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Erfahrungen von der Probefahrt mit dem 2013 Mercedes-Benz CLA 45 AMG (C117)

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Am Flugplatz Hannover übernehmen wir unseren 2013 Mercedes-Benz CLA 45 AMG. Ich wollte einen Roten (eine meiner Meinung nach wundervolle Sonderfarbe mit dem Namen designo patagonienrot metallic BRIGHTbei Instagram ein Bild von mir). Jens will einen Weißen (zirrusweiß). Jens gewinnt. Dafür fahre ich das erste Teilstück. Die Modifikationen der AMG-Version am Äußeren im Vergleich zur Serienversion des Mercedes CLA sind deutlich sichtbar und doch dezent. Der CLA 45 AMG hat einen aggressivere Front, 19″ AMG Felgen mit den obligatorischen rot lockierten Bremssätteln, in silber akzentuierte Seitenschweller und eine sportliche Heckschürze mit schwarzem Diffusor und Doppelrohrsportauspufanlage (wobei hinten sichtbar an beiden Seiten nur die Blenden sind, dahinter befinden sich die Auspuffrohre).

Der Innenraum präsentiert sich ganz in perforiertem Leder (bei Mercedes heisst diese Ausstattung Leder perforiert schwarz RED CUT). Alle Näte sind in Rot gehalten, die Sportsitze haben im Nackenbereich einen breiten Alustreifen. Und der Wahlhebel der AMG SPEEDSHIFT DCT 7-Gang-Automatik-Sportgetriebes ist vom Lenkrad in den Mittelkanal gewandert. Die Gängauswahl erfolgt dort über den aus anderen AMG-Fahrzeugen bekannten Schalter mit einem eingeprägten AMG Afalterbach Logo. Die Griffflächen des unten abgeflachten Sportlenkrades sind in Alcantara gehalten, was sich besser greifen lässt. Direkt hinter dem Lenkrad befinden sich die Schaltwippen aus Magnesium. Die Tacho-Skala endet bei 320 km/h, unser Modell, so werden wir später herausfinden, wird aber bei 250 km/h abgeregelt.

Nachdem ich eingestiegen bin, stelle ich mir den Sitz richtig ein. Neben dem aus jedem Mercedes zum elektrischen Verstellen der Sitzposition bekannten Joystick an der Tür, gibt es noch zwei Schalter an der Aussenseite des Sitzes mit dem man die Seitenwangen des Sitzkissens und des Rückenteils elektrisch anpassen kann. Die Sitze sind übrigens eigens für den CLA bzw den A 45 AMG entwicklet worden, wie uns Tobias Moers, Leiter Entwicklung Gesamtfahrzeuge bei Mercedes-AMG, seinerzeit im Interview in Genf verraten hatte. Innerhalb von kürzester Zeit habe ich die perfekte Sitzposition eingenommen. So perfekt, dass ich fortan nicht mehr aussteigen möchte. Leider steigt Jens dann auch ein und der will später ja auch fahren. Manno. Das Lenkrad muss ich manuell verstellen, was auch fix erledigt ist. Jetzt drehe ich den Schlüssel und der neu entwickelte, erste Vierzylindermotor aus dem Haus AMG erwacht zu lesen.

Natürlich klingt er nicht wie ein V8. Auch vermisse ich im Vergleich zum Mercedes-Benz C 63 AMG Coupé oder auch zur Probefahrt mit dem Mercedes-Benz E 63 AMG S 4MATIC eine Taste zum aktiven Steuern der Abgasklappenanlage. Diese gibt es (noch?) nicht im CLA 45 AMG. Die einzige Möglichkeit auf den „Sound“ des Mercedes CLA 45 AMG Einfluss zu nehmen ist die Wahl des Fahrprogramms. Im Sportprogramm klingt er ein wenig grollender. Tendeziell spricht mich das Sounddesign aber sehr an. Es sit zu keiner Zeit zu aufdringlich (ich kann mir vorstellen, dass dafür aber in Kürze noch der eine oder andere Tuner sorgen wird), aber auch nicht zu dezent. Für mich ist der Klang auf den Punkt richtig. Dennoch würde ich mir wünschen, dass ich bei Lustfahrten auf der Landstrasse noch ein wenig „mehr Klang“ ansteuern könnte und bei Fahrten durch die Stadt eben noch weniger geräuschvoll fahren könnte. Am Rande – ich biete hier auch den Klang des A 45 AMG als Klingelton an. Weitere Klangproben gibt es in unserem nachstehenden Ausfahrt.tv-Video:

Wer noch mehr Bewegtbild sehen möchte, findet man Ende dieses Beitrags noch ein weiteres Mercedes-Benz CLA 45 AMG Video, was wir für die englischsprachigen Autofreunde gedreht haben.

Der Flughafen Hannover liegt direkt an der Autobahn. Der Motor ist dankenswerter Weise schon schnell auf Betriebstemperatur und auf dem ersten Stück ohne Geschwindigkeitsbeschränkung trete ich das Gaspedal voll durch. Der 360 PS-starke Turbomotor, aktuell der stärkste Serienvierzylinder der Welt, beschleunigt den CLA 45 AMG in 4.6 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Natürlich halte ich dafür auf der Autobahn nicht extra an, aber auch die Elastizität des Triebwerks ist mehr als beeindruckend. Nicht brachial, aber nahezu spielerisch und mit einem angenehmen Druck meinerseits in den Fahrersitz beschleunigt der Mercedes CLA 45 AMG. Jeder Gangwechsel unter Vollgas wird mit einem dezenten Knall begleitet, so dass ich aus dem Grinsen gar nicht mehr herauskomme.

