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Ford Werksbesichtigung Köln-Niehl


Am letzten Wochenende bin ich einer Einladung von Ford gefolgt. Die Köllner wollten sich mal ansehen, was „diese Autoblogger“ so treiben und hatten neben allerhand verfügbarer Ansprechpartner auch noch ein Rahmenprogramm für diesen Event gestrickt. Am ersten Abend haben wir uns in der Ford Klassiker Garage kennengelernt und haben danach eine Führung durch das Ford Werk in Köln-Niehl geniessen dürfen. Meine letzte Werksbesichtigung bei einem Automobilhersteller liegt über 30 Jahre zurück. Damals habe ich meinen Vater nach Stuttgart begleitet, wo wir seinen neuen W123 abgeholt haben. Die Erinnerungen daran – vor allem an das Werk – sind arg vernebelt. Umso mehr war ich also auf die Fahrt durch das Ford-Werk gespannt.


Die Fahrt? Ja, wir wurden in einem kleinen Elektrozug durch die Werkshallen gefahren. Mit drie Stopps, an denen wir aussteigen konnten. Die restliche Zeit bekamen wir mittels Lautsprecher in unserer Kabine die Besonderheiten links und rechts unseres Weges erklärt.

1929 wurde der Grundstein für den Bau der Fabrik auf einem 170.000 Quadratmeter Industriegelände gelegt. Heute befindet sich in Köln-Niehl sowohl der Stammsitz von Ford Deutschland als auch von Ford Europe. Im Werk werden heute Ford Fiesta für 51 unterschiedliche Zielmärkte (Länder) gefertigt. 80 Autos werden pro Stunde fertiggestellt – am Wochenende stehen jedoch die Bänder still.

Auf unserer Tour haben wir die Erstellung eines Ford Fiesta quasi chronologisch begleitet. In der ersten Halle habe ich noch Rollen von Stahl und/oder Aluminium gesehen, die da quasi in die Pressen und Stanzen geschubst wurden, immer fein weiter gereicht von Maschine zu Maschine, teils über recht possierliche Roboterarme. Stück für Stück wurden aus diesen Formteilen dann ein Auto – Schweissroboter sei dank!

Eine paar Hallen (zumindest gefühlt) weiter, wurde dann die lackierte Karosserie mit Motor und Fahrwerk verheiratet. Was ich vom Oldtimer-Restaurieren noch als feierlichen Akt kennen, läuft dort im Werk vollautomatisiert und wenig romantisch ab.

Zum Ende hin haben wir auch noch einen Blick auf die ganzen vollendeten Fahrzeuge werfen können. Ich war irgendwie in dem Glauben, dass die an einem Tag 300 weiße und 200 schwarze Autos pro Tag produzieren. Es ist aber so, dass auf dem Band ein Rechtslenker in schwarz in Reihe mit einem Linkslenker ST in weiß und einem Kleintransporter-Fiesta (hinten keine Seitenscheiben – so eine hätte ich ja gerne als ST …) durch die Hallen gezogen werden.

Ich will ganz ehrlich sein, die Tour, die wir bekommen haben, hat mir zu lange gedauert. Ich bin kein Freund von engen Kabinen, in denen ich mich lange aufhalten muss. Die „normalen“ Besucherführungen sollen wohl etwas kürzer sein. Und ich hätte es für mich gerne etwas plastischer gehabt. Aber was nicht war, kann ja noch werden … Ich hatte auf jeden Fall Spass und fand es auch durchaus interessant. Wer es selbst erleben möchte, der Ford-Besucherdienst ist unter 0221-9019991 immer Montags bis Freitags von 10 bis 12 Uhr und von 13 bis 15 Uhr zu erreichen.

Weitere Bilder wie Impressionen findet Ihr in den Blogbeiträgen von Jens und Heike. Am zweiten Tag durften wir dann noch Autofahren, dazu und eine Bildergalerie zum Besuch der Ford Klassik Garage kommen später. Nachstehend findet ihr noch weitere Impressionen von dem Werksbesuch