habe ich einen Beitrag über die Historie der Z bereits vor längerem in meinem Blog veröffentlicht. In diesem Beitrag hier, werde ich mich auf die Unterschiede zwischen dem normalen Nissan 370Z und dem 370Z nismo beschränken.

Aussen: hossa
Das nismo-Bodykit ist ja nun wirklich nicht zu übersehen. Der Fairlady hat man vorne die Lippe gemacht. Um genau zu sein, die komplette Frontschürze ist nismo-eigen. Was eigentlich sehr Schade und auch nicht wirklich konsequent ist. Denn beim letzten Facelift hat der 370Z eigentlich sehr hübsche Tagfahrlicht-LEDs spendiert bekommen, die bei der nismo-Version aus welchen Gründen auch immer nicht übernommen wurden – obschon der Juke nismo über ein solches Lichtband verfügt.

Die nismo-Spoilerlippe vorne hebt sich durch ihre antrazit-farbenede Lackierung vom Rest der Frontschürze schön ab. Gleiches gilt für die nismo-Seitenschweller, die den 370Z-nismo meines Erachtens optisch noch ein wenig griffiger, tiefer wirken lassen. Wunnderschön finde ich die 19″ RAYS-Alufelgen mit nismo-Schriftzug, die mit ihrer dunkelgrauen Lackierung sehr schön mit den Schwellern harmonieren. Die Brenssättel sind rot lackiert, nismo eben.

Am Heck wurde der kleine, in die Form des 370Z eingepasst Heckspoiler durch einen halben Tresen ersetzt. Vor 20 Jahren hätte ich das wohl als ziemlich cool erachtet, in 5 Jahren mag sich meine Meinung dann auch wieder ändern, aktuell ist mir der Flügel einfach deutlich too much. Der angedeutete Diffusor, der die Doppelauspuffanlage besser zur Geltung bringt, trifft hingegen voll und ganz meinen Geschmack.

Zusammengefasst wirkt der 2013 Nissan 370Z nismo, der im Übrigen nur bei uns in Europa wirklich neu ist, denn in Asien und Nordamerika wird er schon länger als Sport-Edition vertrieben, deutlich aggressiver und auch flacher auf der Strasse.

Innen: schwarz/rot
Die Modifikationen im Innenraum sind eher überschaubar. Der zentrale Drehzahlmesser hat einen roten Ring und einen nismo-Schriftzug spendiert bekommt. Selbiger prangt auch auf der Lehne der mit Stoff bezogenen und elektrisch verstellbaren Sportsitzen, die mit roten Nähten aufgewertet wurden. Die Sitze bieten zwar einen tollen Seitenhalt, aber es irritiert mich immer wieder, dass mir etwas in den Rücken drückt, wenn ich meinen Kopf an die Kopfstütze presse („aktive Kopfstützen“ nennt Nissan dies und es durchaus beabsichtigt). Zwischen den beiden Sitzen, hinter denen sich übrigens auch noch Staufläche befindet, so dass alles, was nicht in dem mit 235 Litern nicht besonders üppige Kofferraum verstaut werden kann, dort ggf. noch versteckt werden kann, ist eine Plakette mit Nismo-Schriftzug und Produktionsnummer zu finden sind. Die Nismo 370Z sind die die Juke Nismos limitiert wie nummeriert. Schön wie griffig präsentiert sich das Sportlenkrad aus einem Alcantara/Leder-Mix mit der roten Markierung für die Geradeausstellung (also oben, auf 12 Uhr).

Was den nismo aber ebenfalls ausmacht ist die reichhaltige Basis-Ausstattung. Das Infotainment-System „Nissan Connect Premium“ ist ebenso im Preis inbegriffen, wie das durchaus sehr ordentliche Bose Soundsystem mit 6 Lautsprechern und zwei Subwoofern. Freisprechen via Bluetooth funktioniert genauso problemlos wie das Abspielen von Musik. Und weil es Jens immer so schön aus dem Häuschen bringt, erwähne ich auch gerne, dass man über das System auch die Spotify.app auf dem iPhone steuern kann.

Gentlemen, start your engines
Statt 328 PS leistet der – im Übrigen mit einer wirklich hübschen roten Lackierung im Motorraum auch optisch aufgewertete – 3.7 Liter V6 nun 344 PS. Ihr braucht nicht selbst nachrechnen, es sind 16 Mehr-PS. Laut Marketing lag die Zielsetzung bei Nismo 370Z nicht darauf, möglich viel Leistung aus dem Motor zu holen, vielmehr möchte man dem Kunden ein noch sportlicheres Fahrzeug anbieten, was dabei noch erschwinglich bleibt. Man hätte auch noch viel mehr Mehr-PS aus dem Motor holen können, dann wäre der Preis des Nismo aber auch expotential gestiegen. Dies war nicht das Ziel. So hat auch das maximale Drehmoment nur 5 Nm durch die Leistungssteigerung gewonnen. Es mag vielleicht Personen geben, die den 370Z schon ein paar Jahre im Grenzbereich bewegen und da einen Unterschied spüren. Ich nicht.

Das komplette Fahrwerk wurde für den Nismo 370Z überarbeitet. Noch steifer soll es sich präsentiert. Deutlich straffer ist es auf jeden Fall (23% härter ist die Vorderachse und stolze 40% mehr Härte auf der Hinterachse, steht im Pressetext). Einen Unterschied beim Klang zwischen der neuen nismo-Sportauspufanlage und dem Serienmodell konnte ich nicht ausmachen, die Endrohre sind aber durchaus ein wenig größer, was dem Nismo 370Z gut steht.

So. Und was sage ich als Nissan 370Z-Fan nun zum Nismo? Kann man gut kaufen, muss man aber auch nicht. Wer einen 370Z sucht, der möglichst voll ausgestattet ist und sich dazu noch von den anderen abhebt, sollte auf jeden Fall zum Nismo greifen, ihn zumindest in Erwägung ziehen. An eine Wertanlage zu denken ist vielleicht noch etwas zu früh, aber auch die limitierte Version des 350Z wird heute schon mit stolzen Preisen gehandelt. Allerdings sind Nismo-Fahrer bislang in der Farbwahl beschränkt, der Nismo 370Z steht nur in drei Farben zur Verfügung: Schwarz (Black Pearl), Weiß (Brilliant White) und Silber (New Silver). Wem es einfach nur auf die Freude am Fahren ankommt, der kann mit dem Basis-370Z für 32.900 € wesentlich preiswerter einsteigen. Der macht auch schon enorm Spass – zu diesem Preis vielleicht sogar als reiner Zweitwagen für das pure Fahrvergnügen. Vom Heckspoiler abgesehen, mag ich den Nissan 370Z Nismo durchaus. Und wer wirklich den Wagen an seine Grenzen bringen will, profitiert von der deutlich sportlicheren Fahrwerksabstimmung. Eine zweite Meinung zum Nissan 370Z Nismo könnt ihr bei Jens lesen: Nissan 370Z Nismo Fahrbericht. Ich zeige in der nachstehenden Galerie wie immer zahlreiche weitere Fotos und Detailbilder vom 2013 Nissan 370Z nismo:

PS: Apropos Nismo, 2014 wird wohl ein GT-R im Nismo Trim kommen. Hihi. Ich freue mich.