Wenig später leitet uns dann die von Mercedes vorgeschlagene Route von der Autobahn auf die Landstrasse. Direkt durch mein altes Revier. Ich bin in Bückeburg und Rinteln im Landkreis Schaumburg aufgewachsen. So schlage ich Jens für die Videodrehs jeweils einen Halt an der Schaumburg, der Paschenburg und dem Kloster Möllenbeck vor, die nicht nur auf dem Weg liegen sondern über lustig kurvige kleine Landstrassen angebunden sind.

Wie schon bei meine Probefahrt mit dem Mercedes-Benz CLA 250 4MATIC erFahren, unterstützt der neu entwickelte AMG Allradantrieb 4MATIC perfekt die optimale Strassenlage. Zu keiner Zeit scheint die Leistung an einem der Räder sinnlos zu verpuffen. Eigentlich ist der Mercedes CLA 45 AMG ein Fronttriebler, was zunächst einmal Sprit spart. Bemerkt die Steuereinheit jedoch, dass Kraft (das maximale Drehmoment liegt bei 450 Nm) auf der Hinterachse benötigt wird, so wird diese punktuell wie dynamisch an die Hinterräder verteilt. Das Handling empfinde ich als phänomenal. Genauso. In diesem Superlativ und nicht anders. Die Hobbyrennfahrer dürfen sich übrigens über einen Sport-EPS-Modus freuen.

Nach einem Weilchen bin ich dann soweit mit dem Fahrzeug und seinen Reaktionen vertraut, dass ich die Gänge über die hochwertig anmutenden Magnesium-Schaltwippen (die ich mir zumindest als Option für die Serienvariante wünsche) am Lenkrad selbst wähle. Generell bietet der Mercedes CLA 45 AMG drei unterschiedliche Fahrprogramme: C für Controlled Efficiency, S für Sport und M für manuelles Schalten. Und nur am Rande. Selbstverständlich ist das Fahrwerk sehr sportlich ausgelegt. Aber auch nicht so straff, dass man über jeden Kiesel auf der Strasse hoppeln muss.

Die Hälfte der Wegstrecke ist schnell erreicht. Zu schnell. Und Jens will tatsächlich auch fahren. Doof. Naja. Also Fahrerwechsel. Für weitere offenen Fragen verweise ich auf meinen Artikel in dem ich meine Erfahrungen der Probefahrt mit dem Mercedes-Benz CLA 250 „Edition 1“ schildere.

Für die Vertreter der „Ich habe doch keine Zeit“-Fraktion eine kurze Zusammenfassung: Das Infortainment-System COMAND Online oder alternativ die clevere iPhone-Anbindung via Drivekit Plus macht meines Erachtens nur Sinn, wenn man das Premium Soundsystem von Harman/Kardon hinzukonfiguriert, die Serienlautsprecher sind ok, das Premium System aber signifikant besser.

Das Platzangebot im Fond ist beschränkt. Ich kann mit meinen 180cm Körpergröße zwar hinten sitzen, die Kopffreiheit ist aber beschränkt und die Sicht aus der Seitenscheibe mehr als eingeschränkt. Für Kinder ist hingegen ausreichend Platz, feste Gurtpeitschen erleichtern dem Nachwuchs das Anschnallen und ein Einklemmschutz an den hinteren Fenstern verhindert größeres Geplärre von der Rücksitzbank. Der Kofferraum hingegen ist mit 470 Litern eher üppig dimensioniert. Als Beispiel: Wir haben locker 4 Kabinentrolleys und eine Jumbokoffer sowie noch einen Rucksack im Kofferraum untergebracht und es war immer noch Luft für weitere Sachen. Wer noch mehr transportieren muss, kann die Rücksitzbank umlegen.

Als wir an der neu eröffneten Rennstrecke Bilster Berg ankommen, werden wir mit Starkregen und Hagel begrüsst. Das Testen des Fahrzeugs auf der Rennstrecke fällt also in jedem Sinne ins Wasser. Lediglich für ein paar Car-to-Car-Aufnahmen können wir die Strecke einmal 2 Runden lang befahren. Das Areal macht aber einen tollen Eindruck und über die 4 Kilometer lange Strecke hört man nur Gutes (ich habe sie nur aus der Heckklappe eines Vianos erlebt).

Mein Fazit? Ich habe früher nie etwas mit den GTIs oder GSIs anfangen können. Der Mercedes CLA 250 4MATIC gehört aktuell zu meinen absoluten Traumfahrzeugen. Der 2013 Mercedes-Benz CLA 45 AMG liefert jetzt noch die passende Leistung und Fahrperformace, von der man träumt. Ich auf jeden Fall. Mit einem Basispreis von 56.000 Euro entzieht sich der CLA 45 AMG leider meinen fianziellen Möglichkeiten – selbst nach 1-2 Jahren als junger Stern. Für viele wird er aber einen preiswerten Einstieg in die Welt von AMG ermöglichen. Diese erwerben dann aus meiner Sicht ein nahezu perfektes Auto.

Alle Daten und Fakten zum Mercedes-Benz CLA 45 AMG haben ich in einem Beitrag bereitgestellt. Die Verkaufsfreigabe des neuen CLA 45 AMG startet im Juli 2013; die Markteinführung beginnt im September diesen Jahres. Die Kollegen war auch schon fleissig – hier zwei andere Stimmen von Sebastian und Don. Und wie bei all meinen Fahrberichten gibt es in der nachstehenden Galerie eine ganze Reihe Fotos und Detailbaufnahmen zum 2013 Mercedes-Benz CLA 45 AMG (C117):